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Philosophen biographisch

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Spencer, Herbert



Die frühere Laufbahn von S. ließ kaum erwarten, daß er einer der bedeutendsten englischen Philosophen des 19. Jahrhunderts werden sollte: Zunächst arbeitete er - ganz getreu seiner wissenschaftlichen Neigungen — als Ingenieur für das damals schnell wachsende Eisenbahnnetz, er machte kleinere Erfindungen und schrieb Artikel in Technik-Zeitschriften. Seine Tätigkeit für die Eisenbahn gab er endgültig 1845 auf. Weitgefächerte Studien und seine lebhafte Anteilnahme am politischen und sozialen Geschehen des viktorianischen Empire führten ihn zunehmend in Richtung Journalismus: 1844 wurde er zeitweilig Redakteur des Pilot und 1848 Mitherausgeber des Economist. Diese Arbeit und Begegnungen mit Thomas Carlyle, George Eliot und Thomas H. Huxley regten ihn zur Veröffentlichung politischer und entwicklungstheoretischer Schriften an.



      Bereits 1843 in zwölf politischen Briefen / The Proper Sphere ofGovernmenT), dann in seinem ersten Buch Social Statics: or the Conditions Essential to Human Happiness specified beschreibt er vom Standpunkt eines stark ausgeprägten Individualismus, wie der Mensch von den sozialen Verhältnissen der modernen Gesellschaft in seiner Willensfreiheit eingeschränkt wird. Anfänglicher Zwang wird schließlich durch freiwilliges Handeln und Ãœbernahme sozialer Pflichten in Anpassung umgewandelt, worunter Sp. den idealen sittlichen Zustand und die ethische Forderung zum harmonischen Zusammenwirken aller verstand. Gemäß seiner pragmatisch-realistischen Ausrichtung suchte er seine Evolutionsidecn zu vertiefen: Alle Entwicklung ist Fortschreiten und Ãœbergang von Homogenität zu Heterogenität, exemplifiziert in den exakten Wissenschaften als Wachstum vom Einfachen zum Zusammengesetzten, vom Unbestimmten zum Bestimmten. In First Principles systematisierte er diese Entwicklungskette von Ursachen und Wirkungen. Darwin zum Teil vorwegnehmend übertrug er die Evolutionsideen auf Biologie. Soziologie und Ethik in mehreren. 1896 vollendeten Bänden, die ihm Kritik seitens der Theologen wegen der Umschreibung des Göttlichen als nicht verstandesmäßig faßbaren Begriffs, aber auch weltweite Anerkennung trotz seines Agnostizismus einbrachten. Sp. verstand Philosophie als Summe aller Erkenntnis von universeller Gültigkeit und suchte dementsprechend nach einem allumfassenden Gesetz, einer auf eine Zentralformel reduzierten Synthese mit dem hochgesteckten Ziel, ihre Richtigkeit in der Ãœbereinstimmung aller einzelnen und besonderen Teile zu beweisen. Dies sollte sich trotz jahrelanger Anstrengung als letztlich unlösbare Aufgabe mit zudem anfechtbaren Schlüssen erweisen, was die geringe Wirkung seiner Ideen im 20. lahrhundert — außer in Amerika — erklären mag.
      Da es für Sp. keine Erkenntnisse a priori, keine Raum-Zeit-Analyse wie bei Kant und kerne teleologischen Prinzipien im Sinne Hegels gibt, relegiert er Transzendentales in den Bereich der Psychologie und wertet die Metaphysik ab, weil sie nicht auf Anschauung und Erfahrung beruht. Ein solcher Realismus ermöglicht zwar keineletzten Beweise, kann aber dennoch mit relativer Wahrscheinlichkeit die Existenz des Absoluten als gegeben annehmen. Das Bewußtsein des Gegensatzes zwischen objektiver und subjektiver Existenz, zwischen Körper und Außenwelt, fuhrt zur Postulierung eines Absoluten jenseits des Bewußtseins, dem Sp. die Attribute Kraft. Unabhängigkeit und Dauer zuweist. Dieses Absolute läßt sich jedoch nicht empirisch beweisen, weil uns lediglich seine Phänomene zugänglich sind. Gott und Unsterblichkeit sind ihm fremde, sich auf Unerkennbares beziehende Begriffe. Sp. erklärt das Absolute vielmehr als Fortleben des physikalisch bedingten Prinzips von Kraft und Materie. Sein Versuch, alles Erkennbare in einer Formel zusammenzufassen, kuhriinierte in First Principks. In dieser Schrift, in der Sp. die Grundlagen seiner »Synthetic Philosophy« darstellt, findet sich die zentrale und berühmt gewordene Aussage bzw. >FormelSchule< entstand. Heute mögen seine sozialen und ethischen Theorien, obwohl anfechtbar, eine gewisse Faszination und Ãœberzeugungskraft ausüben.
      Kennedy. James G.: Herbert Spencer. Boston 1978. Elliot, Hugh S.R.: Herbert Spencer. New York 1971.
      Lothar Zeidler


