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Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Loerke, Oskar



Der Sohn eines Ziegelei- und Hofbesitzers aus der Weichselniederung reiste und wanderte gern, es waren L.s extensivste Erfahrungen, mit der Welt, vor allem mit der Natur in Kontakt und Dialog zu kommen. Seine weiteste Reise führte ihn nach Nordafrika, dank eines Reisestipendiums des »Norddeutschen Lloyd«, das er in Verbindung mit dem 1913 verliehenen Kleist-Preis erhielt. Seinen Niederschlag fand solche Welterfahrung in ausführlichen Beobachtungen und Reflexionen der Tagebücher , aber auch im literarischen Werk . L.s Gedichte, auch die Erzählungen, kreisen um das Thema einer überpersönlichen, räum- und zcitübcrgreifenden Ordnung der natürlichen Dinge, von welcher der Mensch ausgeschlossen ist, solange er ihr nur immer als ichzentriertes Subjekt gegenübertritt. L.s Dichtung zeichnet Weisen von Erfahrung und Anschauung nach, die diese Grenzen überschreitbar werden lassen. Frühe expressionistische Spracheinflüssc werden schnell abgebaut, L.s Bild- und Sprachwelt ist diszipliniert bis hin zum angestrengten Rigorismus, mißtrauisch gegen gefühliges Erleben: »Ich hatte mein Erleben heinizuleiten in die Form seiner Existenz durch Sprache.« Seine Werke waren keine großen Publikumserfolge, doch wurden sie rasch mit ihren Neuerungen von Perspektive und Bildwahl als Vorbild wirksam und von anderen Lyrikern übernommen . Die Anforderungen des Berufs, später die politischen Zeitumstände, zum Ende hin zunehmende Kränklichkeit schränkten seine Reisen mehr und mehr ein, banden ihn an Berlin. Nach seiner Tätigkeit als Dramaturg am Theaterverlag war L. ein Vierteljahrhundert, von 1917 bis zu seinem Tode, als Lektor für den S. Fischer-Verlag in Berlin beschäftigt, entdeckte und förderte Autoren, rezensierte Bücher im Berliner Börsen-Courir . Er wurde als Lyriker, Essayist und Kritiker gleichermaßen zur respektierten Autorität, pflegte wenige, aber intensive Freundschaften . Im Jahr 1926 wurde er zum Senator der »Preußischen Akademie der Künste« bestellt, 1928 zum ständigen Sekretär in deren »Sektion für Dichtkunst«. Ein erfolgreiches Leben, das 1933 mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten einen tiefgreifenden Bruch erfuhr. Er mußte den Posten in der Akademie räumen, seine Verlagsarbeit war gefährdet, der gewohnte Tätigkeitsbereich eingeschränkt. Selber alles andere als ein Widerständler, wurde er in eine »Innere Emigration« gezwungen, die seine auf geistige Kommunikation angelegte Existenz auf langsam tödliche Weise in Isolation und Verzweiflung trieb. Die Tagebücher geben hierüber beredte Auskunft. Mehr denn je war er auf das »Lese-Gespräch« mit Büchern angewiesen, wurden - so die Titel von Essaysammlungen — aus Zeitgenossen aus vielen Zeiten nahe Hausfreunde . Mit den Lyrikbänden Der längste Tag , Atem der Erde und Der Silberdistelwald hatte L. den Weg für die Naturlyrik der 30er Jahre vorgezeichnet undwirksam bestimmt. Das lyrische Gesamtwerk, das einen über 25 Jahre hin geplanten, »mathematisch-musikalischen« Zusammenhang darstellt, sollte 1936 mit Der Wald der Welt abgeschlossen sein . Späteres erschien nur noch als Pnvatdruck; erst Hermann Kasack edierte 1949 unter dem Titel Die Abschiedshand diese Gedichte aus dem Nachlaß. Kompositorische Strenge im Formalen, Musikalität, präzise Verbindung von Gedankenlyrik mit intensiver Bildlichkeit und ein mythengesättigtes Umschreiben der »Grundmächte des Daseins« prägen L.s Naturlyrik, die bei Zeitgenossen, mehr aber noch bei der Generation von Naturlyrikern der Nachkriegszeit respektvolle Wertschätzung gefunden hat. Respekt galt vor allem dem Autor, der lange die Spannung zwischen einem Lyrikentwurf kosmisch weit gedachter, geistiger Existenz und der Repression der konkreten Wirklichkeit schreibend auszuhalten vermochte, bis ein Herzleiden sein zuletzt von tiefer Resignation erfülltes Leben beendete.



