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Murger, Henri - Leben und Biographie



Das Hauptverdienst des Schriftstellers Flenri Murger besteht in der detaillierten Darstellung der zeitgenössischen Pariser Künstlerwelt. Seine Geschichten und Beschreibungen prägten das bürgerliche Geschmacksideal um die Mitte des 19. Jahrhunderts und wurden zum Ausgangspunkt der so genannten Boheme-Literatur.
      Murger war Sohn eines Pariser Concierges. Er studierte Malerei und arbeitete zunächst als Sekretär des russischen Botschafters in Paris. Später lebte er von seinen journalistischen und literarischen Arbeiten. Murger wohnte gemeinsam mit Freunden in einer kleinen Mansardenwohnung und schrieb in erster Linie für verschiedene



Zeitschriften, darunter für die damals beliebte Revue des deuxmondes. Zu einem Zeitpunkt, als sich seine finanzielle Situation gerade zu bessern begann, starb Murger im Alter von 39 Jahren.
      Vor allem die Lyrik sowie die Erzählungen von Murger sind heute weitgehend vergessen. Zu seinen Werken zählen die 1851 erschienene Novelle Szenen aus dem Leben der Jugend, Die Wassertrinker und der Roman eines Ka-puziners{]868).
      »La Boheme« von Giaccomo Puccini
Entstehung: Giaccomo Puccini hatte bereits während seiner Arbeit an Manon Les-cauf nach einem neuen geeigneten Stoff Ausschau gehalten und fand ihn in Murgers Boheme. Ob sein Verleger Giulio Ricordi ihn dazu angehalten hatte, da sich bereits Ruggiero Leoncavallo dieses Themas angenommen hatte, ist nicht ganz klar. Fest dagegen steht, dass die gleichzeitige Auseinandersetzung mit derTextvorlage von Murger die Freundschaft Puccinis mit seinem Komponistenkollegen jäh beendete. Das Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi lllica entstand bis zum Frühjahr 1895; im Herbst desselben Jahres schloss Puccini bereits die Partitur ab. Am 1. Februar 1896 dirigierte Arturo Toscanini eine vom Turiner Publikum wohlwollend aufgenommene Premiere. Den endgültigen Durchbruch erlebte die Oper erst im April bei einer Aufführung in Palermo.
      Textdichtung: Puccinis Textdichter waren ein sich ergänzendes Team, lllica war der bedeutendere Theaterpraktiker, Giacosa der sprachlich Sensiblere. Beide betonen in ihrem Vorwort, dass sie die Charakterisierung der Personen und das lokale Milieu treu beibehalten hätten. Aus Gründen der Opernpragmatik verschmolzen Mimi und Francine zu einer Figur. Musik: Partitur und Inhalt des Werks korrespondieren miteinander, indem sie auffallend dialektische Züge aufweisen: Strenge und Freiheit, Wärme und Kälte, geschlossene und offene Systeme stehen in Kontrast zueinander. Die Musik lebt von impressioni-stisch-veristischer Detailkunst: Die vier Bilder zeichnen sich durch eine zunehmende Verlangsamung gegen Ende hin aus. Mimi wird musikalisch durch Zartheit charakterisiert, die ihren negativen Höhepunkt am Schluss erfährt.

      Die Boheme
Der Roman Die Boheme schildert in romantisierender Verklärung das Leben einiger Pariser Künstlerexistenzen im 19. Jahrhundert, die am Rand der bürgerlichen Gesellschaft leben. Entstehung: Mit Theodore Barriere erarbeitete Murger 1849 eine Bühnenfassung seiner bis dahin erst als Einzeldrucke in Le Corsaire-Satan erschienenen Sammlungen, dem er den Titel Vie de Boheme gab und das noch im November desselben Jahres im Theätre des Varietes uraufgeführt wurde. Der 1851 erschienene Roman vereinigte alle Szenen erstmals in einem Buch.
      Inhalt: Die Hauptfiguren des Romans sind der Dichter Rudolphe, seine Freundin Mimi Pinson, der Maler Marcel und dessen Freundin Musette, der Musiker Alexandre Schaunard sowie der Philosoph Gustave Colline. Sie alle führen ein wildes Leben abseits der bürgerlichen Gesellschaft, lehnen sich gegen eine von der Dominanz des Geldes geprägte Existenz auf und widmen sich allein ihrer Kunst. Im Mittelpunkt des Geschehens steht ihr permanentes Ringen ums tägliche Ãoberleben. Sie werden geplagt von Schulden, vom Kampf gegen Kälte und Hunger. Jahrelang halten sie sich vorwiegend in Künstlercafes auf, schließen kurze Bekanntschaften, die manchmal nur für eine Nacht andauern.
      Erst gegen Ende des Romans entwickelt sich eine zusammenhängende Geschichte. Rodolphe findet, nach mehreren Trennungen, seine Geliebte Mimi wieder. Ihre Schwindsucht nimmt immer ernstere Züge an, bis sie schließlich im Armenhospital stirbt. Colline ist inzwischen zu einem Bürgerlichen geworden und veranstaltet Soireen. Musette heiratet einen Postmeister, während die übrigen nach wie vor die Freiheiten ihrer Boheme-Zeit idealisieren: »Es ist aus mit uns, mein Alter, wir sind tot und begraben. Die Jugend kehrt nicht wieder. Wo dinierst Du heute?«
Struktur: Da der Roman aus einer Anekdotensammlung entstanden ist, dominiert auch hier das Episodenhafte. Einzig verbindenes Element sind die Protagonisten. Dass am Ende einige von ihnen den Weg zu einer gesicherteren Existenz finden, beruht auf den Bedürfnissen eines Publikums, dessen Zeitgeschmack Murger befriedigen wollte. Die zunächst heterogen wirkende Mischung aus bitteren und teilweise sentimentalen Schilderungen gibt ein realistisches Bild von der Boheme als Lebensform. Wirkung: Die Boheme nannte sich die erste Verfilmung des Stoffs, die 1916 in den USA gedreht wurde. Dort folgten 1925/26 und 1934 zwei weitere Film-Versionen. Neben einer deutschen Passung kommen zwei weitere Verfilmungen aus Italien [Boheme von 1943, und Addio.Mimivcm 1947).
      Am nachhaltigsten hat Murgers Roman die Opernbühne beeinflusst. Neben Giacomo Puc-cini war es Ruggiero Leoncavallo , der eine seiner Opernbearbeitungen mit La Boheme betitelte. Sie wurde nur ein Jahr nach Puccinis Oper uraufgeführt; das Libretto stammtevon ihm selbst. Beide Kompositionen beweisen eindrucksvoll, dass die Milieuschilderung von Murger bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ihre Wirkung innerhalb der aufkommenden Fin-de-Siecle-Stimmung entfalten konnte.


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