Marcuse, herbert

Herbert Marcuse war der Spiritus Rector der Studentenrevolte, weil er an eine Ãœbersetzbarkeit der Vernunft in Geschichte glaubte und zugleich, als Philosoph und Soziologe, einer der führenden Köpfe der kritischen Theorie. 1898 als Sohn einer großbürgerlichen jüdischen Familie in Berlin geboren, st .....
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Wendt, herbert

Mit dem Buch Ich suchte Adam, in dem er auf unterhaltsame Art die Geschichte der Paläontologie und der Paläoanthropologie niederschrieb, gelang dem Schriftsteller Herbert Wendt ein WeTk, das ihn bis heute berühmt machte. Wendt studierte nach dem Abitur Germanistik, Philosophie und Naturwissenschaft .....
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Achternbusch, herbert

Wandert das Gelb Jung, Jochen. In: Frankfurter Anthologie 7, 1983, S. 251 -253. .....
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Herbert malecha die probe

Diese Kurzgeschichte des 1927 in Ratibor/Oberschlesien geborenen Herbert Malecha wurde anläßlich eines Preisausschreibens der Wochenzeitung 'Die Zeit" 1954 geschrieben und erhielt den ersten Preis. Sie ist auf den Seiten 9 ff. in den 'Interpretationen moderner Kurzgeschichten", hrsg. von der Fachgru .....
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Herbert heckmann das henkersmahl

Zwei Worterklärungen sind vor der Behandlung zu geben: 1. Hammel = Hammel 2. Kutteln = Innereien Man muß sich auch vergewissern, ob den Schülern der Begriff 'Henkersmahl" bekannt ist als das Mahl, das dem zum Tode Verurteilten vor seiner Hinrichtung seinen Wünschen entsprechend gewährt wird. .....
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Herbert heckmann die wohltaten des löffels

Der Autor hat sich vorgenommen, einen Menschen nur unter einem einzigen Aspekt darzustellen, dem kulturellen Aspekt des Essens und Trinkens . Einseitigkeit und Verabsolutierung sind demnach die bewußt gewählten Darstellungsprinzipien. Ein Mensch wird geschaffen, an dem dieser kulturelle Aspekt sich .....
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Herbert, matthias

Biografie: *1 in Darmstadt. M. Herbert studierte Germanistik in Mainz und jobbte anschließend u.a. als Kraftfahrer, Bäcker und Buchclub-Werber. Erste Erfolge hatte er als Schreiber von Illustrierten-Krimis. Arbeiten für den Rundfunk und die Einladung zu einem Drehbuchseminar der Bertelsmann-Stiftung .....
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Lichtenfeld, herbert

Biografie: *16.6.1 in Leipzig, tll.12.2001. H. Lichtenfeld begann gegen Kriegsende in Leipzig ein Musikstudium, das er 1950 in der Bundesrepublik nicht fortsetzen konnte. Er schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten durch, begann als Lokal- und Gerichtsreporter für das Badische Tagesblatt zu schreiben, s .....
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Reinecker, herbert

Auch unter den Pseud.: Alex Berg, Herbert Dührkopp Biografie: 24.12.1914 in Hagen, Westfalen. H. Reinecker wurde als Sohn eines Reichsbahnbeamten in Hagen geboren, besuchte dort die Schule bis zum Abitur . Bereits mit 15 Jahren wurde er Mitarbeiter in der Lokalredaktion der Hagener Zeitung. Anschli .....
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Spencer,  Herbert    





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