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Philosophen biographisch

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Bonaventura (d.i. Giovanni di Fidanza)



B. studierte von 1236 bis 1242 in Paris. Mit dem Eintritt in den Franziskanerorden 1243 wurde er ein Schüler des Alexander von Haies. Nach Beginn einer wissenschaftlichen Karriere — mit etwa 35 Jahren in Theologie promoviert. 1257 Magister regens an der Pariser Universität - wurde er 12 s~ zum Generalminister seines Ordens gewählt. Seine Bedeutung reichte über den Orden hinaus. So wurde 1271 Gregor X. auf B.s Anraten hin zum Papst gewählt. 1273 gab B. die Leitung des Ordens ab. da er von Gregor X. zum Kardi-nalbischot von Albano ernannt und mit der Ausarbeitung von Retonn vorschlagen für das

II.

L votier Konzil beauftragt worden war. Noch vor Abschluß des Konzils starb B. Von Sixtus

I

V.

14S2 heiliggesprochen, wurde er 1588 von Sixtus

V.

zum Kirchenvater proklamiert.



      B. gilt neben Thomas von Aquin als der grollte Theologe der Scholastik: mit ihm erreicht die ältere Franziskanerschule ihren Höhepunkt. B. versucht, die geistesgeschichtlichen Spannungen seiner Zeit (Augustmismus. Aristotelismusi in eine Synthese zu bringen. Glaube und Vernunft sind dabei prinzipiell ausgesöhnt, da sie der gleichen Quelle, der christlichen Wahrheit, entspringen. Unter heilsgeschichthchem Aspekt bietet seine Theologie eine Gesamtschau der Welt in hierarchischer Ordnung. Wissenschaft ist nur dann von Nutzen, wenn sie die Vereinigung mit Gott zum Ziel hat. Jedes Wissen, das sich nicht an diesem Ziel orientiert, ist tür B. nur leere Neugier. Alle Wissenschaft hat der Theologie zu dienen und steht unter der Leitung der Schrift. Schon Schrift und Vätertradition gelten B. nicht als gleichwertige Zeugen der einen Gottesoffenbarung: einzige Quelle alles Wissens ist die Schrift. Auch der natürlichen Philosophie kommt nur eine relative Selbständigkeit zu. da sie nach B. nicht frei von Irrtümern sein kann. So muß die aristotelische Philosophie irren, weil sie sich bewußt aut die Erklärung der sinnlichen Welt beschränkt. B. befürchtet bei einer vom Glauben losgelösten Philosophie eine Trennung von ihrem Wahrheitsgrund. Denn nur eine vom Glauben erleuchtete Vernunft kann wahr von der Welt reden. Jede Wahrheit setzt die Existenz einer absoluten Wahrheit voraus, von der sie abhängig ist. Durch die Präsenz in der Seele bezeugt Gott sich selbst. Die menschliche Seele ist der Emptangs-ort der göttlichen Erkenntnis der Wahrheit.
      Nach Bekanntwerden des ganzen Aristoteles, vornehmlich durch eine indirekte Rezeption über die jüdisch-arabische Philosophie, die am Aristotelismus arbeitete.ohne Rücksicht aur christlich-theologische Konsequenzen, kam es zu einer Emanzipation der Philosophie. Dieser Verselbständigung versuchte B. entgegenzuwirken. Entscheidend bei allen Studien ist dasjenige Wissen, das zum Heil fuhrt. Unabdingbare Voraussetzung dazu ist die Zusage der Vergebung der Sünden, ein Wissen, das die Philosophie nicht aufbieten kann. Dem selbstherrlichen Wissen des Menschen erteilt B. eine theologisch begründete Absage: Die von den Philosophen vertretene Auffassung, nach der der Mensch auch ohne Glauben von der unsichtbaren, intelligiblen Welt und damit von Gott weiß, ist nicht akzeptabel, da dem Menschen das Verlangen nach Wahrheit zwar innewohnt, er sie aus eigener Kraft aber nach dem Sündenfall nicht mehr erlangen kann. Der Mensch ist nicht mehr befähigt, das Buch der Welt zu lesen, aus ihm seinen Schöpfer zu erkennen und zu ihm aufzusteigen. Diesem durch die Sünde in Gottferne lebenden Menschen will B. den Aufstieg der Seele zur mystischen Vereinigung mit Gott schildern. Dies ist möglich, da Christus am Kreuz die Satisfaktion für die Sünde des Menschen leistete und so die Schöpfungsordnung wiederherstellte. Zugleich betont B. das Zusammenwirken des menschlichen Willens mit der vorbereitenden Gnade, die den Weg ebnet für den Empfang der eigentlichen Gnade, die den Menschen für Gott annehmbar macht. Für B. gelten jetzt Glaube und Gnade als Bedingung tür die vollkommene Gottes- und Welterkenntnis. Ausgangspunkt alles rationalen Denkens über Glaubenssätze bildet der lebendige, erfahrene Glaube, der so mcht die Annahme bestimmter Sätze, sondern die erfahrungsbedingte Erkenntnis meint. Meditation und theologische Spekulation gehören zusammen. Das erklärt sich auch aus den Traditionen, m denen B. verhaftet ist. Entscheidendes Gewicht kommt dabei Augustinus und Franz von Assisi zu: seine Mvstik ist u.a. von Hugo von St. Victor und Bernhard von Clairvaux beeinflußt. B. hat seinerseits Einfluß auf Heinrich Seuse. die »devotio moderna«. auf lohann Gerson und Franz von Sales geübt. Im Sinn der franziskanischen Tradition stellt B.s Theologie den letzten großen Versuch vor Thomas von Aquin dar, sich in Augustinus von Aristoteles zu distanzieren.

