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Lermontow, Michail - Leben und Biographie



Michail Lermontow gehört zusammen mit Alexander-»Puschkin zu den bedeutendsten russischen Dichtern der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sein Roman Ein Held unserer Zeit eröffnete der russischen Prosa neue Wege zum psychologischen Realismus.
      Nach dem Tod der Mutter kam Lermontow zu seiner Großmutter, einer Landadligen, die für seine Hauserziehung sorgte. Das 1830 in Moskau begonnene Studium wollte er an der Petersburger Universität fortsetzen. Als ihm dort die ersten Studienjahre nicht anerkannt wurden, schlug Lermontow die militärische Laufbahn ein. Nach der Absolvierung der Fähnrichsschule 1834 diente er im Leibgarde-Husarenregiment und nahm am literarischen Leben der Hauptstadt teil. Wegen einesaufrüh-rerischen Gedichts, das er 1837 anlässlich des Todes von Puschkin verfasste, wurde Lermontow für ein Jahr in den Kaukasus verbannt. Wegen eines Duells wurde er 1840 erneut in den Kaukasus strafversetzt, wo er 1841 in einem Duell, erschossen wurde.



      Ein Held unserer Zeit
Der Roman ist ein Porträt des widerspruchsvollen, teils faszinierenden, teils abstoßenden Helden unserer Zeit. Wie zuvor schon Alexander -> Puschkin mit dem Titelhelden des Eugen Onegin formt Lermontow mit seiner Romanfigur Grigori Petschorin den Typus des »überflüssigen Menschen« - einer potenziell herausragenden Persönlichkeit, die angesichts der dumpfen gesellschaftlichen Atmosphäre ihre Fähigkeiten brachliegen lässt, um sich aus einer tief skeptischen Geisteshaltung heraus der Langeweile und der Tatenlosigkeit hinzugeben.
      Inhalt: Im Mittelpunkt einer Serie von fünf lose verknüpften Novellen steht der junge Offizier Grigori Petschorin. In der ersten Novelle entführt der verliebte Held die Tochter eines Tscherkessen-Fürsten und gewinnt mit der Zeit ihre Zuneigung. Die ihn bald anödende und von ihm vernachlässigte Bela fällt in die Hände eines Banditen und kommt ums Leben. In Tamon stört Petschorin zufällig die Geschäfte einer Gruppe von Schmugglern und bezahlt dies fast mit seinem Leben.
      Den größten Teil des Romans nimmt die Geschichte von Prinzessin Meri ein: In einem kaukasischen Kurort machen Petschorin und sein Freund, der Junker, einer jungen Prinzessin den Hof. Während Petschorin nur mit den Gefühlen der Prinzessin spielt, verliebt sie sich lei-denschafllich in ihn und weist den Junker ab. Der Ausgestochene sinnt auf Rache und provoziert Petschorin; es kommt zum Duell, in dessen Verlauf der Junker von Petschorin getötet wird. In Der Fatalist schießt sich ein serbischer Offizier wegen einer Wette mit Petschorin mit einer Pistole in den Kopf, um zu zeigen, dass es ein vorherbestimmtes Schicksal gibt und dass seine Zeit noch nicht gekommenist; keine Stunde später wird der Offizier durch Zufall von einem betrunkenen Soldaten niedergesäbelt.
      Aufbau: Der in seinem Aufbau komplexe und nichtchronologisch erzählte Roman erlaubt dem Autor, seinen Helden in unterschiedlichen Perspektiven - der eines Freundes, eines Außenstehenden sowie aus innerer Sicht - vorzustellen.
      In der ersten Novelle ße/o berichtet der frühere Vorgesetzte und Freund Petschorins, Stabskapitän Maxim Maxsimytsch, dem Ich-Erzähler von Ereignissen, die fünf Jahre zurückliegen. Tags darauf begegnen der Kapitän und der Ich-Erzähler Petschorin auf seinem Weg nach Persien, dem Ich-Erzähler fällt dabei Petschorins Tagebuch in die Hände. Es folgt die Publikation des Tagebuchs in drei Novellen, wobei die zweite von ihnen zeitlich den Ereignissen der Novelle Bela vorangeht. In einem Vorwort zum Tagebuch teilt der Verfasser mit, dass Petschorin auf dem Rückweg aus Persien ums Leben gekommen ist.
      Die Komplexität der Komposition wird durch die Verschiedenartigkeit der für die einzelnen Novellen verwendeten Genres unterstrichen -von der romantischen Erzählung und der Reiseskizze über die Schauergeschichte und den mondänen Roman in Tagebuchform mit nicht fiktiven Elementen bis hin zu fantastischer Prosa . Miteinander verknüpft sind die Teile nicht nur in der Figur Petschorins, sondern auch durch die wiederkehrenden Motive der Liebe, der Männerfreundschaft und des gewaltsamen Todes. Wirkung: Lermontow hat mit der Hauptfigur einen neuartigen, seither häufig nachgeahmten Heldentypus geprägt. Seine verfeinerte Technik der psychologischen Analyse hat die Entwicklung der russischen Prosa der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts maßgeblich beein-flusst.
     


Bakunin, michail alexandrowitsch

»Laßt uns also dem ewigen Geiste vertrauen, der nur deshalb zerstört und vernichtet, weil er der unergründliche und ewig schaffende Quell alles Lebens ist. - Die Lust der Zerstörung ist zugleich eine schattende Lust.» Mit diesen Worten endet der Aufsatz über Die Reaktion in Deutschland, den B. unter .....
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Lermontow,  Michail    





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