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Heinrich Heine (I797-I856)



Geboren als Jude mit dem Namen Harry, erzogen von Jesuiten, konvertiert zum Protestantismus als Heinrich, war Heine deutscher Patriot und zugleich schärfster Deutsehlandkritiker - im Denken und Kmpl'inden der Franzose Henri, literarisch aber durch und durch Deutseher. Auf jeden Fall war er ein unbequemer Geist und ein genialer Satiriker, der nicht nur unter seinen Zeitgenossen für Unruhe sorgte. Zwanzig Jahre hat man sieh in Düsseldorf gestritten, bis die dortige Universität 1988 endlich seinen Namen erhielt.



      Als Sohn eines Kaufmanns in Düsseldorf aufgewachsen, machte er eine Kaufmannslehre bei seinem wohlhabenden Onkel Salonion in Hamburg. Nach einer Kpisode als Geschäftsinhaber, die mit einer Pleite endete, beschloss er, Jura zu studieren. Der Onkel gewährte ihm fürseinc Studienjahre und auch danach finanzielle Unterstützung. Heines Neigungen waren aber dichterischer und philosophischer Natur. In Bonn hörte er Literatur-Vorlesungen bei dem Romantiker August Wilhelm Schlegel, in Berlin studierte er bei Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Dort lernte ervor allem im Komantikerkreis um Rahel Vamhagcn die geistige Rlite kennen. I leine war schon durch Rezensionen und Veröffentlichungen bekannt und gab bereits 1822 seinen ersten Gedichtband heraus. Hr scheute sich auch nicht, dem großen Goethe in Weimar einen Besuch abzustatten.
      Obwohl Heine sein Jura-Studium abschloss und promovierte, resultierte daraus keine berufliche Laufbahn. Als Vollblutschriftsteller gab es für ihn nurden Weg des freien Autors. Sein erster, vielleicht auch größter literarischer Lrfolg war das >Buch der Lieder< . Vor allem das Lorcley-Gedicht, das auf eine alte Sage zurückgeht, die auch schon den Romantiker Clemens Brentano zu einer >Lureley< inspiriert hatte, schallt noch heute, von melancholischen Männerchörcn gesungen, aus den Lautsprechern touristi-scher Rheindampier. Die frühe Lyrik der >Jungen Leiden< sind Liebesgediehle im Stil der Romantik. In ihnen hatte er die Entläu-schung über die unerwiderte Liebe seiner Hamburger Kusine Ama-lie verarbeitet. In den weiteren Zyklen des Gedichtbandes findet Heine zu seinem eigenen Stil. Friedrich Hebbel karikierte den Freund als Komödianten, »der erst den Kopf und dann den Hintern zeigt«. Die kalte Dusche, mit denen seine Gedichte enden, machen die Distanz zum verlorenen Paradies bewusst, dem Heines Sehnen galt.
      Heine war Volkslieddichter und Minnesänger, doch weder die Welt der Romantik noch die der Klassik konnten ihm eine dichterische Heimat bieten. Als hypersensibler Zeitgenosse konnte er auch nicht die Fehlentwicklungen in der deutsehen Gesellschaft ertragen. Seine dichterischen Waffen waren die Ironie, der Humor und sein von den Zeitgenossen panisch gefürchteter, vernichtender Witz. So hat er in seine Reisebeschreibungen , welche die jungdeutsche Tendenzpoesie aufs Korn nahm. Finanzielle Schwierigkeiten ergaben sich für Heine aus einer misslungcnen Börsenspekulation und dem Erbschaftsstreit nach dem Tod seines Onkels.
      Zeitgleich zur gescheiterten Märzrevolution 1848 stellte sich bei Heine eine tödliche Rückenmarkskrankheit ein, die sein Pariser Exil dauerhaft machte. Acht Jahre lang lag Heine in seiner »Matratzengruft«. Sein körperliches Leiden und die Todesahnung wurden Gegenstand des >LazarusRomanzero

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