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Philosophen biographisch

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Calvin, Johann



Als 1555 im Augsburger Religionsfneden eine Stabilisierung und Reglementierung der Lage im konfessionell zerstrittenen Deutschland angestrebt wurde, fand dieser Ausgleich nur zwischen Lutheranern und altgläubigen Katholiken statt. Eine zweite Welle von reformiertem Gedankengut, die in der Folgezeit großen Einfluß in England. Frankreich, den Niederlanden und manchen deutschen Territorien gewinnen sollte, erweckte zu diesem Zeitpunkt noch den Eindruck, als ob man sie bei dem konfessionellen Ausgleich vernachlässigen könne. Ausgangspunkt dieses zweiten Schubs war Genf. C. der Reformator.



      Als Sohn des hohen bischöflichen Beamten Gerard Cauvm war der 1509 geborene Jean für eine höhere kirchliche Laufbahn vorgesehen. Schon in seiner Jugend übernahm er auf Vermittlung des Vaters wichtige Pfründen, deren Einnahmen es ihm ermöglichten, ab 1523 das renommierte College Montaigu in Paris zu besuchen, an dem schon Erasmus und Rabelais Schüler gewesen waren. Die Pariser Zeit brachte C. auch in Kontakt mit dem Humanismus, bevor er 152" nach Orleans wechselte, um sich auf eine juristische Karriere vorzubereiten. Diese Ã"nderung in der vorgesehenen kirchlichen Laufbahn war noch durch den Vater in die Wege geleitet worden. Nach dessen Tod kehrte C. nach Paris zurück und widmete sich am College Royal den humanistischen Studien, den alten Sprachen und der klassischen Philologie. Den Schritt vom humanistischen Reformkatholizismus zur Reformation vollzog er zwischen 1533 und Frühjahr 1534. Er verzichtete aut seine Pfründe und verließ wegen der Protestantenverfolgungen 153+ Frankreich. Eher durch Zufill kam C. 1536 aut der Reise nach Straßburg aut einem Umweg nach Gent. Der dortige Reformator W. Farel bat ihn. den theologischen Autodidakten, an der Durchführung der Reformation mitzuwirken. Doch C.s Engagement in Genf stieß bald aut den Widerstand der politisch führenden Patrizierschicht, die ihn und Farel 153 8 zum Verlassen der Stadt zwangen. In den folgenden Jahren des Exils in Straßburg , in denen er aut Wunsch des Reformators Bucer die dortige französische Exilgememde betreute, bereitete er die zweite Ausgabe seines Hauptwerkes, der Cliri-stianae Religionis Institutio. vor. Die erste. 1536 in Basel erschienene Auflage war in Form einer katechetischen Unterweisung dem französischen König Franz 1. gewidmet; diesen sollte sie davon überzeugen, daß die französischen Protestanten keine Umsturzpläne hegten. In Straßburg baute C. sein Werk, das er in späteren Jahren noch öfter überarbeitete, zu einer breit angelegten Dogmatik aus. Er übernahm darin Gedanken von Luther und Zwmgli und erweiterte sie zu seinem eigenen theologischen Lehrgebäude. Starke augustimsche Traditionen spiegeln sich in der Lehre von der doppelten Prädestination wider, die C. in der Ausgabe von 1559/60 definierte als »Gottes ewige Anordnung, vermöge deren er bei sich beschloß, was nach seinem Willen aus jedem einzelnen Menschen werden sollte. Denn die Menschen werden nicht alle mit der gleichen Bestimmung erschaffen, sondern den einen wird das ewige Leben, den anderen die ewige Verdammnis vorher zugeordnet.« C. nahm in seiner Definition die Auseinandersetzung um den freien Willen zwischen Erasmus und Luther auf entschied sich aber vollends gegen die humanistische Tradition des Erasmus. Politische Veränderungen in Gent ermöglichten dem Reformator 1541 die Rückkehr in die Stadt, die er in den folgenden Jahren radikal umgestalten sollte. Grundlage dafür bildeten die in C.s Kirchenordnung festgelegten vier Ã"mter des Pfarrers, der die Theologie unterrichtenden Gelehrten, der aus der Gemeinde gewählten Ã"ltesten und der für die caritative Arbeit zuständigen Diakone. Die Altesten beaufsichtigten zusammen mit den Pfarrern im Konsistorium die Kirchenzucht. Die Ãoberwachung des sittlichen Lebens, die wegen ihrer Schärfe während C.s erstem Aufenthalt in Genf em Grund des Bruches mit dem Magistrat war, stellte ein Zentralanliegen C.s dar. da er Kirchenordnung und Gebot Christi in eins setzte. So wurden zwischen 1541 und 1546 56 Todesurteile und 7$ Verbannungen ausgesprochen, eine Zahl, die um so höher einzuschätzen ist. da Gent nur etwa zehntausend Einwohner zählte. Die Opposition gegen C die vom gegnerischen Bern unterstützt wurde, brach um 1555 nach der Ausweisung ihrer Führer in sich zusammen. In der Union der Genfer mit der Züricher Kirche im Consensus Tigurinus wurde die Einheit der schweizerischen Reformierten vorbereitet, ein Ausgleich mit den Lutheranern kam dagegen wegen der verschiedenen Auffassungen in der Abendmahls- und Prädestinationslehre nicht zustande. Durch die Errichtung der Genfer Hochschule . die ganz Europa umfassende Korrespondenz C.s und nicht zuletzt durch die 1559 60 nochmals überarbeitete Christianac Rehgiouis Insatutio und den 1542 verfaßten Genfer Katechismus erreichten C.s Gedanken bald weite Verbreitung und führten zur Herausbildung des Calvinismus als dritter Konfession in Europa.
     


