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Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Herwegh, Georg



Der als Sohn eines Gastwirts geborene H. gerät früh in Oppo- sition zu seiner bürgerlichen Umgebung: Auf die Zwangs-verschickung zu einem Verwandten aufs Land und die Einweisung in eine Lateinschule durch die Eltern, die sich 1834 scheiden lassen, reagiert der 12jährige mit psychischer Erkrankung. Als iojähriger wegen Schulden und Streitereien aus dem Tübinger Stift verwiesen und 1838 zwangsrekrutiert, verschafft ihm die Fürsprache seines Mentors August Lewald kurzzeitig Befreiung, langfristig kann er sich dem verhaßten »Gamaschendienst« nur durch Desertion in die Schweiz entziehen. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er zunächst als Feuilletonredakteur der Deutschen Volkshalle. In Zürich entstehen dann 1840/41, unter der Ägide des »Burschenkaisers« Karl Folien, die überwiegend politischen Gedichte eines Lebendigen - abstrakte Freiheitslyrik, »Tendenzpoesie« , die in barockpathetischen Formeln die Notwendigkeit politisch-sozialer Veränderungen beschwört. Der Erfolg ist, trotz Verbots in den meisten deutschen Staaten, beispiellos: Begünstigt durch die gärende Zeitstimmung und die Möglichkeiten des vormärzlichen »Bücherschmuggels« werden in drei Jahren über 14000 Exemplare abgesetzt; das »H.-Fieber« ergreift selbst Conrad Ferdinand Meyer, Gottfried Keller und Theodor Fontane. Ãœber Nacht ist H. einer der populärsten politischen Lyriker geworden. Seine Deutschlandreise im Herbst 1842 gerät zum Triumphzug, der den Dichter bis in den Audienzsaal des preußischen Königs führt, jedoch ein unvorhergesehenes Ende nimmt, als dieser ihn, als Antwort auf einen unbotmäßigen »offenen Brief«, aus Preußen ausweisen läßt. Nachdem H. zu einem Heros des Republikanismus avanciert ist, ergeben sich plötzlich Konflikte anderer Art. Seit der Verheiratung mit Emma Siegmund führt H. ein aufwendiges, bis in die joer Jahre hinein auch sorgenfreies Leben. Wilhelm Weitling empört sich 1843 : »Wenn so ein Mensch doch nur einmal die Hälfte von dem, was er... an seidenen Schlafröcken und goldenen Ketten verschleudert, zur Erlösung der Elenden hergeben wollte!« Auch bei anderen - keineswegs nur proletarischen - Freunden stößt der prunkende Luxus, mit dem sich das Ehepaar umgibt, auf Unverständnis. Der tragische Ausgang von H.s abenteuerlichem Feldzug für die deutsche Republik vom April 1848, der durch boshafte Verleumdung ins Lächerliche gezogen wird und H.s Ansehen bei der liberalen Opposition stark herabsetzt, eine Liebesaffäre mit der Frau seines Freundes Alexander Herzen und vor allem der Rückgang seiner literarischen Produktivität lassen H.s Rolle, poetisch wie politisch, bereits 1852 als ausgespielt erscheinen. Seit 1853 lebt das Ehepaar, nach einer zweijährigen Trennung, in Zürich; 1867 siedelt es nach Baden-Baden über, wo H. im Alter von nur 58 Jahren stirbt. Auf seine Verfügung hm wird er in »freier Schweizer Erde« begraben, in Liestal . H.s Spätwerk ist vergleichsweise wenig Beachtung geschenkt worden, obgleich die posthum erschienenen Setten Gedichte eine Kontinuität seiner politischen Versdichtung belegen. Sein Anteil an der organisierten Arbeiterbewegung,für die H. 1863 das Bundeslied verfaßte , ist erst in neuerer Zeit aus den Quellen heraus untersucht worden.



      Kaiser, Bruno : Der Freiheit eine Gasse. Aus dem Leben und Werk Georg Herweghs.
      Berlin 1948. Büttner, Wolfgang: Georg Herwegh. Em Sänger des Proletariats. Berlin -1976.

      Jan-Christoph Hauschild


Georg herwegh (i8i7-i875)

mit seinen 'Gedichten eines Lebendigen" , die vor allem durch starke Affekte auffielen . Herwegh begründete mit seiner 'Arbeiter-Marseillaise" die deutsche Arbeiterdichtung: Mann der Arbeit, aufgewacht! Und erkenne deine Macht! Alle Räder stehen still, Wenn dein starker Arm es will. Brich das Doppe .....
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Herwegh, georg

Aufruf Binder, Alwin und Scholle, Dietrich. In: Ca ira, 1975, S. 109- 113. Anger, Horst. In: Deutsche und rumäniendt. Lyrik, 1981, S. 141 - 146. Bundeslied für den Allgemeinen deutschen Arbeiterverein Neis, Edgar. In: Welt der Arbeit, 1975, S. 20 - 22. Kaiser, Gerhard. In: Heine bis Gegenwa .....
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Georg herwegh (i8i7-i875): an die deutschen dichter. i840 - lasst die harfen uns zertrümmern!

