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Stufen der Versenkung



Tagesbewusstsein
Inhalte des normalen Wachzustands. Bei Besinnung/Meditation dannallmählich Ãobergang zu:
Graue Zone I

Unruhe, Gefühl innerer Leere, evtl. Angst
Gegenwärtige Reize und Tagesreste werden erinnert.




      Graue Zone II
Keine oder nur vage Inhalte, Unruhe, nicht selten unangenehme

Stimmungen.
      Private Erinnerungen, die weiter zurückliegen, aus der eigenen Lebensgeschichte.

      Graue Zone III
Erlebnisse und Stimmungen wie oben - evtl. noch intensiver, manchmal undurchdringliche Grauzone, je nach geistig-seelischer Reife.
      Archetypische Bilder und Symbole .
      Graue Zone IV

Wie oben GZ II - evtl. auch gleich direkter Ãobergang zu:
Nirwana
.beim Betrachten einer Blume, eines Bildes . Oder beim Anhören von Musik, die Sammlung und »Ent-Schleunigung« erleichtert, einer indischen Raga zum Beispiel oder spezieller Meditationsmusik.
      Selbsterfahrung kann man also verstehen als den weiteren Begriff unbewussten Erlebens, wobei die Erweiterung des Bewusst-seins von sich selbst das Ziel ist. Meditation zielt auf Höheres ab . Meditation ist gewis-sermaßen Selbsterfahrung zweiten Grades. Der deutsche Mystiker Jakob Böhme hat einmal gesagt, Meditation sei alles, buchstäblich alles, was man mit vollem Bewusstsein und vollen Sinnen mache, also auch Geschirr spülen und in der Nase bohren .
      Es gibt auch die Anekdote von dem japanischen Zen-Meister, der sich viele Jahre lang vergeblich bemühte, Satori zu erlangen. Eines Tages, als er schon gar nicht mehr damit rechnete, fiel sie ihm einfach zu - auf dem Klo, beim Verrichten der Notdurft, mühelos, absichtslos...
      Schreiben freilich verlangt schon einen gewissen Aufwand, verlangt, im Gegensatz zum Lesen, weit mehr Aktivität. Da muss Papier besorgt werden und Schreibgerät, eine passende Unterlage ist notwendig, je nach selbst gestellter Aufgabe muss eventuell zusätzliches Informationsmaterial besorgt werden. Und dennoch, auch hier gilt das Gleiche, was der Zen-Meister auf dem Donnerbalken so drastisch zeigt: Je absichtsloser Schreiben geschieht, umso meditativer wird es, umso mehr führt es uns zur Selbsterfahrung und schließlich zur Erfahrung des Transpersonalen, des »Höheren Selbst«.
      Ein einfaches Experiment in Sachen Meditation, von jedem nachzuvollziehen :
Fünf Minuten in einem ruhigen Raum still dasitzen, mit geschlossenen Augen, ohne Ablenkung durch Musik und dergleichen. Wem das gelingt, der kann die Dauer verlängern - zehn Minuten, fünfzehn Minuten ...
      Ein ähnliches Experiment, jetzt aber mit Schreiben verbunden:
Still dasitzen, mit geschlossenen oder offenen Augen, und in fünf Minuten alles aufschreiben, ohne jede Zensur, was einem einfällt. Was allein enorm schwierig ist, fällt wesentlich leichter, sobald noch jemand mitmeditiert. Deshalb geht das Schreiben in der Gruppe so viel leichter. In den indischen Unterweisungen zum Yoga und zur Meditation findet man die wichtige Unterscheidung zwischen einer »Meditation mit Stütze« und der - sehr viel schwierigeren - »Meditation ohne Stütze«. Das »Schreiben ohne Stütze«, also al-lein, ist, sinngemäß, auch wesentlich schwieriger als das »Schrei

ben mit Stütze«.
      Die vielleicht schönste Verbindung von Meditation und
Schreiben ist die Schöpfung eines Gedichtes, das ganz absichtslosentsteht. »Nicht suchen, sondern finden«, hat Picasso diese Absich tslosigkeit einmal genannt.
     

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