Johann wolfgang goethe - 'lyrische gedichte von johann heinrich voß

[...] Und hier ist wohl der Ort, zu bemerken, welchen Einfluß auf Bildung der unteren deutschen Volksklasse unser Dichter haben könnte, vielleicht in einigen Gegenden schon hat. Seine Gedichte bei Gelegenheit ländlicher Vorfälle stellen zwar mehr die Reflexion eines dritten als das Gefühl der Geme .....
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Immer zu benennen - johannes bobrowski

Immer zu benennen: den Baum, den Vogel im Flug, den rötlichen Fels, wo der Strom zieht, grün, und den Fisch im weißen Rauch, wenn es dunkelt 5 über die Wälder herab. Zeichen, Farben, es ist ein Spiel, ich bin bedenklich, es möchte nicht enden gerecht. .....
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Die stillen im lande - johann heinrich jung: henrich stillings jugend

Entstehung Johann Heinrich Jung , der seine I.ebensgeschichte unter dem Pseudonym Henrich Stilling veröffentlichte, kam 1770 nach Straßburg, um dort Medizin zu studieren. Im Kreise der Tischgesellschaft bei Johann Daniel Salzmann wurde er mit Goethe bekannt, der im neunten Buch von Dichtung und Wah .....
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Die idylle: maler müller und johann heinrich voß

Einleitung Die Gattungsbezeichnung Idylle wurde aufgrund eines fruchtbaren philologischen Irrtums als 'kleines Bild" verstanden. Man leitete das Wort etymologisch vom griechischen Kidyllion - Bildchen - her. Renate Böschenstein und andere vor ihr haben darauf aufmerksam gemacht, daß das Stammwort F .....
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Johann heinrich voß: die pferdeknechte, der Ã"hrenkranz, der siebzigste geburtstag

Analyse Die Pferdeknechte und Der Ã"hrenkranz, die bei der Erstveröffentlichung 1775 nebeneinander standen, wurden in späteren Ausgaben voneinander getrennt. Die Ausgabe von F.va D. Becker, auf die sich diese Analyse stützt, bringt den Text der Erstausgabe ohne die späteren Veränderungen und Erweit .....
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Johann christian günther - abschiedsaria

Schweig du doch nur, du Hälfte meiner Brust; Denn was du weinst, ist Blut aus meinem Herzen. Ich taumle so und hob an nichts mehr Lust Als an der Angst und den getreuen Schmerzen, Womit der Stern, der unsre Liebe trennt, die Augen brennt. Die Zärtlichkeit der innerlichen Qual Erlaubt mir kaum, ein .....
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Johann wolfgang goethe - willkommen und abschied

Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde! Es war getan fast eh gedacht. Der Abend wiegte schon die Erde, Und an den Bergen hing die Nacht; Schon stand im Nebelkleid die Eiche, Ein aufgetürmter Riese, da, Wo Finsternis aus dem Gesträuche Mit hundert schwarzen Augen sah. Der Mond von einem Wol .....
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Johann wolfgang goethe - heidenrÃ-slein

Sah ein Knab ein Röslein stehn, Röslein auf der Heiden, War so jung und morgenschön, Lief er schnell, es nah zu sehn, Sahs mit vielen Freuden. Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden. Knabe sprach: Ich breche dich, Röslein auf der Heiden! Röslein sprach: Ich steche dich, Daß du ewig d .....
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Johann wolfgang goethe - prometheus

Bedecke deinen Himmel, Zeus, Mit Wolkendunst, Und übe, dem Knaben gleich, Der Disteln köpft, An Eichen dich und Bergeshöhn; Mußt mir meine Erde Doch lassen stehn Und meine Hütte, die du nicht gebaut, Und meinen Herd, Um dessen Glut Du mich beneidest. Ich kenne nichts Ã"rmeres Unter der So .....
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Johann wolfgang goethe - an den mond (letzte fassung)

Füllest wieder Busch und Tal Still mit Nebelglanz, Lösest endlich auch einmal Meine Seele ganz; Breitest über mein Gefild Lindernd deinen Blick, Wie des Freundes Auge mild Ãober mein Geschick. Jeden Nachklang fühlt mein Herz Froh- und trüber Zeit, Wandle zwischen Freud und Schmerz In der Einsamkei .....
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Johann wolfgang goethe - suleika

In tausend Formen magst du dich verstecken, Doch, Allerliebste, gleich erkenn ich dich; Du magst mit Zauberschleiern dich bedecken, Allgegenwärtige, gleich erkenn ich dich. An der Zypresse reinstem, jungem Streben, Allschöngewachs ne, gleich erkenn ich dich; In des Kanales reinem Wellenleben, Alls .....
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Johann wolfgang goethe - selige sehnsucht

Sagt es niemand, nur den Weisen, Weil die Menge gleich verhöhnet: Das Lebendge will ich preisen, Das nach Flammentod sich sehnet. In der Liebesnächte Kühlung, Die dich zeugte, wo du zeugtest, Ãoberfällt dich fremde Fühlung, Wenn die stille Kerze leuchtet. Nicht mehr bleibest du umfangen In der Fin .....
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Johannes robert becher - neckar bei nÃortingen

Die Ufer sind so flach, daß auch die Wiesen Sanft mitzufließen scheinen mit dem Fluß. Ein uferloses grünes Ãoberfließen, Ein Ãoberfluß, drin alles mitziehn muß! Die Apfelbäume blühn. Ein weicher Schimmer Liegt überm Land. Es blüht aus dir heraus. Still. Nur der Fluß, das Blühn . .. Ich wünsch mir .....
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Typologie

Es existiert eine Vielzahl von Versuchen, den mannigfaltigen Komplex der Kinder- und Jugendzeitschrift - die knappen historischen Anführungen sollten dies unterstreichen - zu typologisieren. Aspekte der Operationalisierung hierfür können sein: inhaltliches Angebot, Aufbereitung und formale Gestaltun .....
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Albrecht, johannes

Pseud. für: Johann-Albrecht Keiler Biograhe: *12.8.1 in Breslau. J. Al- brecht lebte während der Kriegsjahre in Hirschberg im Riesengebirge, danach in Ilmenau in Thüringen. Das Studium der Chemie in Berlin schloss er mit Diplom und Promotion zum Dr. rer. nat. ab, Habilitation 1971. Albrecht arbeite .....
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Spreitler, johanna

Biografie: ^25.10.1 in München. J. Spreitler wuchs in München auf. Sie studierte Amerikanistik und Germanistik in Regensburg und ist seit 1977 Gymnasiallehrerin. Seit 1990 kanalisiert sie die schulischen Literaturdefi- zite durch die aktive Produktion, bevorzugt die kurze Form mit erotischen, fant .....
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Johann christoph gottsched - der biedermann, 2. teil

