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Paton, Alan - Leben und Biographie



Alan Paton schildert in seinen Romanen das Unrechtsregime der Apartheid in Südafrika und stellt an individuellen Beispielen die aus der Rassentrennung resultierenden Probleme dar. Zudem verfasste Paton Biografien, Autobiogra-fien, politische Sachbücher und Gedichte. Romantitel wie Und deinen Nächsten wie dich selbst oder Denn sie sollen getröstet werden deuten die christlichen Ãœberzeugungen des Autors an.



      Paton studierte Englisch, Mathematik und Physik und arbeitete ab 1925 als Lehrer. 1935-48 leitete er eine Schule für jugendliche Delinquenten in Diepkloof , in der er umstrittene liberale Reformen durchführte, die er auf einer Vortragstour in Europa und Nordamerika vorstellte. Zu dieser Zeit ver-fasste er mit Denn sie sollen getröstet werden seinen ersten Roman. Paton gründete die Liberale Partei Südafrikas, deren Vorsitzender und Präsident er bis zu ihrem Verbot im Jahr 1968 war und die der Apartheid, der rassistischen Regierungspolitik opponierte.Hauptfiguren in »Denn sie sollen getröstet werden« von Alan Paton
Stephen Kumalo: Der Name erinnert an den christlichen Märtyrer; Kumalo muss erkennen, dass sein Traum von der Zusammenführung seiner Familie nicht realisierbar ist. Er gelangt jedoch zu der Ãœberzeugung, dass im Leiden die Möglichkeit liegt, Verständnis für andere Menschen zu gewinnen und dadurch Hilfe zu leisten. Theophil Msimangu: Als ein Sprachrohr Patons verdeutlicht der Priester Theophil Msimangu, dass das Problem Afrikas darin liegt, dass die Weißen im Zuge der Industrialisierung die Traditionen der Schwarzen zerstört haben. Zugleich vertritt Msimangu Patons Meinung, dass auch schwarze Politiker von der Korruption der Macht nicht ausgeschlossen seien. James Jarvis: Bis zum Tod seines Sohns Arthur grenzte James Jarvis sein Leben vom Schicksal anderer ab. Der Tod Arthurs und die dadurch begründete Lektüre von dessen Manuskripten öffnet ihm jedoch die Augen über die sozialpolitischen Ziele seines
Sohns. Jarvis symbolisiert den intelligenten, wohlhabenden Mittelständler, der weiß, dass die Ignoranz der Weißen die Armut der Schwarzen verursacht; er versucht, das Unrecht im Kleinen zu mildern. John Kumalo: Der Unternehmer und gewiefte Politiker weiß sich in seiner Muttersprache Zulu nicht mehr sicher zu verständigen und spricht Englisch. Seine Frau trennte sich von ihm, als ihm Treue zum Fremdwort wurde; seither lebt der öffentlichkeitsgierige Demagoge mit einer anderen Frau zusammen. Absalom: Der eigentlich gutmütige, wortkarge Junge gerät in den Strudel der Kleinkriminalität und erschießt eher aus Angst denn aus Brutalität den Bürgerrechtler Arthur Jarvis. Absaloms biblischer Name erinnert an den Brudermörder aus dem Alten Testament, dessen Schicksal seinen Vater David zu der Einsicht führte, dass Gewalt unterbrochen und nicht durch Rache verlängert werden solle.
      Denn sie sollen getröstet werden
Das Buch lotet die Möglichkeiten einer Freundschaft über Rassenschranken hinweg aus. Alan Paton vertritt darin christliche Werte wie Gewaltfreiheit, auf die er bereits im Buchtitel anspielt: Denn sie sollen getröstet werden lautet ein Halbsatz aus dem Matthäus-Evangelium.
      Inhalt: Der Pfairer Stephen Kumalo reist im Sommer 1946 aus seinem Dorf in Natal nach Johannesburg; dort ist seine lange Zeit vermisste Schwester, die sich als Schnapsbren-nerin und Prostituierte durchschlug, schwer erkrankt. In der Diamanten-Metropole hilft ihm der Priester Msimangu, dessen selbstlose Hilfsbereitschaft ihn beeindruckt. Kumalo begegnet auch seinem Bruder John und seinem Sohn Absalom wieder, die beide ebenfalls lange nichts mehr von sich hatten hören lassen. John entpuppt sich als stimmgewaltiger Politiker. Absalom, der gerade aus einer Erziehungsanstalt entlassen wurde, weil seine Freundin ein Baby erwartet, hat zusammen mit Johns Sohn Matthew bei einem Einbruch einen liberalen Weißen erschossen; bei diesem handelt es sich um Arthur Jarvis, den Sohn von Kumalos Nachbarn in Natal. Absalom wird wegen Mordes vor Gericht gestellt und gehängt. Sein Vater Kumalo kehrt in sein Dorf zurück. Dort taucht wenig später ein Junge auf, um die Sprache der Zulu zu lernen - es ist der Enkel von Arthurs Vater James Jarvis. Als dieser von seinem Enkel erfährt, unter welchen Umständen die Schwarzen im Dorf leben, lässt er dort einen Damm bauen und schickt einen Landwirtschaftslehrer.
      Aufbau: Der Roman ist über weite Strecken an ein fiktives »Du« gerichtet; ansonsten fließt der dialogreiche Text getragen, rhythmisch, hymnisch und emphatisch dahin. Die Handlung fußt auf der Gegenüberstellung von Stadt und Land: Hier die Stadt als Hort der Verwahrlosung - geprägt durch Kriminalität, Slums, Alkoholismus, Prostitution und der Ausbeutung entfremdeter Arbeiter -, dort das Land als verklärtes Sinnbild der Unversehrtheit von Familie und Glaube. Die Entwicklung der Charaktere des schwarzen Priesters Stephen Kumalo und des weißen Farmers James Jarvis verläuft spiegelbildlich: Beide werden durch den Tod ihrer Söhne aus ihrer Lebenswelt gerissen, in Beziehung zueinander gesetzt und bewegen sich aufeinander zu. Die politischen Positionen der Schwarzen legt Paton in den Briefen Absaloms und den Reden Johns dar und stellt sie den
Auffassungen der Weißen gegenüber, diePaton in dem Urteilsspruch des Richters über Absalom zum Ausdruck bringt; seine eigenen liberalen Vorstellungen drückt Paton durch die Manuskripten Arthurs aus, die James Jarvis nach dem Tod seines Sohns liest.
      Wirkung: Die leidenschaftlich geschriebene Geschichte über die diskriminierende Ungerechtigkeit der Rassentrennung lenkte international den Blick auf die Apartheid in Südafrika und galt wegen der deutlichen Kritik an diesem Missstand als revolutionär. Besonders in den USA gewann der Roman mit seinen biblischen Bezügen eine breite Leserschaft; in Südafrika wurde er das nach der -> Bibel meistverkaufte Buch. Ebenso wie der Autor wurde auch das Buch von vielerlei Seiten angefeindet: Anti-Apartheid-Kämpfer kritisierten eine sentimentale Darstellung der Schwarzen und verurteilten die dankbare Ergebenheit des Pfarrers Stephen Kumalo gegenüber dem weißen EarmeT James Jarvis als unfreie Hörigkeit. Umstritten waren auch zweifelhafte Ãœbersetzungen aus der Zulu-Sprache.
     


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