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Lindgren, Astrid - Leben und Biographie



Astrid Lindgren ist die meistgelesene skandinavische und weltweit erfolgreichste Autorin von Kinderbüchern. In ihren Büchern stellt sie die Fantasie und Natur des Kindes dar. Dabei schildert sie eine in sich abgeschlossene Welt, in der junge Menschen ohne Bevormundung durch Erwachsene leben können.
      Astrid Ericsson verlebte ihre Jugend auf einem Pfarrhof. Nach dem Abschluss der Mittelschule 1923 ging sie ins nahe Vimmerby, um dort bei eineT Lokalzeitung zu arbeiten und verfasste kleinere Beiträge. In Erwartung eines unehelichen Kindes zog Astrid Ericsson nach Stockholm, wo sie eine Ausbildung als Sekretärin begann und auf diese Weise ihren Lebensunterhalt bestritt. 1931 heiratete sie Sture Lindgren, ihTen Vorgesetzten, drei Jahre später wurde Tochter Karin geboren. 1944 schrieb Lindgren Pippi Langstrumpf und bot es einem Verlag an, der jedoch ablehnte.



      Erst als Lindgren ein weiteres Buch in einem Wettbewerb einreichte, fand sie einen Verlag, und Pippi Langstumpf wurde zu einem international erfolgreichen Kinderbuch, dem viele weitere folgten, u.a. Michel{1963-70), die Geschichten eines unverbesserlichen Lausbuben, oder die ßt///eröö-Erzählungen . Für ihr Werk erhielt sie eine Vielzahl von Preisen und Anerkennungen, so 1958 die Hans-Christian-Andersen-Medaille, 1978 den Friedenspreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und 1994 den Right Livelyhood Award, den alternativen Nobelpreis. Lindgren setzte sich nachhaltig für gesellschaftliche Gerechtigkeit und den Tierschutz ein. Ihr klarer Stil und die Anschaulichkeit, die Bewahrung individueller Persönlichkeit und die Fantasie als Eigenschaft im Menschen sind die Gründe ihrer großen Popularität.

      Pippi Langstrumpf
Die Geschichten stellen die Abenteuer um das rothaarige Mädchen Pippi Langstrumpf dar und realisieren auf fantasievolle Art die kindliche Verweigerung der Erwachsenenwelt.
      Entstehung: Im Herbst 1941 wurde Karin, die siebenjährige Tochter von Lindgren, krank und bat ihre Mutter, Geschichten von Pippi Langstrumpf zu erzählen. Den Namen hatte sie erfunden. Lindgren erfand abenteuerliche Geschichten und schrieb sie später auf. Inhalt: Thomas und Annika, zwei wohlerzogene Kinder, lernen Pippi Langstrumpf kennen, die mit einem Affen, einem Pferd und einem Koffer voller Gold in die benachbarte Villa Kunterbunt gezogen ist. Sie ist die Tochler des Kapitän Langstrumpf, mit dem sie zur See gefahren ist, bis dieser von einem Sturm ins Meer geweht worden war. Pippi ist sich sicher, dass er inzwischen ein Inselkönig geworden ist, während ihre Mutter bereits tot ist.
      Thomas und Annika freunden sich mit Pippi an und erleben zahlreiche Abenteuer mit dem Mädchen, das nicht gern in die Schule geht, aber stärker als jeder Polizist ist. Im Gegensatz zu Thomas und Annika hat Pippi vor nichts Angst, ist unangepasst und tut stets, was sie will. Dass sie ein guter Mensch ist, beweist sie den Erwachsenen, indem sie zwei eingeschlossene Kinder aus einem brennenden t laus rettet. Pippi geht an Bord, der zweite Band, setzt die Abenteuer in der kleinen Stadt fort, bis Pippis Vater, der König von Taka-Tuka-Land, kommt, um seine Tochter abzuholen. Sie entschließt sich jedoch, in der Villa Kunterbunt und bei Thomas und Annika zu bleiben.
      Im dritten Band machen Pippi, Thomas und Annika eine Reise nach Taka-Tuka-Land, dem kleinen Inselkönigreich ihres Vaters, Kapitän Langstrumpf, das sie, gemeinsam mit den Kindern der Insel, gegen die beiden Banditen Jim und Bück verteidigen. Zurückgekehrt in die
Villa Kunterbunt, fasst Pippi den Entschluss, niemals groß zu werden. Struktur: Die Abenteuer der Kinder werden in einer zwanglosen Art und Weise erzählt, ohne wertende Kommentare der Erzählerin. Mit Pippi Langstrumpf entstand erstmalig eine nicht autoritäre Kinderliteratur, die in vielerlei Hinsicht neu war. Kinder wurden nicht nach dem Bild der Erwachsenen geprägt oder gelenkt, es sollen keine sittlichen Werte Erwachsener vermittelt werden. Lindgren lässt Kinder sie selbst sein, mit ihren zweckfreien Spielen, ihren Fantasien und ihren Auseinandersetzungen mit Erwachsenen. Einen großen Einfluss haben dabei die Kinderbücher von Erich -»Kästner ausgeübt. Wirkung: Die drei Pippi-Langstrumpf-Bücher gaben Anlass zu heftigen Diskussionen. Kritiker disqualifizierten das Werk als schlechtes Vorbild, vielfach wurde es als Angriff auf die Gesellschaft bezeichnet. Das Buch wurde dennoch ein großer Erfolg, zunächst in Schweden, bald darauf weltweit, auch wenn es immer wieder kritische Stimmen zur unkultivierten, frechen Heldin des Buchs gab, die zu einer Symbolrigur des aufgeweckten, fantasievollen Kindes wurde. Bei seinem Erscheinen in Deutschland fiel Pippi Langstrumpf 1949 auf den fruchtbaren Boden der INachkriegsgesellschaft, die auf der Suche nach neuen Werten und Idealen war. Doch auch hier war Pippi Langstrumpf ein lange Zeit umstrittenes Buch.
      Zwischen 1968 und 1970 entstanden vier Filme. Lindgren schrieb die Drehbücher, die sich teilweise von der Buchvorlage unterscheiden. Inger Nilsson verkörpert eine Pippi Langstrumpf, die das Erscheinungsbild des starken Mädchens seither bestimmend prägt.


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Lindgren,  Astrid    





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