An die deutschen Dichter. 1840 Seid stolz! es klingt kein Gold der Welt Wie eurer Sairen Gold; Es ist kein Fürst so hoch gestellt, Daß ihr ihm dienen sollt! Trotz Erz und Marmor stürb er doch, Wenn ihr ihn sterben ließet; Der schönste Purpur ist annoch Das Blut, das ihr als Lied vergießet! .....
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Georg herwegh - aufruf

Reißt die Kreuze aus der Erden! Alle sollen Schwerter werden, Gott im Himmel wird s verzeihn. Laßt, o laßt das Verseschweißen! Auf den Amboß legt das Eisen! Heiland soll das Eisen sein. Eure Tannen, eure Eichen — Habt die grünen Fragezeichen Deutscher Freiheit ihr gewahrt? Nein, sie soll nicht un .....
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Komm in den totgesagten park - stefan george

Komm in den totgesagten park und schau: Der Schimmer ferner lächelnder gestade • Der reinen wölken unverhofftes blau Erhellt die weiher und die bunten pfade. Dort nimm das tiefe gelb • das weiche grau 5 Von birken und von buchs • der wind ist lau • Die späten rosen welkten noch nicht .....
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April - georg heym

Das erste Grün der Saat, von Regen feucht, Zieht weit sich hin an niedrer Hügel Flucht. Zwei große Krähen flattern aufgescheucht Zu braunem Dorngebüsch in grüner Schlucht. Wie auf der stillen See ein Wölkchen steht, 5 So ruhn die Berge hinten in dem Blau, Auf die ein feiner Regen niedergeht .....
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Columbus - georg heym

12. Oktober 1492 Nicht mehr die Salzluft, nicht die öden Meere, Drauf Winde stürmen hin mit schwarzem Schall. Nicht mehr der großen Horizonte Leere, Draus langsam kroch des runden Mondes Ball. Schon fliegen große Vögel auf den Wassern 5 Mit wunderbarem Fittich blau beschwingt. Und weiße R .....
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Der winter - georg heym

Der Sturm heult immer laut in den Kaminen Und jede Nacht ist blutig-rot und dunkel. Die Häuser recken sich mit leeren Mienen. Nun wohnen wir in rings umbauter Enge, Im kargen Licht und Dunkel unserer Gruben, 5 Wie Seiler zerrend grauer Stunden Länge. Die Tage zwängen sich in niedre Stuben, Wo .....
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Im winter - georg trakl

Der Acker leuchtet weiß und kalt. Der Himmel ist einsam und ungeheuer. Dohlen kreisen über dem Weiher Und Jäger steigen nieder vom Wald. Ein Schweigen in schwarzen Wipfeln wohnt. 5 Ein Feuerschein huscht aus den Hütten. Bisweilen schellt sehr fern ein Schlitten Und langsam steigt der graue Mond. E .....
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Die schöne stadt - georg trakl

Alte Plätze sonnig schweigen. Tief in Blau und Gold versponnen Traumhaft hasten sanfte Nonnen Unter schwüler Buchen Schweigen. Aus den braun erhellten Kirchen 5 Schaun des Todes reine Bilder, Großer Fürsten schöne Schilder. Kronen schimmern in den Kirchen. Rösser tauchen aus dem Brunne .....
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Drachen - georg britting

Die Drachen steigen wieder Und schwanken mit den Schwänzen Und brummen stumme Lieder Zu ihren Geistertänzen. 5 Von wo der knallende Wind herweht? Von Bauerngärten schwer! Jeder Garten prallfäustig voll Blumen steht, Die Felder sind lustig leer. Der hohe Himmel ist ausgeräumt, 10 Wasserblau, ohne R .....
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Raubritter - georg britting

Zwischen Kraut und grünen Stangen Jungen Schilfes steht der Hecht, Mit Unholdsaugen im Kopf, dem langen, Der Herr der Fische und Wasserschlangen, 5 Mit Kiefern, gewaltig wie Eisenzangen, Gestachelt die Flossen: Raubtiergeschlecht. Unbeweglich, uralt, aus Metall, Grünspanig von tausend Jahren. Ein .....
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Fröhlicher regen - georg britting

Wie der Regen tropft, Regen tropft, An die Scheiben klopft! Jeder Strauch ist naß bezopft. Wie der Regen springt! In den Blättern singt 5 Eine Silberuhr. Durch das Gras hin läuft, Wie eine Schneckenspur, Ein Streifen weiß beträuft. Das stürmis .....
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Vogelschau - stefan george

