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Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Weckherlin, Georg Rodolf



»Denen ich jung bekandt gewesen / die wissen wol / daß ich vor dreyssig / ja mehr dan vierzig Jahren / unserer Sprach Reichthumb und Zierlichkeit den Frembden durch meine Gedichte für äugen geleget«, mit diesen Worten erinnert W. die Leser seiner Gaistlichen und Weltlichen Gedichte an seine geschichtliche Bedeutung, daran, daß er am Anfang der neuen deutschen Kunstdichtung gestanden habe. Daß ihm diese Erinnerung notwendig erschien, hat mit dem ungewöhnlichen Lebenslauf des Hofmanns und Dichters zu tun. W. stammte aus einer württembergischen Beamtenfamilie. Seine Ausbildung am Stuttgarter Pädagogium und an der Universität und dem »Collegium illustre« in Tübingen bereitete ihn auf den Hofdienst vor. Zunächst, von 1606 bis 1615, hielt er sich im Gefolge württembergischer Diplomaten im Ausland auf, in Frankreich, Italien und vor allem England. Hier lernte er Elizabeth Raworth kennen, Tochter des Stadtschreibers von Dover, die er 1616 heiratete.



      Als W. 1616 zum Sekretär und Hofhistoriographen des württembergischen Herzogs ernannt wurde, kamen ihm nicht nur seine ausgezeichneten Sprachkenntnisse zugute, sondern auch die literarischen und kulturellen Anregungen, die er im Ausland empfangen hatte. In seiner Position als Hofdichter, wie man sein Amt bezeichnen darf, hatte er die Aufgabe, prunkvolle Hoffeste zu planen und in Beschreibungen festzuhalten. Diese aufwendig illustrierten Manifestationen protestantischer höfischer Kultur enthielten von der ersten Beschreibung an Beispiele seiner Lyrik. Vorbild war die französische Renaissancedichtung : Die Pierre de Ronsard verpflichteten Oden mit ihren langen Satzbögen, ihrer Gleichnis- und Metaphernsprache und ihrem rhetorischen Gestus verwirklichen zum erstenmal den hohen dichterischen Stil in der neueren deutschen Dichtung. W.s gesammelte Oden und Gesänge erschienen 1618--19, blieben jedoch folgenlos für die literarische Entwicklung in Deutschland.
     
Daß diese Leistungen wenig Beachtung fanden, hat seinen Grund nicht nur in dem überwältigenden Erfolg der Reform von Martin Opitz, sondern ebensosehr in W.s Lebensweg, der ihn 1619, kurz nach dem Erscheinen der Oden und Gesänge, nach England führte. Damit waren seine Wirkungsmöglichkeiten in Deutschland begrenzt, zumal ihn seine berufliche Tätigkeit immer fester an England band. Zwar stand er zunächst noch in württembergischen und dann in pfälzischen Diensten , doch trat er 1626 in englische Dienste, auch hier — als Sekretär des für Auswärtiges zuständigen Staatssekretärs — bemüht, der protestantischen Sache zu nützen.
      Als W. dann 1641 und 1648 alte und neue Beispiele seiner kunstvollen Oden, Eklogen und Sonette veröffentlichte, war die Entwicklung endgültig über ihn hinweggegangen. Seine an romanischen Vorbildern geschulten metrischen Vorstellungen — Silbenzählung ohne regelmäßige Alternation — galten als antiquiert. Gleichwohl zeigen ihn die späten Sammlungen als Lyriker von großer Sprachkraft, der über den höfisch-»zierlichen« oder petrarkistisch-preziösen Ton hinaus über vielfältige, auch derb-volkstümliche Ausdrucksmöglichkeiten verfügt. Kaum ihresgleichen in der deutschen Lyrik des 17. Jahrhunderts haben seine politischen Gedichte, die ihn als leidenschaftlichen Verfechter der deutschen — das heißt für ihn der protestantischen — Sache offenbaren: Er war im Ausland zum aggressiven politischen Dichter und Kommentator deutscher Verhältnisse geworden.
      Nach dem Ausbruch des englischen Bürgerkriegs bewarb sich W., der schon 1630 eingebürgert worden war, bei verschiedenen protestantischen Mächten um eine Anstellung, ohne Erfolg. Er stellte sich im Verlauf des Bürgerkriegs auf die Seite des Parlaments und wurde 1644 Sekretär für auswärtige Angelegenheiten. Nach der Hinrichtung des Königs reichte er seinen Rücktritt ein, wurde jedoch noch einmal, 1652, für kurze Zeit als Assistent seines Nachfolgers, des Dichters John Milton, in den Dienst zurückberufen. W., englischer Staatsmann und deutscher Dichter, wurde in der Westminster Abbey bestattet.
     


