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Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Hermlin, Stephan



In H.s Leben und Werk scheint die Utopie realisiert, die hinter dem marxistischen Begriffszusammenhang des »Erbes« steht; wie keinem anderen deutschen Autor ist es ihm gelungen, in die Solidarität der Arbeiterbewegung einzutreten, ohne die Zivilisation des Großbürgertums, aus dem er stammte, verächtlich zurückzulassen. Der »spätbürgerliche Schriftsteller und Kommunist« wurde als Sohn eines Unternehmers und konzertreifen Pianisten geboren, seine Mutter stammte aus Großbritannien. Kosmopolitismus und jene Verbindung aus praktischer Tüchtigkeit und musischer Bildung, die das deutsche Bürgertumeinmal auszeichnete, umgaben seine Kindheit. 1931, mit 16 Jahren trat er von der Straße weg in den Kommunistischen Jugendverband Deutschlands ein. Fast fünfzig Jahre später schrieb das Mitglied der Akademie der Künste der DDR. dreifacher Nationalpreisträger, er habe immer das Gefühl gehabt, das Beste in sich aufgeben zu müssen, »wenn ich je meine Unterschrift, die ich um die Mittagszeit eines beliebigen Tages in einer beliebigen Berliner Straße geleistet hatte, als nicht mehr gültig betrachten würde«. So hing ihm diese Unterschrift an und verdammte ihn zunächst zu einem langen, qualvollen Leben in antifaschistischer Illegalität: bis 1936 als Drucker und illegaler politischer Agitator in Berlin untergetaucht, dann Flucht durch Ägypten, Palästina, England. Beteiligung am Spanischen Bürgerkrieg und in der französischen Resistance, Internierung in Frankreich. In der Schweiz, wohin er mit Unterstützung der Resistance aus dem französischen Lager geflohen war, begann H. eine publizistische Karriere; 1945 waren seine ersten Gedichtbände in Zürich erschienen . Nach seiner Rückkehr nach Deutschland arbeitete er beim Frankfurter Rundfunk, zusammen mit Golo Mann und Hans Mayer. Der rasch einsetzende Kalte Krieg vertrieb ihn 1947 in die spätere Hauptstadt der DDR. Dort wurde er zum Vizepräsidenten des Deutschen Schriftstellerverbandes gewählt. In seinem schmalen Werk spielt der weltgeschichtliche Abwehrkampf gegen den deutschen Faschismus die Schlüsselrolle, jene eine Bewegung, in der die beiden Welten, denen er angehörte, die bürgerliche und die sozialistische, einen kurzen historischen Moment lang zusammenarbeiteten.



      In der Realität des Kalten Kriegs zerriß seine Utopie immer mehr. H. schrieb kaum mehr Gedichte: zuletzt erschien Tod des Dichters . In der Bundesrepublik unter der Kanzlerschaft Adenauers wurde er mit Schmutz beworfen, in der DDR befand er sich zeitweilig in einer Isolation, die einem Kaltgestelltsein sehr nahe kam. Sein bisher letztes Buch, der autobiographische Prosazyklus Abendlicht , steht im Zusammenhang mit H.s Engagement gegen den absurden Rüstungswettlauf der frühen 80er Jahre. In den beiden Berliner Schriftstellerkonierenzen zur »Friedenserklärung« — Berlin 1981, Westberlin 1983 -, mit denen sich ihr federführender Initiator H. einen »Lebenswunsch« erfüllte, versuchte er, in einem Dialog der Intellektuellen den unerbittlichen Machtkampf der beiden Weltmächte zu entkrampfen. Nichts kennzeichnet sein Lebenswerk deutlicher als die melancholische Schönheit von Abendlicht, wenn man es mit dem Blick aut diese zwar noblen, aber doch vergeblichen Bemühungen hin liest.
      Schlenstedt, Silvia: Stephan Hermlin. Berlin 1985.

      Stephan Wackwitz


Hermlin, stephan

Ballade von den alten und neuen Worten Krechel, Ursula. In: Lesarten / Gedichte, 1982, S. 152 - 158. Die Asche von Birkenau Lermen, Birgit und Loewen, Matthias. In: Lyrik aus der DDR, 1987, S. 179 - 191. Die Vögel und der Test Hauptmann, Helmut. In: Lesarten, 1982, S. 216 -218. Die Zeit d .....
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Mallarme, stephane

Das vergleichsweise schmale, 400 Gedichte umfassende Werk von Stephane Mallarme wies der literarischen Moderne in vielerlei Hinsicht den Weg. Insbesondere die Symbolisten erklärten ihn neben Paul Verlaine zu ihrem Urvater. Die häufig als »dunkel« bezeichnete Lyrik von Mallarme streift bisweilen die .....
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Rykena, stephan

Biografie: *4.6.1 in Norden. St. Rykena ist Realschullehrer. Ein Schreibwettbewerb in einer Lokalzeitung brachte ihn zum Schreiben. Inzwischen hat er über 100 Kurzgeschichten meist krimineller Art für Zeitungen, den Lokalsender Radio Flora in Hannover und im Internet geschrieben. Seine Kommissare Pe .....
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