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Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Langgässer, Elisabeth



Sie wurde als Tochter eines Architekten geboren, besuchte die höhere Schule in Darmstadt und war etwa zehn Jahre lang Lehrerin an verschiedenen Schulen in Hessen. 1929 zog sie nach Berlin, wo sie bis 1930 als Dozentin an der sozialen Frauenschule tätig war. Ab 1930 hatte sie als freie Schriftstellerin in Berlin Kontakt zum Kreis um die Literaturzeitschrift Die Kolonne und gab 1933 zusammen mit Ina Seidel den Band Frauengedichte der Gegenwart heraus. 1935 heiratete sie den katholischen Philosophen Dr. Wilhelm Hoffmann . Sie wurde 1936 als »Halbjüdin« aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und erhielt Schreibverbot. Obwohl man bereits 1936 bei ihr multiple Sklerose diagnostiziert hatte, wurde sie Ende 1944 in einer Fabrik dienstverpflichtet. 1948 verließ sie mit ihrer Familie Berlin und lebte bis zu ihrem Tod am 25. Juli 1950 in Rheinzabem; sie wurde in Darmstadt beerdigt. 1950 erhielt sie als postume Auszeichnung den Georg-Büchner-Preis.



      L.s drei Gedichtzyklen zeigen die jeweilige Phase ihres dichterischen Schaffens und ihrer geistigen Entwicklung an. Ihr Lyrikband Der Wendekreis des Lammes. Ein Hymnus der Erlösung markiert die erste von drei Phasen, in der sie noch keine Prosa schrieb. Der erste Zyklus zu den Sonn- und Feiertagen des Kirchenjahres wird von Wilhelm Hoffmann als »Ausdruck unmittelbarer Christlichkeit« bezeichnet. Die zweite Phase Tierkreisgedichte wendet sich der antiken Naturwelt oder dem Mythos zu. Am Beginn dieser Phase steht der für das Gesamtverständnis wichtige Roman Proserpina . Er gestaltet den Mythos, die Urgeschichte des ewigen Frauenschicksals, das in der Dreigestalt von Proserpina, dem Mädchen, Demeter, der Mutter, und Hekate verkörpert wird. Das Frauenschicksal wird zum Gleichnis von Entstehung und Vergänglichkeit, von Leben und Tod. In diesem Mythos ist der Mann der Herrscher der Unterwelt, nicht der Erlöser. Die Mythe vom Frauenschicksal findet in den Tierkreisgedichten ihren lyrischen Ausdruck. Darin drückt L. ihre Vorstellung von der gefallenen Natur der Antike aus. Auch die Erzählungen der 30er Jahre, Triptychon des Teufels. Ein Buch von dem Haß, dem Börsenspiel und der Unzucht , dienen der detaillierten Darstellung des Sündhaften, das sie als elementare Urtriebe der Natur versteht. Der Einfluß von Georges Bernanos und die radikale Katholizität des französischen »Rcnouveau catholique« ist von der Kritik konstatiert worden. Die dritte Phase wird bestimmt durch den Zyklus Der Laubmann und die Rose. Ein Jahreskreis . Hier ist die Christlichkeit nicht mehr, wie in den 20er Jahren, unreflektierter Besitz, sondern gefärbt durch das Wissen um die Gleichzeitigkeit von gefallener und erlöster Natur. Wie L. selbst in einer Briefstelle formuliert: »Der Laubmann ist ein Gebilde, dem Sie in süddeutschen Schnitzereien begegnen können: ein Menschengesicht, das aus Blüten teilen, Früchten und Blättern zusammengesetzt ist, hier aber, in diesen Versen mehr als das: die nach Erlösung seufzende... gefallene Natur. Ihm gegenüber steht die
Rose... Sie ist - dem Zwang des Weiterzeugens und Fruchttragens entzogen - reines Dasein geworden, Hauch, Duft, Logos. Diese >Rosa mystica< ist Maria.« L.s Hauptwerk, der Roman Das unauslöschliche Siegel , ist eine anspielungsreiche Erlösungsparabel um einen konvertierten Juden, der durch die Stationen einer sündhaften Welt geschickt wird und die in die Wirklichkeit der Welt einbrechende Gnade der Erlösung erlebt. Dieses Schema der Rückkehr in die Erlösung nach den Erlebnissen der satanischen, sündhaften Natur und Welt findet sich auch in ihrem letzten Roman, der Märkischen Argonautenfahrt . Die dichterische Intensität der Aussage und eine bildkräftige Sprache kennzeichnen L.s Werk; sie verzichtet auf realistische Charakterisierung der Helden und auf Fabel im üblichen Sinn, denn der Grundkonflikt in ihrer Prosa ist der Kampf im Menschen zwischen Göttlichem und Satanischem. Auch ihr Werk ist ein Versuch, die Problematik einer erlebten Geschichte zu deuten, sie bietet aber als Lösung einzig und allein die Erlösung an.
     


