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Bettina von Arnim



Bettina von Arnim, geborene Brentano, kommt am 4. April 1785 als siebtes Kind des italienischen Großkaufmanns Peter Anton Brentano und seiner Ehefrau Maximiliane von La Roche zur Welt. Nach dem Tod der Mutter, in die der junge Goethe einst verliebt gewesen war, wächst sie ab 1793 in einer katholischen Klosterschule in Wetzlar auf. 1797 stirbt auch der Vater. Bettina lebt danach zunächst im Maus ihres Halbbruders Franz in Frankfurt und ab Juli 1797 bei ihrer Großmutter Sophie von La Roche in Offenbach. Sophie von La Roche ist eine damals berühmte Autorin, die die erste deutsche Frauenzeitschrift herausgegeben hat.



      Bettinas sieben Jahre älterer Bruder Clemens Brentano be-einflusst sie stark in ihren künstlerischen Interessen. Sie befreundet sich mit der in einem Frankfurter Stift lebenden Karoline von Günderode , die als Lyrikerin hervortritt und schließlich, nach einer Liebesbeziehung mit einem verheirateten Mann, im Rheingau Selbstmord begeht. Bettina hat schon als Kind im Frankfurter Haus von Goethes Mutter die Bekanntschaft des großen Dichters gemacht. Als Heranwachsende und junge Frau sucht sie schwärmerisch Kontakt zu Goethe und führt einen intensiven Briefwechsel mit dem sechsunddreißig Jahre älteren Johann Wolfgang von Goethe. Sie wird 1835 den viel beachteten Briefroman Goethes Briefwechsel mit einem Kinde veröffentlichen. 1811 heiratet sie nach neunjähriger Verlobungszeit den märkischen Landedelmann Achim von Arnim, einen Freund ihres Bruders Clemens. Achim von Arnim, Sohn eines Schauspieldirektors, ist ebenfalls Schriftsteller. Kr schreibt Romane und hat zusammen mit Bettinas Bruder Clemens Brentano zwischen 1806 und 1808 die Liedersammlung Des Knaben Wunderhorn herausgegeben.
      Bettina lebt ab 1811 auf dem Gut Wiepersdorf und in Berlin. In der Hauptstadt Preußens unterhält sie Kontakte zu so bedeutenden Künstlern wie Karl Friedrich Schinkel, Ludwig Tieck, Hoff mann von Fallersieben und Varnhagen von Knse. Eng mit dem Ehepaar befreundet und Patin eines ihrer Kinder sind die Brüder Grimm.
      Bettina bringt während ihrer Ehe mit Achim von Arnim sieben Kinder zur Welt. Erst nach Arnims Tod 1831 wird sie selbst wieder literarisch tätig. Sie arbeitet als Autorin, Verlegerin und Herausgeberin des Gesamtwerkes ihres Ehemannes.
      1840 verfasst sie Die Günderode und vier Jahre später Clemens Brentanos Frühlingskranz, beides typische Beispiele für Briefromane, in denen allerdings nicht die Originalbriefe erscheinen, sondern deren literarische Bearbeitung. Bettina von Arnim setzt sich intensiv mit ihrer Zeit auseinander. Sie tritt für politisch Verfolgte, für Gefangene und Unterdrückte ein. 1842 veröffentlicht sie Dies Buch gehört dem König. Darin appelliert sie an den König von Preußen, die Lage der Unterschicht zu verbessern, und stellt das Problem der Verarmung einer breiten Ã-ffentlichkeit vor. Sie gerät dadurch zunehmend in Gegensatz zum preußischen König. In Gespräche mit Dämonen. Des Königsbuch 2. Teil entwickelt sie eine politische Utopie. Dieses Buch bringt sie 1852 in Konflikt mit der preußischen Zensur. Bettina von Arnim erleidet 1854 einen Schlaganfall. Am 20. Januar 1859 stirbt sie nach langer Krankheit in Berlin.

     
Lesevorschlag:
Als Erstes könnte man den Briefroman lesen, der Bettina von Arnim mit einem Schlag berühmt machte: Goethes Briefwechsel mit einem Kinde. Immer noch lesenswert ist auch ihr zweiter großer Briefroman, Die Günderode, für den sie ihren Briefwechsel mit ihrer Jugendfreundin bearbeitete.
      Wer mehr wissen möchte über Bettina von Arnim, dem ist die Biographie Bettina und Achim von Frederik Hetmann zu empfehlen.

     
Besichtigungstipp:
Das Haus der Familie Brentano in Frankfurt und das der Großmutter in Offenbach sind im Zweiten Weltkrieg den Bomben zum Opfer gefallen. Es lohnt sich aber ein Besuch auf dem Landgut Träges zwischen Hanau und Gelnhausen. Hier haben Bettina und Clemens und viele ihrer Freunde verkehrt.
      Etwa 90 Kilometer südlich Berlins steht das barocke Herrenhaus des Gutes Wiepersdorf, auf dem Bettina von Arnim und ihr Ehemann Achim von Arnim lebten. Das weiße Schloss und der schöne Garten an seiner Rückfront sind erhalten. Neben der Kirche findet man die Gräber der von Arnims. Manch ein Besucher möchte es vielleicht dem Dichter Günter Eich nachtun: »Dem Leben, wie sie's litten, / aufs Grab der Blume Lohn: / Für Achim Margeriten / und für Bettina Mohn!«

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Bettina  Arnim    





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