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Philosophen biographisch

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Zwingli, Ulrich



Ein Glück, daß die zwei >Leuchten< gestorben sind. Zwingli im Felde, Oekolampad ein wenig später an einem Fieber und Geschwür. Wäre ihnen der Schlachtengott günstig gewesen, so wär s um uns geschehen.« Es mag auf den ersten Blick erstaunen, wenn eine Biographie Z.s mit dem Jubel des Eras-mus über den Tod des Züricher Reformators in der Schlacht bei Kappel beginnt, und doch weisen der Schlachtentod des Theologen und die Erleichterung des Erasmus aut Zentralbe-reiche der Biographie und Theologie des Reformators hin. Begeisterung und Auseinandersetzung mit dem Humanismus und die Frage nach dem Verhältnis von Züricher Stadt- und Kirchengemeinde, von menschlicher und göttlicher Gerechtigkeit, machen einen Großteil der Originalität Z.s aus und bestimmten stark sein Denken.



      Geboren wurde er als Sohn einer wohlhabenden toggenburgischen Bauemfarmlie. Die enge Verbundenheit seines Elternhauses mit dem traditionell kirchlichen Leben zeigt sich an den Biographien einiger seiner neun Geschwister: Zwei Brüder traten in den Benediktinerorden ein, zwei Schwestern wurden Nonnen. Er selbst kam nach dem Besuch der Knabenschule in Weesen am Walensee 1494 in die Trivialschule nach Basel und erhielt kurze Zeit Unterricht bei dem Humanisten Heinrich Wolfflin in Bern. Dann folgten von 1498 bis 1502 Studienjahre in Wien. 1502 wechselte er nach Basel und schloß dort sein Studium 1506 mit dem Grad des Magisters ab. Im gleichen Jahr zum Pfarrer von Glarus ernannt, wurde er in Konstanz von Bischot Hugo von Hohenlandberg zum Priester geweiht. Sein Pfarramt in Glarus übte er bis 1516 aus. In dieser Zeit profilierte er sich als Parteigänger eines politischen Bündnisses zwischen Papst und Eidgenossenschaft. Als Geistlicher begleitete er die schweizerischen Truppen zweimal, 1513 und 1515, nach Italien. Die vernichtende Niederlage bei Marignano brachte einen Stimmungsumschlag gegen ein päpstliches Bündnis und bewegte Z. dazu, Glarus zu verlassen. Es folgte eine zweijährige Tätigkeit als Priester im Kloster und Wallfahrtsort Maria Einsiedeln. In der gleichen Zeit geriet er in den Einfluß des erasrmschen Humanismus; 1515 traf er den Humanisten in Basel. In der regen Predigertätigkeit der tolgenden Jahre griff er in Anlehnung an Erasmus auf die Heilige Schrift - 1513 schon hatte er Griechisch gelernt — und die Kirchenväter zurück.
      1518 wurde er zum Pfarrer am Großmünster zu Zürich gewählt. Mit dem Wechsel von Einsiedein nach Zürich 1519 kann die Wende vom reformerischen zum reformatorischen Predigen und Wirken Z.s angesetzt werden. Dabei ist in der Z.-Forschung die Bedeutung Luthers für die Ausbildung der Theologie des Züricher Reformators umstritten, sie darf jedoch nicht überschätzt werden. Die von Z. praktizierte Predigt des Evangeliums führte zum Konflikt mit dem Konstanzer Diözesanbischof. Der Streit zwischen einigen Züricher Bürgern und der katholischen Hierarchie um die Fastengesetze gipfelte in der vom Rat veransralteten 1. Disputation am 29. Januar 1523. Z.s. Position wurde gestärkt: der Ratsbeschluß lautete, alle Prediger sollten das Evangelium verkünden. Ab 1524 folgte die obrigkeithche Durchführung der Reformation in Zürich. Sie betraf die kirchliche Verfassung und Sozialgesetzgebung. Zürich entzog dem Diözesanbischof die Rechtsprechung in Eheprozessen, es wurden die Bilder in den Kirchen abgeschafft und 1525 das Ende der altgläubigen Messe herbeigeführt. Die enge Zusammenarbeit zwischen Rat und Reformator bildete die Grundlage für das spezifisch zwrngliamsche Verständnis vom Verhältnis von Bürger- und Kirchengemeinde: Kirche und bürgerliche Obrigkeit sind für Z. durch das gemeinsame Ziel verbunden, das Reich Gottes auszubreiten. Die Identität von weltlichem und ewigem Heil fuhrt zur engen Verknüpfung von Kirche und Stadtgemeinde. Daraus resultiert die intensive Sittengesetzgebung, die zur Heiligung der Bürgergemeinde beitragen soll. Diese Aktivitäten haben nach Z. unter der Weisung der Heiligen Schrift zu stehen, die durch den Propheten, darunter verstand Z. sich selbst, auszulegen sind. Diese Kirchen- und Gemeindekonzeption übte starke Anziehungskraft auf die politisch ähnlich strukturierten oberdeutschen Reichsstädte wie Straßburg und Konstanz aus.
      1524 brachen erste Konflikte zwischen Luther und Z. über das Eucharistieverständnis aut. Luther als Vertreter der Lehre von der Realpräsenz Christi in der Eucharistie lehnte die Abendmahlsautfassung Z.s strikt ab. der in stark spiritualistischer Interpretation die Einsetzungsworte nur im Sinn von »bedeutet« gelten lassen wollte. Z. legte seine Gedanken in der zentralen Schrift Eine klare Unterrichtung vom Sachtmalil Christi nieder. Der Versuch einer Aussöhnung zwischen Luther und ihm mißlang 1529 im Marburger Religionsgespräch, was zur Folge hatte, daß Z. sich 1530 auf dem Augsburger Reichstag nicht dem »Augsburger Bekenntnis« anschloß, sondern eine eigene Fidei ratio verfaßte. Gleichzeitig hatte sich die Lage in der Eidgenossenschatt zugespitzt. Die von Z. propagierte Linie, eine Dominanz der reformierten Kantone über die altgläubigen Orte zu erreichen, führte 1531 zum zweiten Krieg von Kappel. in dessen Verlauf Z. fiel. Die enge Verbindung der Theologie und des Wirkens Z.s mit der Stadt Zürich hatte nach seinem Tod und der militärischen Katastrophe zur Folge, daß die Ausstrahlungskraft Z.s nach Oberdeutschland immer mehr abnahm und bald vom lutherischen Denken abgelöst wurde.
      Gabler. Ulrich: Huldrych Zwingli. Eine Einführung in sein Leben und sein Werk. München 1983.
      Locher. Goutned W.: Die Zwinghsche Reformation im Rahmen der europäischen Kirchengeschichte. Göctingen Zürich 1979.
     


Bräker,ulrich

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Tobinsky, uli (ulrich)

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Ritzel, ulrich

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Menge, ulrich

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Knellwolf, ulrich

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Treichel, hans-ulrich

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Plenzdorf, ulrich

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Hütten, ulrich von

»Er flamme als Haß in uns auf gegen alles Undeutsche, Unfreie, Unwahre; aber glühe auch als Begeisterung in unseren Herzen für die Ehre und Größe des Vaterlandes; er sei der Genius unseres Volkes, wenigstens so lange, als diesem ein zürnender, strafender, mahnender Schutzgeist Not tun wird.« Dieser .....
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