Weckherlin, georg rodolf

An das Teutschland Weber, Albrecht. In: Deutsche Barockgedichte, 1967, S. 42 - 43. Meid, Volker. In: Gedichte und Interpretationen 1, 1982, S. 148 - 158. Die Lieb ist Leben und Tod Hippe, Robert. In: Liebe im Gedicht, 1971, S. 20 -21. Ãœber den frühen Tod etc Beck, Adolf. In: Deutsche Lyr .....
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Trakl, georg

Abend in Lans Lachmann, Eduard. In: Kreuz und Abend, 1954, S. 53 - 54. Krolow, Karl. In: Frankfurter Anthologie 10, 1986, S. 181 - 184. Abendländisches Lied Lachmann, Eduard. In: Kreuz und Abend, 1954. S. 109- 110. Finck, Adrien. In: Recherches Germaniques 4. 1974, S. 107- 119. Steinkamp, .....
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April - georg heym

Das erste Grün der Saat, von Regen feucht, Zieht weit sich hin an niedrer Hügel Flucht. Zwei große Krähen flattern aufgescheucht Zu braunem Dorngebüsch in grüner Schlucht. Wie auf der stillen See ein Wölkchen steht, 5 So ruhn die Berge hinten in dem Blau, Auf die ein feiner Regen niedergeht .....
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Columbus - georg heym

12. Oktober 1492 Nicht mehr die Salzluft, nicht die öden Meere, Drauf Winde stürmen hin mit schwarzem Schall. Nicht mehr der großen Horizonte Leere, Draus langsam kroch des runden Mondes Ball. Schon fliegen große Vögel auf den Wassern 5 Mit wunderbarem Fittich blau beschwingt. Und weiße R .....
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Der winter - georg heym

Der Sturm heult immer laut in den Kaminen Und jede Nacht ist blutig-rot und dunkel. Die Häuser recken sich mit leeren Mienen. Nun wohnen wir in rings umbauter Enge, Im kargen Licht und Dunkel unserer Gruben, 5 Wie Seiler zerrend grauer Stunden Länge. Die Tage zwängen sich in niedre Stuben, Wo .....
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Im winter - georg trakl

Der Acker leuchtet weiß und kalt. Der Himmel ist einsam und ungeheuer. Dohlen kreisen über dem Weiher Und Jäger steigen nieder vom Wald. Ein Schweigen in schwarzen Wipfeln wohnt. 5 Ein Feuerschein huscht aus den Hütten. Bisweilen schellt sehr fern ein Schlitten Und langsam steigt der graue Mond. E .....
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Die schöne stadt - georg trakl

Alte Plätze sonnig schweigen. Tief in Blau und Gold versponnen Traumhaft hasten sanfte Nonnen Unter schwüler Buchen Schweigen. Aus den braun erhellten Kirchen 5 Schaun des Todes reine Bilder, Großer Fürsten schöne Schilder. Kronen schimmern in den Kirchen. Rösser tauchen aus dem Brunne .....
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Drachen - georg britting

Die Drachen steigen wieder Und schwanken mit den Schwänzen Und brummen stumme Lieder Zu ihren Geistertänzen. 5 Von wo der knallende Wind herweht? Von Bauerngärten schwer! Jeder Garten prallfäustig voll Blumen steht, Die Felder sind lustig leer. Der hohe Himmel ist ausgeräumt, 10 Wasserblau, ohne R .....
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Raubritter - georg britting

Zwischen Kraut und grünen Stangen Jungen Schilfes steht der Hecht, Mit Unholdsaugen im Kopf, dem langen, Der Herr der Fische und Wasserschlangen, 5 Mit Kiefern, gewaltig wie Eisenzangen, Gestachelt die Flossen: Raubtiergeschlecht. Unbeweglich, uralt, aus Metall, Grünspanig von tausend Jahren. Ein .....
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Fröhlicher regen - georg britting

Wie der Regen tropft, Regen tropft, An die Scheiben klopft! Jeder Strauch ist naß bezopft. Wie der Regen springt! In den Blättern singt 5 Eine Silberuhr. Durch das Gras hin läuft, Wie eine Schneckenspur, Ein Streifen weiß beträuft. Das stürmis .....
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Georg herwegh (i8i7-i875)

mit seinen 'Gedichten eines Lebendigen" , die vor allem durch starke Affekte auffielen . Herwegh begründete mit seiner 'Arbeiter-Marseillaise" die deutsche Arbeiterdichtung: Mann der Arbeit, aufgewacht! Und erkenne deine Macht! Alle Räder stehen still, Wenn dein starker Arm es will. Brich das Doppe .....
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Komm in den totgesagten park - stefan george

Komm in den totgesagten park und schau: Der Schimmer ferner lächelnder gestade • Der reinen wölken unverhofftes blau Erhellt die weiher und die bunten pfade. Dort nimm das tiefe gelb • das weiche grau 5 Von birken und von buchs • der wind ist lau • Die späten rosen welkten noch nicht .....
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Vogelschau - stefan george

Weisse schwalben sah ich fliegen Schwalben schnee- und silberweiss • Sah sie sich im winde wiegen • In dem winde hell und heiss. 5 Bunte häher sah ich hüpfen • Papagei und kolibri Durch die wunder-bäume schlüpfen In dem wald der tusferi. Grosse raben sah ich flattern • 10 Dohlen schwarz un .....
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Simmel, georg

