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Empirisch-konstruktivistische Literaturwissenschaft



Die Literaturwissenschaft gilt als Prototyp einer hermeneutischen Wissenschaft, d. h. einer Disziplin, in der das als Methode der Textauslegung eingesetzt wird. Allerdings hat der Siegeszug der Naturwissenschaften dazu geführt, daß sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eine Reihe von ursprünglich hermeneutischen Disziplinen zu empirischen Wissenschaften gewandelt hat; dies gilt für die Psychologie, Soziologie, Pädagogik, in denen seither das intersubjektiv systematische Beobachten und Erklären im Vordergrund stehen. Die empirisch-konstruktivistische Konzeption einer Literaturwissenschaft postuliert, daß eine vergleichbare auch für die Erforschung von Literatur möglich, sinnvoll und nützlich ist. Dadurch wird eine Vernetzung mit den empirischen Sozialwissenschaften angestrebt, die deren Empiriebegriff auch für die literaturwissenschaftliche Analyse zu adaptieren versucht und so die Literaturwissenschaft in einer empirischen interdisziplinären Kommunikations- bzw. Kulturwissenschaft etablieren möchte.



      Nach diesem Wissenschaftsverständnis gibt es auch im Bereich literaturwissenschaftlicher Analysen eine Fülle von Sätzen, deren Geltung nicht mit der Zugangsweise des Verstehens werden sollte. Dazu gehören Sätze wie die folgenden:
1. Ein bestimmtes Textgenre ist durch ein konstitutives Inhaltsmerkmal und/ oder Strukturmerkmal gekennzeichnet; und dieser Textinhalt bzw. das Strukturmerkmal wirken auf die Rezipienten in einer bestimmten Weise .z. Die Literaturkritik hat das Werk eines bestimmten Literaten auf eine bestimmte Lesart festgelegt.
      Wie leicht erkennbar, handelt es sich bei diesen Sätzen um solche, die in unterschiedlichen Zusammenhängen vorkommen können: in einer Gattungsexplikation oder Analyse literarischer Wirkung und Wertung sowie der Erforschung von Institutionen des Literatursystems . Die klassisch-hermeneutische Analyse versucht nun, die Geltung solcher Sätze dadurch zu belegen, daß aus der Textrezeption des analysierenden Wissenschaftlers angeführt werden. Dies erscheint aus empirisch-konstruktivistischer Sicht als methodisch unzureichend; denn Texte generell können auf verschiedene Art und Weise rezipiert werden, so daß durch dieses Vorgehen keine zureichend intersubjektive Erkenntnis gesichert werden kann. Der Grund dafür liegt in der Konstruktivität der menschlichen Informationsverarbeitung (auch und gerade von in literarischen Texten transportierten

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Empirisch-konstruktivistische  Literaturwissenschaft    





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