Weisse schwalben sah ich fliegen Schwalben schnee- und silberweiss • Sah sie sich im winde wiegen • In dem winde hell und heiss. 5 Bunte häher sah ich hüpfen • Papagei und kolibri Durch die wunder-bäume schlüpfen In dem wald der tusferi. Grosse raben sah ich flattern • 10 Dohlen schwarz un .....
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Simmel, georg

S. besaß eine Sammlung kostbaren Porzellans. Schüler berichten von einer Berliner Vorlesung vor einer großen, in die Hunderte gehenden Hörerschaft, in welcher er über eine chinesische Porzellanschale mit einer feinen Tuschzeichnung dozierte. Er verwies dabei auf die augenblickliche Lebensbewegung de .....
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Vring, georg von der

Aufgehender Mond Neis, Edgar. In: Mond in der Lyrik, 1971, S. 21 - 22. Aus einer Nacht Bondy, Barbara. In: Zehn Minuten, 1991, S. 75 - 80. Cap de Bonne-Esperance Piontek, Heinz. In: Frankfurter Anthologie 1, 1976, S. 127 - 130. Der Bogenpfeil Eich, Günter. In: Mein Gedicht. 1961, S .....
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Weckherlin, georg rodolf

An das Teutschland Weber, Albrecht. In: Deutsche Barockgedichte, 1967, S. 42 - 43. Meid, Volker. In: Gedichte und Interpretationen 1, 1982, S. 148 - 158. Die Lieb ist Leben und Tod Hippe, Robert. In: Liebe im Gedicht, 1971, S. 20 -21. Ãœber den frühen Tod etc Beck, Adolf. In: Deutsche Lyr .....
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Hamann, johann georg

In der Italienischen Reise schreibt Goethe, als er über seine Lektüre Giambattista Vicos berichtet, es sei »gar schön, wenn ein Volk solch einen Ältervater besitzt: den Deutschen wird einst Hamann ein ähnlicher Kodex werden«. Ein solcher »Ã„ltervater« ist H.. den Friedrich Karl von Moser den »Magus .....
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Weerth, georg

Arbeite! Neis, Edgar. In: Welt der Arbeit, 1975, S. 16 - 20. Das Hungerlied Bräutigam, Kurt. In: Zugänge, 1977, S. 43 - 46. Der Kanonengießer Hermand, Jost. In: Geschichte im Gedicht, 1979, S. 128- 135. Die hundert Männer von Haswell Hermand, Jost. In: Geschichte im Gedicht, 1979, S .....
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Hegel, georg wilhelm friedrich

Das Portrait des versunkenen Professors auf dem Katheder über den Köpfen der andächtig mitschreibenden jungen Herren im Frack zeigt H. im Jahre 182S. auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn, in Berlin. Dieser H. ist es. der in die Nachwelt einging, dessen Denken z.B. dem jungen Marx noch ganz selbstverstä .....
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Winter, georg

Das Faultier oder die Geschichte zur hakenförmigen Kralle Wiese, Benno von. In: Frankfurter Anthologie 11, 1988, S. 249 - 253. .....
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Lukäcs, georg

Geb. 1 ?. 4. J^.s in Budapest: gest. 4. 6. 1971 in Budapest 'Die Beziehung zu Marx ist der wirkliche Prüfstein für jeden Intellektuellen, der die Klärung seiner eigenen Weltanschauung, die gesellschaftliche Entwicklung.... seine eigene Stellung in ihr. . . ernst nimmt.« So schrieb Georg L., beina .....
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Mead, george herbert

In ihren Grundzügen ist die Philosophie M.s dem Pragmatismus von William James und lohn Dewey verpflichtet. Möglicherweise ist 111 dieser Verbindung begründet, daß er lange Zeit in deren Schatten stand und in seiner eigenständigen Position nicht gesehen wurde. Ein anderer Grund dafür ist, daß M. zu .....
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Moore, george edward

Bezeichnend für M.s Persönlichkeit wie für sein gesamtes Schaffen ist eine Episode aus seinen ersten Studienjahren in Cambridge. Von Bertrand Russell war er zu einer Unterhaltung mit dem bekannten Philosophen John M.E. McTaggart eingeladen worden. Im Laute des Gesprächs trug dieser seine These von d .....
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Plechanow, georgi walentinowitsch

Materialismus militans - dieser 1908 von P. veröffentlichte Titel ist zugleich das Leitmotiv der intellektuellen Biographie P.s. des bedeutenden Phüosophiehistorikers, materialistischen Dialektikers, Theoretikers von Kunst und Literatur und politischen Revolutionärs der II. Internationale. Aus niede .....
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Herwegh,  Georg    





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