Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt




Literatur & sprache
Literatur existiert nicht losgelöst von der jeweiligen /eil, in der sie entsteht. Sowohl ihre Gegenstände und Motive als auch ihre formen sind in das gesellschaftliche und geistige Leben der jeweilige
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Die Literatur des Barock (I600-I720)



In der Barockzeit unternahm Martin Opitz den Versuch, das Sammelsurium an literarischen Ausdrucksformen, die teilweise aus Italien, Frankreich und Spanien stammten, wie das Sonnet, die Ode oder das F-pigramm, systematisch zu erfassen und für die deutsche Literatur fruchtbar zu machen. Opitz sah sich mit seinem Regelwerk für die deutsche Dichtung, dem > Buch von der deutschen Poe-terey< , als Wegbereiter einer deutschsprachigen Literatur.




     
Die Ãobernahme »ausländischer« l'ormen betrachtete er dabei nicht als Widerspruch. Schließlich waren die literarischen Stile in anderen Ländern weiter entwickelt. Ls ging ihm wie den neu gegründeten Sprachgcsellschaflen um die Aufwertung des Deutschen als Dichlerspraehe.
      Neben den aus Italien und Hngland importierten Schaler- und Staatsromanen entwickelten sich in Deutsehland die Schelmcn-und Abenteuerromane. Diese beziehen sich auf die Erlebnisse im Dreißigjährigen Krieg 1618 bis 1648, in dessen Verlauf weite Teile Deutschlands verwüstet wurden und ein Dritlel der Bevölkerung ums Leben kam. Meist sind es Ich-Krzähler, Antihelden, die von den schwierigen Lebensumständen und dem Hlend berichten, in dem sie aulgewachsen sind, und wie sie sich mit rechten und unrechten Mitteln durchs Leben schlagen. In die Darstellung fließen humorvolle und pessimistische Züge ein.
      Das herausragende Beispiel dieses Romantyps ist der >Simpli-cissimus< von Grimmeishausen. Christian Reuter setzte diese Tradition mit seinem Roman >Schclmuffsky Curiose und Sehr gefährliche Reiße-Beschreibung zu Wasser und Land< fort. Der Ich-Lrzähler ergeht sich hier in maßlosen Aufschneidereien und grotesken Ãobertreibungen, bei denen er sieh ständig als Lügner und letztlich wahrer Schelm entlarvt, der dem Leser einen Bären aufbinden will. Auch das

Theater wurde im Barock populär. Ks gab das belehrende Theater , das eher prunkvoll ausgestaltet war und an die hundert Schauspieler auf die Bühne brachte. Andreas Gryphius knüpfte mit Komödien an das englische Lustspiel, namentlich Shakespeare, an und schrieb einige Trauerspiele. Kr kam wie viele andere Barockdichter aus Schlesien . Am bekanntesten sind allerdings seine Gedichte. In ihnen erhält man eindrücklich eine Vorstellung vom Lebensgefühl des barocken Menschen. Angesichts der Konfrontation mit dem Tode wird die Kitelkeit der Welt offenbar, wie Gryphius' kunstvoll gestaltete Sonette zeigen:
Du sihst / wohin du sihsl nur Kitelkeit au ff Krdcn Was diser heute baut / reist jener morgen ein: Wo ilzund Städte stehn/ wird eine Wisen seyn / Auff derein Schäfers-Kind wird spilen mit den Herden
Lieder und Dichtungen jener Zeit suchen auch Trost zu spenden. Ks enstehen die bekannten Kirchenlieder des Protestanten Paul Gerhardt und die mystische Dichtung des konvertierten Katholiken Angelus Silesius , der >Cherubinisehe Wan-dersmaniK .
      Typisch für die Barockliteratur sind so genannte Kmbleme -Sinnsprüche, die mit Bildern kombiniert werden. Die Sprüche werden erst durch die Bilder, die ein Kreignis darstellen, in ihrer lieferen Bedeutung verständlich.
      Kin dichterisches Gegenstück zur barocken Melancholie stellt die Lyrik des Christian Hofmann von I lofmannswaldau dar. In ihr wird sinnliche, ausschweifende Liebe freizügig geschildert.
     

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