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Herbert Heckmann Die Wohltaten des Löffels



Der Autor hat sich vorgenommen, einen Menschen nur unter einem einzigen Aspekt darzustellen, dem kulturellen Aspekt des Essens und Trinkens .
      Einseitigkeit und Verabsolutierung sind demnach die bewußt gewählten Darstellungsprinzipien. Ein Mensch wird geschaffen, an dem dieser kulturelle Aspekt sichtbar, erfahrbar werden soll, demgemäß machen sich Einseitigkeit und Verabsolutierung in seinem Wesen breit und bestimmen seine Charaktereigenschaften. Man könnte zunächst das Äußere dieses Menschen beschreiben lassen, dann sein Interesse bestimmen, schließlich seine Gedanken und seine Handlungen verfolgen. Die 'Wohltaten des Löffels" im zweiten Absatz ließen sich an Hand einer tabellarischen Aufstellung studieren: links die Speisen, rechts die 'Wohltaten". Die metaphorische Sprache des 'Schmeckers" und des Erzählers zeigen deutlich eine Tendenz zur Hyperbel .
      Hyperbolisch ist aber auch schließlich das Verhalten des Schmeckers, wenn er sich zu Tode frißt: Die oben genannten Stilprinzipien bestimmen auch das Ende! Bei der Erörterung der Frage nach der Erzählabsicht müßte man die emotionalen Zwischenrufe des Erzählers mit berücksichtigen: Schön! Ei! O Gott...! — Wir sehen, daß er es nicht allzu ernst meint. Wenn man nun die Gesamtwirkung der Erzählung auf den Leser hinzunimmt, also gemeinsam überlegt, wie sehr und in welcher Weise man in seinem Gefühl berührt wird, dann zeigt sich, daß hier nicht eigentlich die tragische Isolierung eines Menschen in der modernen Stadt gemeint ist, sondern die Hyperbel vom kulinarischen Genuß.

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