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Langgässer, Elisabeth - Leben und Biographie



Im Zentrum der Werke von Elisabeth Lang-gässeT steht der um Erlösung ringende Mensch, der - verstrickt im Kampf von Gut gegen Böse -Heil und Gnade durch ein erneuertes christlich-katholisches Weltbild findet. Vom ekstatisch-mystischen Erühwerk [Der Wendekreis des Lammes, 1924) bis zum surreal-magischen Spätwerk [Märkische Argonautenfahrt, 1950) stehen ihre formsprengenden, symbolreichen Dichtungen im Bann einer undogmatischen, naturverbundenen Religiosität, welche die Wandlung der Welt zum Guten erhofft.



      Langgässer, väterlicherseits jüdischer Herkunft, unterrichtete nach dem Studium an verschiedenen Schulen. Im Kreis um die Zeitschrift Die Kolonne betätigte sie sich als freie Schriftstellerin und Hörspielautorin. 1931 wurde Langgässer mit dem Literaturpreis des Deutschen Staatsbürgerinnen-Verbandes ausgezeichnet.
      1936 - kurz nach der Heirat mit dem Philosophen Wilhelm Hoffmann - wurde das für so genannte Halbjuden herrschende Publikationsverbot über sie verhängt. Schwer krank wurde Langgässer 1944 als Zwangsarbeiterin verpflichtet; im gleichen Jahr war ihre Tochter nach Theresienstadt deportiert worden. Seit 1948 mit der Familie wieder im heimatlichen Hessen ansässig, avancierte Langgässer in ihren letzten Lebensjahren zu einer gefragten und aufgrund ihrer theologischen Position umstrittenen Autorin Deutschlands. Postum wurde ihr 1950 der Georg-Büchner-Preis verliehen.

      Das unauslöschliche Siegel
Vor dem Hintergrund des nationalsozialistischen Terrorregimes und der Schrecken des Zweiten Weltkriegs veranschaulicht das bildgewaltige Epos von Elisabeth Langgässer den heilsgeschichtlichen Sieg des Guten über das Böse und die Hoffnung auf ein neues Weltalter des Friedens im Zeichen göttlicher Gnade. Inhalt: Der Roman schildert den Schicksalsweg des zwischen Heil und Sünde hin und her gerissenen Lazarus Beifontaine. Als Jude, der anlässlich seiner Heirat das »unauslöschliche Siegel« derTaufe empfangen hatte, fällt er sieben Jahre nach der Konversion vom katholischen Glauben ab. Als Beifontaine die Göttlichkeit Christi leugnet, fällt er dem Satan anheim.
      In Frankreich, wohin ihn der Teufel führt, wandelt sich Beifontaine nach seiner Inhaftierung als vermeintlicher deutscher Spion - der Roman spielt im Ersten Weltkrieg - in einen beliebten, gottesfürchtigen Menschen. Die Wandlung des Protagonisten ist indes nur Schein; tatsächlich frönt Beifontaine einem lasterhaften Lebenswandel, dem jedoch schlagartig ein Ende gesetzt wird, als Suzette, seine Gefährtin, Opfer eines Mordes wird: Die Maturmächte brechen über den Helden ein, Gott siegt über Satan. Beifontaine besinnt sich reumütig auf die Unauslöschlichkeit der Taufe, liefert sich rückhaltlos der Gnade Gottes aus und wird erlöst. Er kehrt als heiliger Bettler in die Heimat zurück, wo sich sein weiterer Lebensweg verliert.
      Aufbau: Das unauslöschliche Siegel, aufgeteilt in drei Bücher und einen Epilog, steht - wie die übrigen Werke von Langgässer - der »Renou-veau catholique« nahe, weicht jedoch im Aufbau von den Vorbildern Georges -> Bernanos oder Paul Claudel ab. Im Gegensatz zu den stilbildenden Bekehrungsdichtungen dieser Strömung ist das Schicksal des sündigen und wiedererhobenen Protagonisten nur der vordergründige Anlass, um in metaphern-und anspielungsreicher Sprache den heilsgeschichtlichen Kampf zwischen Gott und Teufel um Gut und Böse zu gestalten. Um diese kos-misch-eschatologische Richtung ihres Romans zu unterstreichen, setzt sich die Autorin wiederholt über die Einheit von Ort, Zeit und Raum hinweg. Ebenso tritt in dem gleichsam ge-schichtslosen »Welttheater« die psychologische Durchdringung bzw. individuelle Charakterisierung der Figuren in den Hintergrund. In der dualistischen Auseinandersetzung zwischen göttlicher und satanischer Macht werden die Romanfiguren zu bloßen Objekten der bis zum Mord gesteigerten Spirale des Bösen reduziert.
      Wirkung: Der heute fast vergessene Roman löste nach seinem Erscheinen heftige Reaktionen aus: Während kirchennahe Kritiker den religiösen Nonkonformismus der Autorin sowie ihre exzessive, überwältigende Darstellung der Sünde als Blasphemie betrachteten, irritierte dem Religiösen eher fern stehende Leser die universale Heils- und Erlösungsgewissheit der Verfasserin, die den konkreten Leiden des Weltkriegs und des Holocaust Hohn zu sprechen schien.
     


