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Aspekte des Dramas



Drama ist Spiel vor Zuschauern; es ist Spiel mit Wirklichkeiten und wirkliches Spiel. «The theatrical Situation, reduced to a minimum, is that A impersonates B while C looks on.» « Give me the map there», sagt zu Beginn des 1. Akts der Schauspieler Paul Scofield als König Lear : «Know that we have divided/In three our kingdom». Vor den Augen der Zuschauer baut sich so die fiktive Welt eines gealterten Königs und seiner drei Töchter auf. Diese Art der Bedeutungsvermittlung ist etwas grundsätzlich anderes als der Umgang mit der gleichen Geschichte in der Chronik des Holinshed. Die Chronik berichtet aus zeitlicher Distanz mit Hilfe eines fiktiven Erzählers, der die Handlungswelt beschreibt, ihre Figuren einführt und deren Handlungen referiert und kommentiert. Shakespeare hingegen berichtet nicht, sondern zeigt: Er präsentiert die Geschichte mit Hilfe von Schauspielern und ohne zeitliche Verschiebung. Damit ist eine entscheidende Differenz zwischen dramatischem und erzählendem Text benannt. Im Drama fehlt die vermittelnde Kommunikationsebene der Erzählinstanz: Ã"ußeres und inneres Kommunikationssystem überlagern sich unmittelbar, die Darstellung des Inhalts erfolgt über die interne fiktive Rede der Figuren und die inszenatorische Umsetzung in externes wirkliches Spiel. Dies bestimmt seine kommunikative Struktur.
     

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