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Maupassant Guy de - Leben und Biographie



Der vor allem als Autor von Erzählungen und Novellen erfolgreiche Guy de Maupassant lieferte mit seinem zweiten, wohl bekanntesten Roman Bel-Amidas literarische Porträt des Paris der beginnenden Belle Epoque.
      Als Sohn einer Familie aus normannischem Landadel behütet aufgewachsen, etablierte Maupassant sich nach einem abgebrochenen Jurastudium und dem Kriegsdienst im Deutsch-Französischen Krieg 1871 in Paris. Bis 1878 verdiente er seinen Lebensunterhalt als kleiner Beamter zunächst im Marine-, danach im Unterrichtsministerium. Durch seinen freundschaftlichen Kontakt zu Gustave -> Flaubert erhielt er Zugang zur literarischen Avantgarde der 1870er und 1880er. Nach ersten literarischen Versuchen, die als Fortsetzungsgeschichten in der Pariser Tagespresse veröffentlicht wurden, ermöglichte ihm erst 1880 der



Erfolg seiner Novelle Fettklößchen, mit dem Ertrag seiner Feder ein großbürgerliches Leben zu finanzieren. Bis zu seinem Tod entstanden etwa 300 Erzählungen und Romane, in denen Maupassant der französischen Gesellschaft seiner Zeit mit stilistischer Meisterschaft den kritisch-ironischen Spiegel vorhält.
      Maupassant erkrankte 1891 unheilbar an den Spätfolgen schwacher Konstitution, exzessiven Rauschmittelkonsums sowie einer Syphilis. Er wurde in die Psychiatrie eingewiesen und starb zwei Jahre später in geistiger Umnachtung.
      Bel-Ami
In Bel-Ami zeichnet Guy de Maupassant mit dem unaufhaltsamen Aufstieg des normannischen Ex-Offiziers Georges Duroy zum Pariser Starjournalisten das ironisch-kritische Porträt der gehobenen Pariser Gesellschaft seiner Zeit. Inhalt: Georges Duroy, der in Tunesien seine Militärzeit abgeleistet hat, flaniert durch Paris, wo er völlig mittellos in einem schäbigen Zimmer wohnt und in den Cafes der Grands Boulevards und des Montmartre verkehrt. Sein einziger Reichtum ist seine blendende äußere Erscheinung und seine Bekanntschaft mit Fo-restier, einem arrivierten Pariser Journalisten. Durch Forestier und seine Frau Madeleine findet er eine Anstellung bei der Zeitung und damit Zugang zu der von Intrigen, Sex, Korruption und der Jagd nach Auflagensteigerung geprägten Welt des Journalismus. Schnell lernt er die Spielregeln zu seinem Vorteil zu nutzen; ein erfolgreich durchgestandenes Duell wegen eines Artikels zur Tunesien-Frage sichert ihm die Position eines Starreporters der Zeitung La Vie franqaise des jüdischen Pressezaren Walther.
      In Clotilde de Marelle, einer Freundin von Madeleine Forestier, findet Duroy eine hinge-bungs- und anspruchsvolle Geliebte; deren Tochter bringt den Spitznamen »Bel-Ami« auf, unter dem er bald allgemein bekannt wird.
      Nach dem Tod seines Freundes Forestier heiratet Duroy dessen Witwe und beginnt sich auf ihren Rat hin Du Roy de Cantel zu nennen. Er nutzt Madeleines Talent und Beziehungen für seinen weiteren Aufstieg. Eine reiche Erbschaft seiner Frau sichert ihm zunehmende finanzielle Unabhängigkeit. Eine kurze, aber heftige Affäre mit Madame Walther, deren er jedoch bald überdrüssig wird, befördert seine Stellung im Verlagshaus Walther. Die Aufdeckung der erotischen Beziehungen seiner Frau zu einem Minister benutzt er dazu, das Kabinett durch eine Pressekampagne zu stürzen und sich scheidenzu lassen. So wird er frei für eine der Töchter seiner Ex-Geliebten Madame Walther - freilich beabsichtigt er nicht, von seiner Mätresse Clo-tilde de Marelle zu lassen.
      Der Roman endet im Moment des Triumphs von Bel-Ami: Während er - seine frisch angetraute Gattin am Arm - die Menge der illustren Geladenen vor der Madeleine-Kirche durchschreitet, nimmt er das Palais Bourbon, Sitz der Nationalversammlung, fest in den Blick, während er sich in Gedanken der wollüstigen Erwartung seiner Geliebten hingibt. Wirkung: Der Roman konnte nach seinem Erscheinen einen enormen Erfolg verzeichnen -bis 1887 erschienen 51 Auflagen. Die andauernde Wirkung liegt zum einen begründet in der stilistischen Meisterschaft des Autors, zum anderen in den bis heute als aktuell und brisant erfahrenen Themen.
     


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