     


Oskar loerke (i884-i94i)

Der Dichter, 1884 in eine westpreußische Bauernfamilie hineingeboren, nannte die Weichsel seine 'zweite Mutter und den Himmel über den Ebenen und Hügeln am Strome" seinen zweiten Vater und betonte damit eine gleichsam naturphilosophische Selbstdeutung. Der Gymnasiast geriet in Graudenz in pietistis .....
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Oskar loerke (i884-i94i): brief-wilhelm lehmann (i882-i968): auf sommerlichem friedhof (i944)

Zwei Gränchen Staub im Wind Oskar Loerke, Träger des Kleist-Preises von 1913, war als Cheflektor des S. Fischer Verlags eine der Schaltstellen des literarischen Lebens in den zwanziger Jahren. In seinen Dichtungen bleiben Landschaftserlebnisse einer Kindheit im Osten prägend. Seine Naturlyrik str .....
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Der silberdistelwald - oskar loerke

Mein Haus, es steht nun mitten Im Silberdistelwald. Pan ist vorbeigeschritten. Was stritt, hat ausgestritten 5 In seiner Nachtgestalt. Die bleichen Disteln starren Im Schwarz, ein wilder Putz. Verborgne Wurzeln knarren: Wenn wir Pans Schlaf verscharren, 10 Nimmt niemand ihn in Schutz. Vielleicht, .....
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Loerke, oskar

Alle Wesen Stephens, Anthony. In: Oskar Loerke, 1986, S. 155 - 157. An die Grundmächte Jung, Roswitha. In: Loerke, 1971, S. 8 - 13. Andacht König, Dieter. In: Loerkes Gedichte, 1963, S. 43 - 52. Ans Meer König, Dieter. In: Loerkes Gedichte, 1963, S. 164 - 187. Lorbe, Ru .....
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Oskar loerke

Im Gegensatz zu Trakls statischer Gedichtlandschaft, die von der reinen Kälte der Gestirnwelt einen Hauch ver= spüren läßt, herrscht in Oskar Loerkes Gedichten der flie= ßende Charakter vor, auch da, wo die Großstadt ihm ver= wehrend entgegentritt. Es ist hier des slawischen Unter» Stroms zu gedenke .....
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Oskar loerke: »leitspruch. november i940«

Oskar Loerkes »Leitspruch«, datiert auf November 1940, wurde von Peter Suhrkamp aus dem Nachlass des Dichters veröffentlicht: Jedwedes blutgefügte Reich Sinkt ein, dem Maulwurfshügel gleich. Jedwedes lichtgeborne Wort Wirkt durch das Dunkel fort und fort. Die vier Zeilen sind Widmungsverse, die .....
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Graf, oskar maria

Mit Büchern wie Bayrisches Lesebücherl. Weißblaue Kulturbilder oder Bayrisches Deka-meron erwarb sich Oskar Maria Graf in den 1920er Jahren einen Ruf als Spezialist für bäuerliche Derbheiten. Seine eigentliche Stärke waren aber Romane und Erzählungen, in denen er das wenig idyllische Landleben mit .....
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Kanehl, oskar

Nachtcafe Froehlich, Jürgen. In: Liebe, 1990, S. 83 - 86. .....
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Pastior, oskar

Abendlied Hildesheimer, Wolfgang. In: Frankfurter Anthologie 8, 1984, S. 253 - 256. .....
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Redwitz, oskar von

Volkskrieg Menne, Angelika. In: Einigkeit und Unite, 1980, S. 268-271. .....
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Oskar wittstock

Oskar Wittstock d. Ä. wurde 1865 in Bistritz geboren, wo sein Vater Direktor des Gymnasiums war. Seine Kindheit verbrachte er in Heitau, da sein Vater hier eine Pfarrstelle angenommen hatte. Das Gymnasium besuchte er in Hermannstadt, dann studierte er in Särospatak, Tübingen, Leipzig und Berlin The .....
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Oskar pastior (-i927)

I. Beschreibung der Beschreibung Monologophagie. Damit lässt sich aufhören, damit lässt sich beginnen. Wer über Oskar Pastior schreibt, gerät unweigerlich in den Sog der Selbstbezüglichkeit, in dem sich das eigene Schreiben selbst verzehrt. Man weiß den Text nach der Lektüre von Pastiors Texten in .....
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Oskar pastior (geb. i927): heißer abend im alten tulcea - das karussell

Das Gedicht gehört nicht zu den Texten Pastiors, die aus der lyrischen Tradition radikal ausbrechen ins experimentelle Spiel mit der Sprache und neue Sprachlegierungen erproben. Es steht noch im Vorfeld der Anagrammgedichte, der Umstellung von Buchstaben und Silben, oder der Gedichte in Palindromen, .....
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Loerke,  Oskar    





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