S. besaß eine Sammlung kostbaren Porzellans. Schüler berichten von einer Berliner Vorlesung vor einer großen, in die Hunderte gehenden Hörerschaft, in welcher er über eine chinesische Porzellanschale mit einer feinen Tuschzeichnung dozierte. Er verwies dabei auf die augenblickliche Lebensbewegung de .....
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Vring, georg von der

Aufgehender Mond Neis, Edgar. In: Mond in der Lyrik, 1971, S. 21 - 22. Aus einer Nacht Bondy, Barbara. In: Zehn Minuten, 1991, S. 75 - 80. Cap de Bonne-Esperance Piontek, Heinz. In: Frankfurter Anthologie 1, 1976, S. 127 - 130. Der Bogenpfeil Eich, Günter. In: Mein Gedicht. 1961, S .....
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Hamann, johann georg

In der Italienischen Reise schreibt Goethe, als er über seine Lektüre Giambattista Vicos berichtet, es sei »gar schön, wenn ein Volk solch einen Ältervater besitzt: den Deutschen wird einst Hamann ein ähnlicher Kodex werden«. Ein solcher »Ã„ltervater« ist H.. den Friedrich Karl von Moser den »Magus .....
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Weerth, georg

Arbeite! Neis, Edgar. In: Welt der Arbeit, 1975, S. 16 - 20. Das Hungerlied Bräutigam, Kurt. In: Zugänge, 1977, S. 43 - 46. Der Kanonengießer Hermand, Jost. In: Geschichte im Gedicht, 1979, S. 128- 135. Die hundert Männer von Haswell Hermand, Jost. In: Geschichte im Gedicht, 1979, S .....
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Hegel, georg wilhelm friedrich

Das Portrait des versunkenen Professors auf dem Katheder über den Köpfen der andächtig mitschreibenden jungen Herren im Frack zeigt H. im Jahre 182S. auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn, in Berlin. Dieser H. ist es. der in die Nachwelt einging, dessen Denken z.B. dem jungen Marx noch ganz selbstverstä .....
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Winter, georg

Das Faultier oder die Geschichte zur hakenförmigen Kralle Wiese, Benno von. In: Frankfurter Anthologie 11, 1988, S. 249 - 253. .....
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Lukäcs, georg

Geb. 1 ?. 4. J^.s in Budapest: gest. 4. 6. 1971 in Budapest 'Die Beziehung zu Marx ist der wirkliche Prüfstein für jeden Intellektuellen, der die Klärung seiner eigenen Weltanschauung, die gesellschaftliche Entwicklung.... seine eigene Stellung in ihr. . . ernst nimmt.« So schrieb Georg L., beina .....
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Mead, george herbert

In ihren Grundzügen ist die Philosophie M.s dem Pragmatismus von William James und lohn Dewey verpflichtet. Möglicherweise ist 111 dieser Verbindung begründet, daß er lange Zeit in deren Schatten stand und in seiner eigenständigen Position nicht gesehen wurde. Ein anderer Grund dafür ist, daß M. zu .....
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Moore, george edward

Bezeichnend für M.s Persönlichkeit wie für sein gesamtes Schaffen ist eine Episode aus seinen ersten Studienjahren in Cambridge. Von Bertrand Russell war er zu einer Unterhaltung mit dem bekannten Philosophen John M.E. McTaggart eingeladen worden. Im Laute des Gesprächs trug dieser seine These von d .....
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Plechanow, georgi walentinowitsch

Materialismus militans - dieser 1908 von P. veröffentlichte Titel ist zugleich das Leitmotiv der intellektuellen Biographie P.s. des bedeutenden Phüosophiehistorikers, materialistischen Dialektikers, Theoretikers von Kunst und Literatur und politischen Revolutionärs der II. Internationale. Aus niede .....
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Christian dietrich grabbe (i80i-i836) und georg büchner(i8i3-i837)

Grabbe, Sohn eines Detmolder Zuchthausverwalters, war eine unglückliche Natur. Er scheiterte sowohl als Schauspieler wie auch als Rechtsbeamter, verkam schließlich in Trunksucht und ging an Tuberkulose zugrunde. Er war ein genialer Nachfahre des Sturm und Drang und ein entschiedener Gegner der Roman .....
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Stefan george (i868-i933)

ist wohl der entschiedenste Gegner der naturalistischen Dichtung. Er bemüht sich in fein empfundener Lyrik, dem Sprachkunstwerk von der Form her im Sinne Klopstocks und Hölderlins erneut Geltung und Gewicht zu verschaffen. Stefan George stammte aus einem Weinbauerngeschlecht und wurde 1868 in Büdes .....
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Index » VOM NATURALISMUS ÜBER DIE JAHRHUNDERTWENDE » Der Symbolismus

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Weckherlin,  Georg  Rodolf    





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