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Die erledigte Haftpflicht



Diese Stimmlage hat sich nach dem Krieg nicht wieder= hergestellt. Versuche, die in dieser Richtung unternommen wurden, sind samt und sonders gescheitert. Daran trägt nicht Prüderie die Schuld, auch 'Mauerblümchenpoesie" und 'Spitzwegromantik", von denen in diesem Zusammen= hang gern gesprochen wird, haben nicht zynischer Aufrich= tigkeit den Garaus gemacht.

Sondern es gilt einzusehen, daß die Haftpflicht des Irrationalen für das Rationale als erledigt gilt. Daran ändert auch Arno Schmidts bemühtes Kunstgewerbe nichts. Die romantische Totalsphäre, die in Schrift und Spiegelschrift Unbewußtes bewußt und Be= wüßtes unbewußt zu lesen erlaubte und die in — freilich zerstückter und verzerrter Form — in den zwanziger Jah= ren noch einmal restauriert wurde, ist unwiderruflich zer= fallen. Es bleibt abzuwarten, ob der große Versuch, den Heimito von Doderer in seinem Roman 'Die Dämonen" unternommen hat, Sexualität und Machtstaat aufeinander zu beziehen, nachträglich Epoche macht. Einen Fingerzeig dafür, daß Vorstöße in dieser Richtung nicht einmal mehr verstanden werden, gibt Leonhard Franks 'Deutsche No= velle", in der ein Komplex sinnbildlich figuriert, aber nicht mehr als Sinnbild, sondern als extravaganter Fall gelesen wird.
     

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