Die Poesie ist eine Kunst, so der Wahrheit und der Tugend viele Dienste tun kann, wenn sie in den Händen eines verständigen und redlichen Bürgers ist und mehr nach den Regeln der Weltweisheit als nach dem verderbten Geschmacke des unverständigen Pöbels eingerichtet wird. Sie preiset die Tugend in Lo .....
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Goethes größter bucherfolg - johann wolfgang goethe: die leiden des jungen werthers

Entstehung Die Handlung des Romans fußt z.T. auf Erlebnissen Goethes in Wetzlar und Ehrenbrcitstein; die Hauptfiguren sind nach historischen Personen beschrieben. Goethe war nach Beendigung seines Jurastudiums in Straßburg 1771 in Frankfurt als Anwalt tätig. Hierzu war, wie sich bald herausstellte .....
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Die 'erlebnisdichtung johann wolfgang goethe: lyrik

Entstehung In den sieben Jahren zwischen der Abreise aus Leipzig am 28. August 1768 und der Ankunft in Weimar am 7. November 1775 hat Goethe nur etwa siebzig Gedichte geschrieben, wenn man 'die beiläufigen Stammbuchverse, Gelegenheitssprüche, Widmungen, die versifizierten Tagebucheintragungen und g .....
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Hölderlin in tübingen - johannes bobrowski

Bäume irdisch, und Licht, darin der Kahn steht, gerufen, die Ruderstange gegen das Ufer, die schöne Neigung, vor dieser Tür 5 ging der Schatten, der ist gefallen auf einen Fluß Neckar, der grün war, Neckar, hinausgegangen um Wiesen und Uferweiden. 10 Turm, daß er bewohnbar sei wie ein Tag, de .....
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Johann peter hebel (i760-i826)

Wie Jean Paul steht auch J. P. Hebel, Deutschlands größter 'Volksdichter", zwischen den Zeiten. Wir finden bei ihm Züge, die zur Aufklärung, zur Romantik, ja sogar bis zum späteren Realismus führen. Am nächsten ist er wohl Matthias Claudius verwandt. Hebel, als Bauernbub aufgewachsen, wurde später .....
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Index » ZWISCHEN KLASSIK UND ROMANTIK

Johannes robert becher (i89i-i958).

Er steigert die Gewalt der Aussage durch Verstümmelung des sprachlichen Ausdrucks wie etwa in seinem Werk 'Ewig im Aufruhr": Vorbereitung Der Dichter meidet strahlende Akkorde. Er stößt durch Tuben, peitscht die Trommel schrill. Er reißt das Volk auf mit gehackten Sätzen . . . Die neue Welt .....
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Index » DAS ZWANZIGSTE JAHRHUNDERT » Der Expressionismus

Johann peter hebel

Johann Peter Hebel , Lehrer und Pfarrer am Oberrhein, zählt zu den großen Volksschriftstellern. Sein christliches Weltbild kleidete er in die heimatliche Erfahrungswelt seiner Landsleute. Hebel hatte als einer der ersten das poetische Potential des Dialekts und des regionalen Kolorits entdeckt. In s .....
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Johann wolfgang goethe (i749-i832): an den mond - im labyrinth der brust

Ein Kurzaufenthalt in Weimar, an einem Herbsttag des Jahres 1978. Da am anderen Morgen die Reise weitergeht, ein Abendrundgang durch den Stadtkern und hinaus in den Park an der Um, vorbei an Goethes Gartenhaus. Es ist längst dunkel geworden, Feuchtigkeit schlägt auf die Haut, leichte Nebelschleier h .....
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Johann wolfgang goethe (i749-i832): trilogie der leidenschaft, dritter teil: aussöhnung

Das Doppelglück der Töne wie der Liebe Mittel- und Hauptteil der Trilogie der Leidenschaf ist die »Elegie«, auch bekannt unter dem Titel Marienbader Elegie. Sie entstand Anfang September 1823 auf der Rückfahrt Goethes von Marienbad nach Weimar. Voraufgegangen war die große Enttäuschung einer Alte .....
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Calvin,  Johann      





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