     


Jean paul (d.i. johann paul friedrich richter)

Geb. 21.3.1763 in Wunsiedel; gest. 14.11.1825 in Bayreuth »Ich habe ihn ziemlich gefunden, wie ich ihn erwartete: fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist, voll guten Willens und herzlich geneigt, die Dinge außer sich zu sehen, nur nicht mit dem Organ, womit man sieht« . Den Weimarer Klassike .....
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Mon, franz (d.i. franz löffelholz)

»solange geschrieben wird, konkurrieren zwei tendenzen, das geschriebene darzubieten, die zur leichtesten lesbarkeit mit der, dem lesen widerstand zu bieten«, stimmt M. einmal seinen Leser in das ein, was ihn im folgenden erwartet . M. - promovierter Lektor eines Frankfurter Schulbuchverlags — hat .....
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Lenau, nikolaus (d.i. niembsch, edler von strehlenau)

Als der 30 jährige im Mai 1832 euphorisch in die »Neue Welt« aufbricht, versteht er dies als Flucht vor einer »Tyrannei«, die nicht nur den politischen Freiheitswillen, sondern auch das schöpferische Geistesleben im ersten Aufkeimen erstickt. In Amerika aber findet er in den 14 Monaten seines Aufent .....
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Jean paul (d.i. johann paul friedrich richter)

»Ich habe ihn ziemlich gefunden, •wie ich ihn erwartete: fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist, voll guten Willens und herzlich geneigt, die Dinge außer sich zu sehen, nur nicht mit dem Organ, womit man sieht« . Den Weimaraner Klassikern, auf der Suche nach Bündnispartnern und Gefolgsleut .....
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Verga, giovanni

Giovanni Verga gilt als bedeutendster italienischer Erzähler des 19. Jahrhunderts. Kennzeichnend für seine Werke ist ein gesellschaftskritischer Pessimismus, den er mit seiner Darstellung des bäuerlichen sizilianischen Milieus verknüpfte. Verga stammt aus einer reichen Familie des sizili .....
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Hoddis, jakob van (d.i. hans davidsohn)

Als Zangengeburt in die Welt gesetzt, der kräftigere Zwillingsbruder tot, der Vater kokainabhängig, Arzt und Materialist, die Mutter schöngeistige Idealistin. Ihr, die er zeitlebens um Geld anging, widmete der 15jährige zum 44. Geburtstag ein Heft mit 28 Gedichten, romantisierende und historisierend .....
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Heym, stefan (d.i. helmut flieg)

