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Tuchman, Barbara - Leben und Biographie



Barbara Tuchman gilt als eine der bedeutendsten Autorinnen auf dem Gebiet der erzählenden Geschichtsschreibung. Ihre Bücher erreichten in fast allen Ländern des Westens hohe Auflagen, die größten Erfolge waren ihre Bücher Der ferne Spiegel über die geistige und politische Umbruchzeit im 14. Jahrhundert und Die Torheit der Regierenden, das darlegt, wie sich immer wieder im Verlauf der Geschichte unsinniges politisches Handeln mit oft katastrophalen Folgen feststellen lässt.



      Die Autorin wurde als Tochter eines New Yorker Privatbankiers geboren. Sie besuchte bis 1933 das Radcliff College; anschließend studierte sie in Yale sowie an der Columbia Univer-sity und promovierte. 1936 trat Tuchman in die Redaktion von The Nation in New York ein und ging nach Spanien.
      Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs arbeitete Tuchman als Korrespondentin in London und heiratete 1940 Lester Tuchman, mit dem sie drei Töchter hatte. Von 1942 an arbeitete sie im Office for War Information in New York. 1956 erschien ihr erstes Buch Bibel und Schwert über die Entstehung des Staates Israel. Weitere wichtige Werke sind Die Zimmermann Depesche und August 1914 über den Ausbruch des Ersten Weltkriegs. In Der stolze Turm zeichnet sie Ein Porträt der Welt vor dem Ersten Weltkrieg 1890-1914 .
      Neben Büchern schrieb Tuchman Reportagen, Essays und Kommentare. Sie wurde mit zwei Pulitzerpreisen ausgezeichnet und mehreren Ehrendoktoraten. 1979 war sie Präsidentin der American Academy of Arts and Letters.
      Die Torheit der Regierenden
Die Torheit der Regierenden mit dem Untertitel Von Troja bis Vietnam von Barbara Tuchman war eines der erfolgreichsten historischen Sachbücher des 20. Jahrhunderts. Die Beziehung zur Gegenwart, welche die Historikerin und Journalistin in den Geschichtsepochen herstellt, machen ihre Werke lebendig und verleihen ihnen einen aktuellen Charakter. Inhalt: Auch in den Fällen politischer Torheit, die sie ausgewählt hat und deren Folgen sie be-schreibt, fühlt sich der Leser einbezogen und betroffen. Auch wenn die Geschichte vom Trojanischen Pferd jeder historischen Grundlage entbehrt, wird in deren Wiedergabe deutlich, welche katastrophalen weit reichenden Folgen ein solches Fehlverhalten etwa in unserer Zeit gehabt hätte.
      Wie das Fehlverhalten und die Inkompetenz, die Machtgier und Verderbtheit zahlreicher Renaissancepäpste schließlich zur Spaltung der Christenheit und zahllosen blutigen Kriegen führten, beschreibt Tuchman im folgenden Kapitel. Sie schildert, wie die Päpste die Anschauungen und den Lebensstil der »räuberischen Fürsten« der italienischen Stadtstaaten der Epoche übernahmen, deren j
Habgier und Verschwendungssucht nacheiferten und alle Rufe nach Reform der Kirche überhörten.
      Sixtus

I

V.

aus der Familie della Ro-vere war ein »herrschsüchtiger, unerbittlicher Charakter«, wie Tuchman schreibt, der während seiner Amtszeit nur ein Ziel hatte: sich und seine Familie zu bereichern. Innozenz VW. gelangte nur durch einen Zufall auf den Papstthron. Der Charakter Alexanders

VI.

wird als verderbt beschrieben. Dieser aus der Borgia-Familie stammende Papst hatte zahlreiche Mätressen und sieben Kinder und hatte seine Papstwürde durch Bestechung erlangt. Sein Sinnen richtete sich mehr auf die Politik als die Religion, und auch er verwandte keinen Gedanken an notwendige Reformen. Auch Julius

II.

war mehr Machtpolitiker als geistlicher Vater. Papst Leo X. , ein Medici, war zu sehr damit beschäftigt, seine Macht und seine Stellung zu genießen, als sich wichtigeren Aufgaben zu widmen. Riemens Vll. wurde ein Opfer der politischen Verhältnisse und seiner Unentschlossenheit. Als er Frankreich und Habsburg-Spanien gegeneinander ausspielen wollte, verscherzte er es sich mit beiden Mächten. Unter ihm kam es 1527 zum »Sacco di Roma«, der Plünderung und Zerstörung Roms.
      In einem weiteren Kapitel untersucht Tuchman, wie es dazu kam, dass Großbritannien seine Kolonie in Nordamerika verlor. Sie beschreibt die politische Situation in Großbritannien, wo die herrschenden Kreise mit Arroganz und ohne jeglichen politischen Weitblick agierten und einen ganzen Kontinent wegen ihrer Rechthaberei verloren.
      Im letzten Kapitel liefert Tuchman eine hervorragende Zusammenfassung der Entwicklung des Vietnamkrieges. Immer wieder hatten Berater davor gewarnt, sich in diesem Teil der Welt politisch und militärisch zu verstricken, zumal die USA in Asien als Befürworter der Unabhängigkeit der Völker geachtet waren; dennoch ließen sie sich zu einem militärischen Eingreifen bewegen.
      Wirkung: Tuchman war klar, dass ihre plausible Darlegung der offensichtlichen Torheiten der Regierenden und der Machthaber der Vernunft nicht zum Sieg verhelfen würde. Ihr Epilog mit dem Titel Eine Laterne am Heck, bezieht sich auf einen Ausspruch des englischen Dichters Samuel Taylor Coleridge : »Aber Leidenschaft und Parteigeist machen unsere Augen blind, und das Licht, das die Erfahrung spendet, ist eine Laterne am Heck, die nur die Wellen hinter uns erleuchtet.« Dennoch erreichte ihr Buch hohe Auflagen und hat zumindest den Blick der Menschen für die Machenschaften der Regierenden geschärft.


Barbara köhler (-i959)

Das Debüt der 1959 in Burgstädt geborenen, in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz aufgewachsenen Dichterin hätte nicht auf größere Anerkennung treffen können: Als ihr Lyrikband Deutsches Roulette erschien, hatte Barbara Köhler gerade den Förderpreis der Jürgen Ponto-Stiftung und den Leonce-und-Lena-Förderpre .....
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Frischmuth, barbara

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Ahrens, barbara

Biografie: *26.3.1 auf Schloss Lehsen/Mecklenburg . B. Ahrens wuchs in Hannover auf und lebte anschließend in Süddeutschland, davon längere Zeit in München, Freiburg und Ulm, seit 1995 in Berlin. Ausbildungen als Fremdsprachenkorres-pondentin, Lehrerin und Journalistin. Langjährige Mitarbeit an auto .....
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Feger, barbara

Krim.-Erz.: 2001 Nie wieder S-Bahn, in: Mord mit Biss, Hrsg. Anke Cibach, Hannah Mitglied: SinC .....
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Krohn, barbara

Biografie: *5.6.1 in Hamburg. B. Krohn studierte Germanistik und Italianistik. 1985 bis 1989 war sie Lektorin des DAAD für deutsche Sprache und Literatur an der Universität in Neapel. Sie lebt als Schriftstellerin und literarische Ãobersetzerin in Regensburg. Kriminalromane: 1998 Der Tote unter der .....
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Wendelken, barbara

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