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Richter, Horst-Eberhard - Leben und Biographie



Horst-Eberhard Richter gilt als Pionier der psychoanalytischen FamilienfoTschung und -the-rapie im deutschen Sprachraum. Als Analytiker von Gruppenprozessen und Institutionskonflikten verschaffte er sich auch international große Anerkennung. Richter vertritt den sozialtherapeutischen Ansatz, dass die Ursachen seelischer Störungen vielmehr in zwischenmenschlichen Beziehungen als im Individuum zu suchen sind.



      Nach dem Studium der Medizin, Philosophie und Psychologie in Berlin schloss Richter eine psychoanalytische Zusatzausbildung an und promovierte 1957 zum Dr. med. Er arbeitete zunächst als Assistenzarzt, dann als Oberarzt an der Neurologischen und Psychiatrischen Klinik derFU Berlin.
      1959 wurde Richter Leiter des Berliner Psychoanalytischen Instituts. 1962 übernahm erden neu eingerichteten Lehrstuhl für Psychosomatik an der Universität Gießen und entwickelte die Abteilung zu einem führenden Zentrum für psychosomatische Medizin. Von 1973 bis zu seiner Emeritierung 1991 war Richter dessen Geschäftsführender Direktor. Seit 1992 leitet er das Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt am Main. 1981 machte sich Richter einen Namen in der Friedensbewegung und zählte zu den Gründern der westdeutschen Sektion »Ã„rzte gegen den Atomkrieg«, die 1985 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurden.
      Wie kaum ein anderer deutscher Wissenschaftler widmete sich Richter in zahlreichen Büchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen gesellschaftlichen Fragen der Gerechtigkeit, der Moral, des Friedens und der Völkerverständigung.
      Anfang 2000 erschien seine viel beachtete Autobiografie Wanderer zwischen den Fronten. Gedanken und Erinnerungen.

      Umgang mit Angst
Morst-Eberhard Richters Ausführungen zum Thema Angst gelten als umfassendes und aufklärerisches Standardwerk der Psychologie. Indem er die vielfältigen Formen der Angst be-schreibt und sie anhand anschaulicher Beispiele erläutert, zeigt Richter, wie Angst entsteht, in welchen Formen sie sich ausprägt und welche Reaktionen sie auszulösen vermag, aber auch, wie sie als »Farbe unseres Lebens« konstruktiv verarbeitet werden kann. Aufbau: Ausgehend von der Tatsache, dass Angst in der technisierten Welt oft totgeschwiegen oder negiert wird, entwickelt Richter ein globales, existenziales Verständnis für das Phänomen, das auf Schritt und Tritt unser Befinden und Tun beeinflusst. Richter beschäftigt sich mit geschlechtsspezifischen und kindlichen Ängsten, mit Gruppendynamik, der Angst bei Paaren, Familien und Organisationen sowie mit den Hintergründen von Fremdenangst und Fremdenhass.
      Inhalt: Je hartnäckiger Angst verleugnet wird, desto eher greift sie mittels undurchschaubarer Mechanismen in unser Leben ein. Als Angst vor Krankheit oder Trennung beispielsweise tritt Angst in der Welt des modernen Menschen immer da in den Vordergrund, wo sich die Beziehung zwischen Leben und Tod dramatisch verdeutlicht. Angst ist ein unabweisbares Element des Lebens, das unser Verhalten im Alltag bestimmt. Ob am Arbeitsplatz oder im privaten Leben - stets müssen wir damit rechnen, von einem Angstgefühl oder von Panikattacken überwältigt zu werden.
      Ein wesentlicher Aspekt, den Richter in seiner Studie diskutiert, ist die Weltangst; deren Verständnis erfordert einen Lernprozess, der zuallererst verlangt, dass der Mensch sich seiner kreatürlichen Endlichkeit bewusst wird, um sich anschließend aktiv mitden peripheren, persönlichen Angstformen - Trennungsangst, Schamangst, Krebsangst - positiv auseinander setzen zu können.
      Wirkung: Das Grundlagenwerk zum Thema Angst spiegelt auf eindrucksvolle Weise den Einfluss wieder, den Richter mit seinen Forschungsarbeiten und sozialphilosophischen Beiträgen auf die humane und differenzierte Gesellschaftsentwicklung in Deutschland ausübte. Seine Erkenntnisse flössen in zahlreiche Therapieformen ebenso ein wie in die psychologische Behandlung von Schwerkranken und Lebensüberdrüssigen.
      Die wichtigsten Bücher von Horst-Eberhard Richter
Eltern, Kind und Neurose 1963 Ausgehend von der engen Verzahnung zwischen den oft unbewussten Ansprüchen, die Eltern an ihr Kind stellen, und dessen Reaktion darauf, resümiert Richter die Ergebisse seiner langjährigen Forschungsarbeit und erläutert die Motive, die zu Neurosen bei Kindern führen.
      Die Gruppe 1972 Richter beleuchtet, wie Gruppenverhalten individuelle Einsamkeit und Ohnmacht überwinden hilft und wie die Gruppe als Mikrogesellschaft einen konkreten Beitrag zur Befreiung des Einzelnen und zum Umbau verkrusteter Sozialer strukturen leisten kann.
      Lernziel Solidarität 1974 Angesichts einer weit verbreiteten Ellenbogen-Mentalität gibt das Buch eine wichtige Orientierungshilfe, die analysiert, wie gesellschaftliche und politische Verhältnisse die Seele des Individuums beeinflussen und welche Anstrengungen für die Sicherung gesellschaftlicher Verbesserungen unerlässlich sind.
      DerGoffes-komplex 1979 Richters kulturpsychologisches Hauptwerk stellt die Hypothese auf, dass der Mensch in der westlichen Kultur den technischen Fortschritt zu einer Heilsidee erhoben hat, in der religiöse Vorstellungen und individuelle Erwartungen zu einem Lebensideal verschmelzen.
      Umgang mit Angst, 1992 In diesem Standardwerk der Psychologie beschreibt Richter verschiedene Formen von Angst, ihre Entstehung und Ausprägung.
      Als Einstein niehtmehr weiter-wusste 1997 Richter versammelt die Seelen von Albert Einstein, Sigmund Freud, Rene Descartes, Augustinus, Piaton, Buddha und Konfuzius zu einem fiktiven »Krisengipfel«, der sich mit der Frage beschäftigt, ob ein Sinneswandel die Menschheit noch vor einer drohenden apokalyptischen Katastrophe retten kann.
      Wanderer zwischen den Fronten 2000 Im Vordergrund dieses autobiografischen Werks, das den beruflichen Werdegang und das vielfältige sozialpolitische Engagement von Richter thematisiert, steht die »sehr persönliche Erzählung einer schlichten, manchmal mühseligen, überwiegend jedoch zuversichtlichen Wanderung eines Engagierten zwischen gesellschaftlichen Fronten«.
     