Elisabeth langgässer (i899-i950)

Mit zehn Jahren verlor Elisabeth den jüdischen Vater; kurz vor der Eheschließung war sie katholisch getauft worden. Sie zog mit der Mutter aus dem rheinhessischen Alzhey nach Darmstadt, wo sie nach dem Abitur 1918 sich zur Lehrerin ausbilden ließ. Das Milieu eines durch Assimilierung gesteigerten Pa .....
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Courths-mahler, hedwig (d. i. ernestine friederike elisabeth, pseudonyme: relham, hedwig brand)

Obschon als »Fourths-Malheur« und »Kotz-Mahler« verspottet und parodiert. Superlative ringsum: über zweihundert Romane hat sie geschrieben , allein vierzehn Titel im Jahr 1920: ca. 30 Millionen Exemplare betrug die Gesamtauflage, als sie starb; über Jahrzehnte war sie die Nr. 1 aller Leihbüchereien; .....
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Borchers, elisabeth

chagall Wapnewski, Peter. In: Gedichte und Interpretationen 6, 1982, S. 241 - 250. Das Begräbnis in Bollschweil Domin, Hilde. In: Frankfurter Anthologie 2, 1977, S. 221 - 224. Die große Chance Hinck, Walter. In: Frankfurter Anthologie 5, 1980, S. 235 - 238. eia wasser regnet schlaf .....
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Langgässer, elisabeth

Daphne Vieregg, Axel. In: Gedichte und Interpretationen 5, 1983, S. 348 - 359. Daphne an der Sonnenwende Blöcker, Günter. In: Frankfurter Anthologie 2, 1977, S. 171 - 175. Der Laubmann und die Rose Schmidt-Ihms, Maria. In: Acta Germanica 1, 1966, S. 99- 116. Frühling 1946 Krüger, Horst .....
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Plessen, elisabeth

Dank dir dank euch Gnüg, Hiltrud. In: Aufbrüche, 1979, S. 34 - 35. .....
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Elisabeth langgässer (i899-i950)

aus der Bedrückung der modernen Angst mit ihrem Roman 'Das unauslöschliche Siegel" , in welchem der Glaube an Gott und die Nachfolge Christi als letzte Plattform eines sinnerfüllten Lebens erscheint. Die 'Märkische Argonautenfahrt" behandelt ein ähnliches Thema: Menschen, die sich der Wirklichkeit .....
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Elisabeth langgässer (i899-i950): frühling i946 - heimkehr ins leben

Wie nur wenige Schriftsteller und Autorinnen hatte Elisabeth Langgässer die Widersprüche und Absurditäten einer Epoche auszuhalten. Tochter eines katholisch getauften Kreisbaurats jüdischer Herkunft, fiel sie im »Dritten Reich« als sogenannte »HalbJüdin« unter die Nürnberger Rassegesetze und erhielt .....
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Elisabeth borchers (geb. i926): die große chance - schönheit mit widerhaken

Die grosse Chance Abends entspannen uns eilfertige Bilder, die Story der Gerechtigkeit, das Epos zu dritt. Da geht mit dem Killer das Unrecht des Tags. Da wird Sehnsucht gelehrt und gestillt. Da sind wir nach Maß. Wenn alles vorbei ist und die Schöne am verwilderten Grab des Vaters ihr Hau .....
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Elisabeth langgässer saisonbeginn

Analyse Die Erzählerin scheint zunächst eine alltägliche, ganz belanglose Begebenheit darzustellen. Zum erstenmal wird der Leser stutzig, als das neue Schild ausgerechnet bei dem Kruzifix errichtet werden soll. Doch vergißt er das schnell wieder, da das Beratschlagen und Arbeiten der Männer den Bli .....
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Elisabeth langgässer untergetaucht

Die Auseinandersetzung mit der Gegenwart reicht nicht aus, die Zukunft zu bewältigen. Es gehört zu unseren wichtigsten Erziehungsaufgaben, der jungen Generation Erfahrungen und Wissen zu vermitteln, das ihr ermöglicht, sich geschichtlich zu interpretieren. In mancher Hinsicht sind Erfahrungen wirksa .....
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Elisabeth simons - der sozialistische realismus — eine neue weltkunst

[...] Die junge Sowjetmacht war als Heimat des Weltproletariats Ziel der Hoffnungen und der Aufmerksamkeit der fortschrittlichen und revolutionären Werktätigen aller Länder. Die sozialistischrealistische Literatur und Kunst der Sowjetunion gestaltete als erste das neue Menschenbild des revolutionär .....
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Index » Textsammlung zur deutschen Literaturgeschichte

Langgässer, elisabeth

Sie wurde als Tochter eines Architekten geboren, besuchte die höhere Schule in Darmstadt und war etwa zehn Jahre lang Lehrerin an verschiedenen Schulen in Hessen. 1929 zog sie nach Berlin, wo sie bis 1930 als Dozentin an der sozialen Frauenschule tätig war. Ab 1930 hatte sie als freie Schriftsteller .....
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Langgässer,  Elisabeth    





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