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Le Bon, Gustave - Leben und Biographie



Gustave Le Bon erlangte seine größte Bekanntheit als Mitbegründer der sozialen Psychologie durch seine bahnbrechende Beschäftigung mit einigen der wichtigsten gesellschaftlichen
Phänomene des 20. Jahrhunderts: dem Rassismus und dem Massenverhalten.
      Le Bon studierte Medizin, promovierte in diesem Fach und führte im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 ein Lazarett. Danach beschäftigte er sich verstärkt mit Völkerkunde, Archäologie, Anthropologie sowie Soziologie und publizierte mehrere Bücher.



      Während Le Bon in seinem 1894 erschienenen Werk Die psychologischen Gesetze der Evolution derVölkereme auf der Rassentheorie basierende psychologische Hierarchie deT Völker entwarf, lehnte er in seiner nur ein Jahr später erschienenen Psychologie der Massen die zunehmende Demokratisierung der Gesellschaft als Bedrohung für die Zivilisation entschieden ab. Er vertrat vielmehr die Idee einer intellektuellen Elite als Motor des Fortschritts.
      Le Bon verfasste weitere bedeutende Arbeitern zur sozialen Psychologie; dazu gehören u.a. Die Psychologie des Sozialismus und das 1912 erschienene Die Psychologie der Revolutionen.

      Die Psychologie der Massen
In seiner Psychologie der Massen stellt Gustave Le Bon die Grundbegriffe des Massenverhaltens dar und gilt somit als Begründer deT Massenpsychologie.
      Entstehung: Unter dem Eindruck eines grundlegenden Wertewandels der westlichen Gesellschaft sowie der wachsenden politischen Macht der Masse, der »jüngsten Herrscherin der Gegenwart«, entschloss sich Le Bon zu einer Untersuchung dieses Phänomens. Er verstand sein Werk als die erste systematische Auseinandersetzung mit der Masse als psychologisch erfassbarem Gegenstand. Inhalt: Die radikale Grundthese von Le Bon lautet, dass die Masse eine Abart der rationalen menschlichen Existenz sei. So seien die negativen Erscheinungen des Massenverhaltens neben strukturellen vor allem psychologischen Elementen zuzuschreiben.
      Als mitentscheidender Faktor für Massenverhalten spielt für Le Bon immer auch seine Rassentheorie eine bedeutende Rolle, in denen er darwinistische Bestandteile mit seinen Vorstellungen von »Nationalcharakter« kombiniert. So meint er feststellen zu können, dass z.B. bei den »lateinischen Massen« in besonderem Maße Intoleranz vorherrsche. Schwieriger einzuordnen sind Le Bons gelegentliche Hinweise auf die positive Wirkung der Masse. Teils
äußert der Autor ausdrückliches Lob , teils sieht er in der Masse eine nützliche Funktion . Le Bons Argumentation bleibt insgesamt dem zyklischen Geschichtsverständnis verhaftet. Davon zeugt seine Vorstellung von der notwendigen Ablösung der Demokratie durch die Tyrannei. Aufbau: Im Aufmarsch der Massen sieht Le Bon eine allgemeinmenschliche Erscheinung und nimmt im ersten Buch seines dreiteiligen Werks eine Darstellung charakteristischer Merkmale der Massenseele vor. Als Erklärung für das Massenverhalten stellt der französische Soziologe zunächst das »psychologische Gesetz der seelischen Einheit« auf, indem er erklärt: »In der Kollektivseele verwischen sich die intellektuellen Fähigkeiten und damit die Individualität der Individuen«. Da also die Intelligenz der Einzelnen nivelliert werde, ist es »die Dummheit, nicht der Geist, was sich in den Massen akkumuliert«. Aus diesem Grund würden sich Einzelne bisweilen in der Masse benehmen, wie sie es als Individuen nie täten.
      Im Anschluss ersucht Le Bon »Gefühl und Moral der Massen«, ihre Impulsivität und Intoleranz, ihren Autoritarismus und Konservativismus zu erklären - Eigenschaften, welche die Masse zum geeigneten Spielball von Demagogen machen. Nach Le Bon besitzt die Masse eine eigene Sittlichkeit, die dazu führe, dass die Interessen Einzelner den Interessen der Gemeinschaft untergeordnet werden, was das oft heroische Verhalten der Masse erkläre.
      Im zweiten Buch geht Le Bon auf die spezifischen EinflussfaktOTen, auf die Anschauungen der Masse sowie auf die Eigenschaften der »Führer der Massen« ein. Die aufgezeigten Methoden der Kontrolle und die Rolle des Prestige wirken angesichts der totalitären Geschichte des 20. Jahrhunderts geradezu prophetisch. Im dritten Buch unternimmt Le Bon schließlich eine Klassifizierung und Beschreibung der verschiedenen Formen der Massen. Wirkung: Die Psychologie der Massen war lange Zeit das Standardwerk zum Massenverhalten. So bezog sich später Sigmund ^ Freud in seiner Arbeit Massenpsychologie und Ich-Analyse explizit auf Le Bon. Ernüchternd ist allerdings die Annahme, dass sich Adolf Hitler die von Le Bon aufgeführten pragmatischen Methoden der Massenzähmung zu Eigen gemacht hat. Das Werk bietet jedoch eine nach wie vor faszinierende soziologische Studie sowohl der »Masse« wie auch der Gedankenwelt ihres Kritikers.


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