Jean paul (d.i. johann paul friedrich richter)

Geb. 21.3.1763 in Wunsiedel; gest. 14.11.1825 in Bayreuth »Ich habe ihn ziemlich gefunden, wie ich ihn erwartete: fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist, voll guten Willens und herzlich geneigt, die Dinge außer sich zu sehen, nur nicht mit dem Organ, womit man sieht« . Den Weimarer Klassike .....
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Jean paul friedrich richter (i763-i825)

Während Heinrich von Kleist an der Wirklichkeit zerbrach, hat sie Jean Paul gemeistert und überwunden. Aus der Enge des damaligen Bayreuth baute er sich das Weltall seiner sehnsüchtigen Träume und Ideale. Und was die Bereicherung der deutschen Sprache vom Dichterischen her angeht, muß Jean Paul nebe .....
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Exemplarische analysen - hans peter richter: damals war es friedrich (i96i)

In diesem Abschnitt sollen einige wenige Kinder- und Jugendbücher genauer vorgestellt werden, die entweder eine besondere Wirkung entfaltet haben oder unter dem Gattungsaspekt Beachtung verdienen. Dieses Buch ist inzwischen millionenfach verkauft und zählt in den 5. und 6. Schuljahren fast zur Ka .....
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Hans richter - die ballade in der sozialistischen dichtung

[...] Um die Mitte der zwanziger Jahre zeigte sich in Deutschland ein kräftiges Aufblühen der sozialen und politischen Poesie, und zwar insbesondere einer dem revolutionären Proletariat verpflichteten Poesie. Dieser Prozeß, der sich mehr und mehr zu einer umfassenden Literaturbewegung ausweitete, h .....
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Jean paul (d.i. johann paul friedrich richter)

»Ich habe ihn ziemlich gefunden, •wie ich ihn erwartete: fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist, voll guten Willens und herzlich geneigt, die Dinge außer sich zu sehen, nur nicht mit dem Organ, womit man sieht« . Den Weimaraner Klassikern, auf der Suche nach Bündnispartnern und Gefolgsleut .....
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