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Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Leonhard, Rudolf



Im französischen Exil, zur Zeit der Naziherrschaft, hat L. unter vier verschiedenen Pseudonymen publiziert und politisch gearbeitet: Als Robert Lanzer veröffentlichte er 1944 ein an die deutschen Soldaten gerichtetes Bänd-chen Deutschland muß leben...! Raoul Lombat war sein »nom de guerre« in der französischen Resistance. Roger Lehardon und Robert Lcwandowski waren weitere Decknamen, unter denen er schrieb. Das biographische Detail kann als signifikant für den Lebenslauf als ganzen verstanden werden: L. hat viele, verschiedenartige Leben gelebt und geträumt , schwankend zwischen Zukunftshoffnung und Verzweiflung. Am Anfang, 1915, steht der Aufruf »Wir wollen selbst die neue Welt errichten!«, am Ende, zurückgekehrt nach Deutschland, in die DDR, das schwarze Fazit: Es regnet Steine. L. hatte als Anwaltssohn eine behütete, ereignisarme Kindheit in der Provinz verbracht und dann Philologie und Jura in Berlin und Göttingen studiert. Erste praktische Erfahrungen als Jurist empfand er als abstumpfend und niederdrückend. Bei Kriegsausbruch 1914 meldete er sich als Freiwilliger, wandelte sich jedoch binnen Monaten zum Pazifisten. Er selbst hat ein Gespräch mit Walter Hasenclever, Ernst Rowohlt und Martin Buber in der Silvesternacht 1914/15 im Weimarer Hotel »Elephant« als zukunftsentscheidend bezeichnet. Die meiste Zeit des Krieges hat er, nach einem Verfahren vor dem Kriegsgericht, in Lazaretten und Irrenanstalten verbracht. Auf ein schmales Heft Kriegsgedichte folgte 1919 der Band Chaos, der alle Zyklen zum Kriegserlebnis, pro und contra, sammelt und L. als emphatischen Hasser des Krieges zeigt. Als solchen - und als Spartakussympathisanten, der er mittlerweile geworden war — stellte ihn dann auch Kurt Pinthus berühmte Anthologie Menschheitsdämmerung vor. L. war zum messianischen Expressionisten geworden, der von der kommenden Revolution vorwiegend als einer geistig-seelischen sprach, aber doch auch an der Novemberrevolution 1918 und der Niederschlagung des Kapp-Putsches 1920 aktiv teilnahm. Bleibendes Verdienst hat er sich mit seinen Polnischen Gedichten erworben, einem damals singulären Plädoyer für das Selbstbestimmungsrecht des polnischen Volkes.



      In den 20er Jahren lebte L. als ungemein produktiver Autor und Verlagslektor der »Schmiede« in Berlin. Enttäuscht von der politischen Entwicklung und vom literarischen Betrieb in Berlin, ging er 1927 auf Einladung Hasenclevers nach Paris. 1932 erschien ein bemerkenswertes Buch: Das Wort. Versuch eines sinnlichen Wörterbuchs der deutschen Sprache, in dem L. die Wörter aus ihrer phonetischen Gestalt »klanglogisch« deutete. James Joyce war begeistert von diesem Experiment und forderte L. erfolgreich auf, an der deutschen Ãœbertragung seines »work in progress« mitzuarbeiten. — Nach 1933 war L. einer der energischsten Aktivisten des antifaschistischen Exils und fungierte u. a. als Vorsitzender des »Schutzverbandes Deutscher Schrift-steller« im Ausland, als Sekretär des »Vorläufigen Ausschusses zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront« und als Mitherausgeber der »Deutschen Freiheitsbibliothek«. 1938 erschienen seine gegen die Naziherrschaft agitierenden Gedichte als Tam-schrift. Zwischen Oktober 1939 und 1945 war L., ständig von der Auslieferung an die Deutschen bedroht, in Lagern interniert oder in der Illegalität. Nach gelungener Flucht aus dem Auslieferungslager Les Castres am 22. 9. 1943 lebte er versteckt in Marseille und beteiligte sich am Kampf der Resistance. Unter den Mitexilierten verbreitete sich das Gerücht von seinem Tod; 1944 hielt Alfred Kantoro-wicz in New York eine Totenrede auf ihn. Von 1944 bis 1950 lebte L., zeitweise schwer krank, wieder in Paris. Erst 1950 kehrte er, der 1947 am 1. Deutschen Schriftstellerkongreß in Berlin teilgenommen hatte, in die DDR zurück. Man dankte es ihm nicht und beachtete ihn kaum. Dem Ministerpräsidenten Otto Grotewohl gestand L. im Spätherbst 1953, daß er am liebsten wieder emigrieren würde. Heute sind seine geschiedene Frau Susanne L. und vor allem sein Sohn Wolfgang bekannter als er selbst, einer der wichtigsten expressionistischen und antifaschistischen Lyriker.
     