H.s Leben und Werk ist geprägt von Sozialismus, Judentum und Exil in einer Zeit, in der die Ansichten eines Menschen von keiner Seite als seine Privatsache betrachtet wurden. Schon früh erkannte H. die Schwierigkeiten, die sich aus sozialem Interesse und einem entsprechenden Standpunkt ergaben. Wege .....
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Grün, anastasius (d.i. anton alexander graf von auersperg)

In Johann N. Nestroys Revolutionsposse Freiheit in Krähwinkel prallen der freiheitlich gesinnte Nachtwächter und der reaktionäre Ratsdiener Klaus zusammen. Jener hatte sich erkühnt zu bemerken: »Wir werd n so frei sein«, was als »ruchloser Ausdruck« von dem bornierten Amtsbüttel scharf gerügt wird. .....
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Gotthelf, jeremias (d.i. albert bitzius)

Sein Pseudonym war ihm Programm. Er entlehnte es seinem literarischen Erstling Der Bauernspiegel , der fiktiven Autobiographie des Jeremias Gotthelf. Wie der Prophet, warnte und mahnte der Prediger Bitzius vor den »Schweinsblasen des Zeitgeistes«, vor den »brüllhaften Naturen und neumodischen Spekul .....
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Celan, paul (d.i. paul antschel)

»Vielleicht darf man sagen, daß jedem Gedicht sein >20. Jänner« eingeschrieben bleibt? Vielleicht ist das Neue an den Gedichten, die heute geschrieben werden, gerade dies: daß hier am deutlichsten versucht wird, solcher Daten eingedenk zu bleiben? - Aber schreiben wir uns nicht alle von solchen Date .....
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Angelus silesius (d.i. johannes scheffler)

Datum der Taufe 23. 12. 1624 in Breslau; gest. 9. 7. 167J in Breslau Johannes A.S., so nannte sich Johannes Scheffler, der Sohn eines nach Breslau übergesiedelten polnischen Adeligen und einer Schlesierin, nach seiner Konversion zum Katholizismus am 12. Juni 1653. Der öffentlich vollzogene Konfessi .....
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Guareschi, giovanni

In seinem modernen Schelmenroman Don Camillo und Peppone kritisiert Giovanni Guareschi auf satirisch-heitere Weise Korruption, Konformismus und politischen Extremismus. Die Geschichten um den katholischen Pfarrer Don Camillo und seinen Widerpart, den kommunis- tischen Bürgermeister Peppone, gehören .....
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Boccaccio, giovanni

Boccaccio zählt mit -> Dante Alighieri und Francesco -> Petrarca zum Dreigestirn der italienischen Literatur des 14. Jahrhunderts. Er schuf die ersten bukolischen Dichtungen in italienischer Sprache und erhob die Stanze zur Versform des italienischen Epos. Mit seinem Hauptwerk Das Dekameron begründe .....
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Seghers, anna (d.i. netty reiling)

Geb. 19.11.1900 in Mainz, gest. 1.6.1983 in Berlin S. entstammte einer Familie von Kaufleuten aus dem Rheinhessischen; die Eltern Reiling gehörten zur orthodoxen Israelistischen Religionsgemeinde in Mainz, ihre einzige Tochter erhielt eine traditionelle jüdische Erziehung. An der Universität Hei .....
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Novalis (d.i. georg philipp friedrich von hardenberg)

Geb. 2.5.1772 auf Gut Oberwiederstedt bei Mansfeld; gest. 25.3.1801 in Weißenfels Der schwäbische Spätromantiker Justi-nus Kerner übersendet am 25. Januar 1810 Ludwig Uhland einen Auszug aus dem biographischen Porträt des N., das August Coelestin Just, ehemaliger Vorgesetzter und väterlicher Freund .....
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Remarque, erich maria (d.i. erich paul remark)

»Irgend etwas fehlt mir an seinem gesicht, wahrscheinlich ein monokel« . In Berhn hatte sich R. noch Auge geklemmt, mit Spazierstock, Melone plus ge-kauftem Adelstitel in der Pose des Dandys paradiert, um sich von den kleinbürgerlichen Verhältnissen abzusetzen, aus denen er stammte. Buchbin .....
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Bonaventura  (d.i.  Giovanni  di  Fidanza)    





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