Elisabeth langgässer (i899-i950)

Mit zehn Jahren verlor Elisabeth den jüdischen Vater; kurz vor der Eheschließung war sie katholisch getauft worden. Sie zog mit der Mutter aus dem rheinhessischen Alzhey nach Darmstadt, wo sie nach dem Abitur 1918 sich zur Lehrerin ausbilden ließ. Das Milieu eines durch Assimilierung gesteigerten Pa .....
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Elisabeth langgässer untergetaucht

Die Auseinandersetzung mit der Gegenwart reicht nicht aus, die Zukunft zu bewältigen. Es gehört zu unseren wichtigsten Erziehungsaufgaben, der jungen Generation Erfahrungen und Wissen zu vermitteln, das ihr ermöglicht, sich geschichtlich zu interpretieren. In mancher Hinsicht sind Erfahrungen wirksa .....
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Elisabeth langgässer saisonbeginn

Analyse Die Erzählerin scheint zunächst eine alltägliche, ganz belanglose Begebenheit darzustellen. Zum erstenmal wird der Leser stutzig, als das neue Schild ausgerechnet bei dem Kruzifix errichtet werden soll. Doch vergißt er das schnell wieder, da das Beratschlagen und Arbeiten der Männer den Bli .....
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Elisabeth langgässer (i899-i950): frühling i946 - heimkehr ins leben

Wie nur wenige Schriftsteller und Autorinnen hatte Elisabeth Langgässer die Widersprüche und Absurditäten einer Epoche auszuhalten. Tochter eines katholisch getauften Kreisbaurats jüdischer Herkunft, fiel sie im »Dritten Reich« als sogenannte »HalbJüdin« unter die Nürnberger Rassegesetze und erhielt .....
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Elisabeth langgässer (i899-i950)

aus der Bedrückung der modernen Angst mit ihrem Roman 'Das unauslöschliche Siegel" , in welchem der Glaube an Gott und die Nachfolge Christi als letzte Plattform eines sinnerfüllten Lebens erscheint. Die 'Märkische Argonautenfahrt" behandelt ein ähnliches Thema: Menschen, die sich der Wirklichkeit .....
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Langgässer, elisabeth

Daphne Vieregg, Axel. In: Gedichte und Interpretationen 5, 1983, S. 348 - 359. Daphne an der Sonnenwende Blöcker, Günter. In: Frankfurter Anthologie 2, 1977, S. 171 - 175. Der Laubmann und die Rose Schmidt-Ihms, Maria. In: Acta Germanica 1, 1966, S. 99- 116. Frühling 1946 Krüger, Horst .....
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Langgässer, elisabeth

Im Zentrum der Werke von Elisabeth Lang-gässeT steht der um Erlösung ringende Mensch, der - verstrickt im Kampf von Gut gegen Böse -Heil und Gnade durch ein erneuertes christlich-katholisches Weltbild findet. Vom ekstatisch-mystischen Erühwerk [Der Wendekreis des Lammes, 1924) bis zum surreal-magisc .....
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Plessen, elisabeth

Dank dir dank euch Gnüg, Hiltrud. In: Aufbrüche, 1979, S. 34 - 35. .....
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Borchers, elisabeth

chagall Wapnewski, Peter. In: Gedichte und Interpretationen 6, 1982, S. 241 - 250. Das Begräbnis in Bollschweil Domin, Hilde. In: Frankfurter Anthologie 2, 1977, S. 221 - 224. Die große Chance Hinck, Walter. In: Frankfurter Anthologie 5, 1980, S. 235 - 238. eia wasser regnet schlaf .....
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Elisabeth borchers (geb. i926): die große chance - schönheit mit widerhaken

Die grosse Chance Abends entspannen uns eilfertige Bilder, die Story der Gerechtigkeit, das Epos zu dritt. Da geht mit dem Killer das Unrecht des Tags. Da wird Sehnsucht gelehrt und gestillt. Da sind wir nach Maß. Wenn alles vorbei ist und die Schöne am verwilderten Grab des Vaters ihr Hau .....
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Noelle-neumann, elisabeth

Elisabeth Noelle-Neumann gründete 1947 mit ihrem ersten Ehemann, dem CDU-Bundestagsabgeordneten und Journalisten Erich Peter Neumann , nach US-amerikanischem Vorbild in Allensbach am Bodensee das Institut für Demoskopie, das erste deutsche Meinungsforschungsinstitut. Unter ihrer Leitung wurden jährl .....
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Elisabeth simons - der sozialistische realismus — eine neue weltkunst

[...] Die junge Sowjetmacht war als Heimat des Weltproletariats Ziel der Hoffnungen und der Aufmerksamkeit der fortschrittlichen und revolutionären Werktätigen aller Länder. Die sozialistischrealistische Literatur und Kunst der Sowjetunion gestaltete als erste das neue Menschenbild des revolutionär .....
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Index » Textsammlung zur deutschen Literaturgeschichte

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Langgässer,  Elisabeth    





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