Leonhard, rudolf

Das verlassene Dorf Neis, Edgar. In: Mond in der Lyrik, 1971, S. 65 - 67. Der mongolische Totenkopf Kaiser, Gerhard. In: Heine bis Gegenwart, 1991, S. 544 - 546. .....
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Johann leonhardt - epik

Johann Leonhardt wurde 1859 in Schäßburg geboren, besuchte dort das Gymnasium und studierte anschließend in mehreren deutschen Städten Theologie und Germanistik. Persönliche Kontakte mit Literaten und Künstlern sowie ein systematisches Studium der Museen und des Theaterlebens prägten entscheidend s .....
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Leonhard, kurt

Ecce homo Johannimloh, Norbert. In: DU 14, 1962, H. 3, S. 81 - 84. .....
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Bultmann, rudolf karl

Wenige Denker haben wie B. die abendländische Theologie dieses Jahrhunderts bewegt. Seine Wirkung nicht nur aut die Theologie selbst, sondern darüber hinaus aut die hermeneuti-sche Diskussion 111 den Geisteswissenschaften ist schwer eingrenzbar. Er ist eine jener markanten Persönlichkeiten der Wiss .....
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Carnap, rudolf

Der Sprachphilosoph. Wissenschaftstheoretiker und Logiker C.. war der hcrausragende Vertreter der Philosophie des Logi-schen Empirismus. Diese etwa 1925 in Wien entstandene Schule - für die Philosophen um C. gebraucht man auch die Sammelbezeichnung Wiener Kreis« - führte die Tradition cies klassisc .....
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Riedler, rudolf

Sklavenhaus bei Dakar (Erinnerung an Rootsj Riedler, Rudolf. In: Pausen zwischen den Worten, 1986, S. 89 - 93. .....
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Schröder, rudolf alexander

Der Landbau Wierzejewski, Achim. In: Literatur und Kritik 13, 1978, S. 235 - 238. Deutscher Schwur Kaiser, Gerhard. In: Heine bis Gegenwart, 1991, S. 469-471. Die Ballade vom Wandersmann Pfeiffer, Johannes. In: Das Dichterische, 1967, S. 211 -219. Es mag sein Pfeiffer, Johannes. In: .....
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Wiemer, rudolf otto

Wenn Gott Mensch wäre Schröer, Henning. In: Moderne dt. Literatur, 1972, S. 152- 154. .....
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Sommerliches gebet - rudolf hagelstange

Methodisch bietet sich zur Erschließung des fünfstrophigen Gedichts — im Sinne wechselseitiger Erhellung — sowohl der Vergleich mit dem Vaterunser an wie mit anderen Sommergedichten. Aus dem lyrischen Werk Hagelstanges wäre zu denken an: »Veroneser Sommernacht« , »Indian Summer« . Die religiöse .....
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Rudolf alexander schröder (i878-i962)

der unbeirrbare Glaube die Grundlage für die Würde des Menschen. In seiner formvollendeten Lyrik feiert Schröder Vaterland und Heimat, Treue und Freundschaft, abendländische Kultur und Glaubensüberlieferung. In der Zeit nationalsozialistischer Bedrückung richtete Schröder durch seine gläubigen Worte .....
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Rudolf hagelstange (geb. i9i3).

Er findet zuchtvolle, oft hohe, manchmal aber auch schlichte Worte, wenn er das Ewige im Hauche des Vergänglichen aufklingen läßt: Wie ist die Fahrt so wundersam, als ging es über Zeit und Tod . .. Der Mond stieg auf, und Friede kam, indes ich still die Ruder nahm und heimwärts hielt. .....
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Langer, rudolf

Möglichkeit zur Freude Langer, Rudolf. In: Kinder, 1979, S. 69 - 71. .....
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Hagelstange, rudolf

Ballade vom verschütteten Leben Habart, Michel. In: Critique 77, 1953, S. 837 - 851. Fromm, Hans. In: DU 8, 1956, H. 4, S. 84 - 99. Hagelstange, Rudolf. In: Gedicht mein Messer, 1969, S. 37 - 47. Bericht des alten Hirten Preuß, Helmut. In: Lyrik in der Zeit, 1971, S. 42 - 45. Der Strom .....
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Gottschall, rudolf von

