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Konfuzius - Leben und Biographie



Der Zeitgenosse des Gautama -^Buddha ist der Begründer der ersten Weisheitsschule Chinas. Die angeblich von ihm verfassten kanonischen
Schriften über seine Bildungs-, Gesellschafts- und Staatslehre sind das Fundament des so genannten Konfuzianismus, doch nur die geistige Essenz stammt tatsächlich von ihm. Aufgeschrieben wurden die Texte von seinen Schülern und von Kon-fuzianisten späterer Zeit.
      Auch das, was über das Leben von »Meister Kong« bekannt ist, basiert vorwiegend auf legendärer Ãœberlieferung. Immerhin gilt er aber als die erste historisch belegbare Person unter den »Wandernden Gelehrten«, zu denen auch der ebenso berühmte -> Laozi gehörte, üass sie einander getroffen haben, ist nicht erwiesen.



      Konfuzius, Sohn eines Burgvogts von niederem Adel, eignete sich durch vielseitige Studien ein umfassendes Wissen an und stieg in seinem Heimatstaat, dem Fürstentum Lu, vom kleinen Beamten zum Stadtgouverneur und Justizminister auf. Als 50-Jähriger sah er sich aufgrund politischer Intrigen gezwungen, das Land zu verlassen, was zu seinem Wanderleben führte, dasjedoch in geistigem Sinne keineswegs ziellos war: Von einer immer größer werdenden Schar von Schülern umgeben, warb Konfuzius überall in China für sozialpolitische und pädagogische Reformen auf der Basis seiner hohen ethischen Denk- und Handlungsprinzipien - allerdings ohne bei den Regierenden Gehör zu finden. Mit 67 Jahren kehrte er nach Lu zurück und starb in seiner Geburtsstadt, wo ihm zu Ehren ein Tempel errichtet wurde.
      Nach 2500 Jahren stellte 1906 ein kaiserlicher Erlass Konfuzius den »höchsten Gottheiten des Himmels und der Erde« gleich.

      Gespräche
Obwohl Konfuzius in Europa selbst den Gelehrten bis ins 19. Jahrhundert zumeist nur vom Hörensagen bekannt war, nannten ihn die Philosophen der Aufklärung bereits den »heilbringenden Verkünder der Vernunft« , als der er in den Gesprächen tatsächlich erscheint.
      Entstehung: Von den fünf »Meister Kong« zugeschriebenen, in Wirklichkeit aber von seinen
Schülern und späteren Anhängern in seinem Geist verfassten Schriften stellt das letztgenannte Werk die wichtigste Quelle für die Kenntnis seiner Biografie und Philosophie dar. Der Text ist in 20 Kapitel unterteilt, die offenbar von verschiedenen Autoren in großen Zeitabständen niedergeschrieben wurden. Inhalt: Grundthema der vermutlich nicht authentischen Gespräche ist die zentrale Forderung der konfuzianischen Lehre. Sie lautet: »Menschlichkeit des Zusammenlebens« aufgrund bedachtsamer Gestaltung der »fünf Beziehungen«. Gemeint ist das Verhältnis zwischen Vater und Sohn, Mann und Ehefrau, älterem und jüngerem Bruder, Herrscher und Untertan, Freund und Feind. Die Schüler bitten den Meister um Erläuterungen dazu und er antwortet vorwiegend in knappen Sentenzen, mit Beispielen aus der Landesgeschichte und aus dem Alltagsgeschehen. Dabei lässt er durchaus Widersprüche gelten, denn auch die erlebte Wirklichkeit sei vieldeutig und widerspruchsvoll.
      Ãœber weite Strecken lesen sich die Ausführungen des Weisen wie ein Ratgeber für ebenso vernünftiges wie mitfühlendes Denken und Handeln. Die religiösen Riten und den Ahnenkult zu befolgen ist für ihn eine Selbstverständlichkeit, doch Gebete hält er für nutzlos, weil der Wille der Götter nicht beeinflussbar und ihre Weisheit nicht durch unsere zu übertreffen sei.
      Als Voraussetzung für eine erfolgreiche Karriere im Staatsdienst nennt Konfuzius Belesenheit, korrekte Amtsführung, Maßhalten in allen Dingen und als wichtigsten Charakterzug Integrität. Der Idealtypus des zuverlässigen Menschen ist »der Edle«, der unbeirrt den »guten Weg« geht. Es ist dieser vorbildliche, erstrebenswerte Weg , der auch das Wesen des Daoismus ausmacht, jener spirituellen Richtung der chinesischen Philosophie, die sich etwa zur gleichen Zeit wie der Konfuzianismus Bahn brach . Beide Geistesströmungen beeinflussen das religiöse, soziale und politische Denken des gesamten Femen Ostens bis heute, selbst in kommunistischen Ländern. Wirkung. Die Gespräche des Konfuzius erreichten ihre höchste Bedeutung im 12. Jahrhundert, als das durch unzählige Kommentare des »Neokonfuzianismus« unter seinem Wortführer Zhu Xi erweiterte Werk zur Grundlage der chinesischen Staatsverwaltung mit ihrem strengen Prüfungssystem für Beamte erklärt wurde. Erst 1905, nach rund 750 Jahren, verlor dieser Kodex seine offizielle Gültigkeit. In Europa trugen seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts Ãœbersetzungen der Gespräche wesentlich zur Chinakenntnis der Gebildeten bei undverschafften der konfuzianischen Idealvorstellung von Bildung, Familienleben und ethischem Bewusstsein der Gesellschaft großen Respekt. In China hat Konfuzius nach seiner radikalen Degradierung während der Kulturrevolution unter —> Mao Zedong allmählich seine traditionelle Hochschätzung wiedererlangt.
     


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