Am Strand Kämper-Jensen, Heidrun. In: Lieder von 1848, 1989, S. 137 - 140. .....
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Johann leonhardt - dramatik

Der Bildungsweg und auch die literarischen Arbeiten Johann Leonhardts stehen im Zeichen des 19. Jh., es läßt sich vor allem der Einfluß M. Alberts, T. Teutschs und Fr. W. Schusters feststellen. Leonhardt schrieb seine Dramen in einer Zeit, in der Vertreter jüngerer Generationen ihre Zweifel an den e .....
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Rudolf alexander schröder

Bei den Wahrern der Form mußten die Gegensätze da am tiefsten aufklaffen, wo sie Rückhalt an einem persönlichen Bekenntnis suchten. Borchardt, der für jederlei Falschmün= zerei ein empfindliches Organ besaß, zollte der monumen= talen Beispielhaftigkeit Georges Bewunderung, jedoch nicht seinem schill .....
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Augstein, rudolf

Als Herausgeber des Nachrichtenmagazins Der Spiegel war Rudolf Augstein ab den 1950er Jahren maßgeblich am Wiederaufbau der Presse in der Bundesrepublik als »vierte Gewalt im Staat« beteiligt. Der Sohn eines Kaufmanns begann 1941 eine journalistische Ausbildung als Volontär beim Hannoverschen Anzei .....
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Bultmann, rudolf

Die Kerngedanken von Bultmanns Theologie entstanden in der Zeit des Nationalsozialismus. Srache und Stil sind klar und unpathetisch. Seine intellektuelle Redlichkeit wurde in Kollegenkreisen ebenso geschätzt, wie sie Ausgangspunkt theologischer Debatten war. Rätselhaft bleibt, warum er während des N .....
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Rudolf herzog - ein deutscher mann

Subordination ist das fortgesetzte und mit Erfolg gekrönte Bemühen eines Untergebenen, dümmer zu scheinen, als der Vorgesetzte ist. Deutscher Kriegsartikel Das hat jeder erlebt —: wenn man das erstemal eine Eisenbahnstrecke fährt, paßt man auf jeden Baum am Wege auf. Beim dritten Mal legt sich d .....
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Leonhard woifgang

Mit seinem Werk Die Revolution entlüsst ihre Kinder wurde Wolfgang Leonhard 195"> international bekannt. Seitdem gilt er als ein herausragender Kenner der kommunistischen Bewegungen und als Russland-Experte. Mit seiner Mutter kam Leonhard als Kind nach Moskau. Nach einem Studium an der Hochschule f .....
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Pörtner, rudolf

Bei mehreren Gelegenheiten erzählte Rudolf Pörtner, er sei in den Ruinen von Pergamon dazu angeregt worden, sich mit der Antike zu beschäftigen. Deshalb trat er vor allem als Erforscher antiker Spuren in Deutschland hervor und wurde neben C.W. -> Ceram zu einem der erfolgreichsten Sachbuchautoren, i .....
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Steiner, rudolf

Als Begründer der Anthroposophischen Gesellschaft und deren Esoterik initiierte Rudolf Steiner neue Entwicklungen in Pädagogik und Heilkunde, Architektur, bildender und darstellender Kunst, Landwirtschaft und Ökonomie. Der Sohn eines Bahnbeamten studierte ab 1879 an der Technischen Hochschule in Wi .....
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Binding, rudolf g.

Der heilige Reiter Neis, Edgar. In: Krieg im Gedicht, 1980, S. 41 - 47. .....
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Borchardt, rudolf

Absage Walter, Hugo. In: The Apostrophic Moment, 1988, S. 87- 107. Abschied Hummel, Hildegard. In: Rudolf Borchardt, 1983, S. 234-241. Osterkamp, Ernst. In: Gedichte und Interpretationen 5, 1983, S. 230 - 243. Kaiser, Gerhard. In: Heine bis Gegenwart, 1991, S. 289 - 296. An Hofmanns .....
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Rudolf dau: - aus: umfrage - zum erbe in wissenschaft und praxis

[...] Die Hauptaufgabe der marxistischen Literaturgeschichtsschreibung in der DDR besteht darin, gesicherte Erkenntnisse, Materialien und Gesetzmäßigkeiten für die Planung und Leitung ideologischer und kultureller Prozesse durch die Partei der Arbeiterklasse und die Regierung der DDR bereitzustelle .....
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Leonhard,  Rudolf    





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