Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt




Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Görres, Johann Joseph von



»Er gleicht wirklich einem ungeheuren Turm, worin hunderttausend Gedanken sich abarbeiten und sich besprechen und zurufen und zanken, ohne daß der eine den andern versteht«, urteilte Heinrich Heine bissig über G., der zeit seines Lebens als ideenreicher, widerspruchsvoller und streitbarer Geist galt. Ob G. uns heute, gegen Ende des 20. Jahrhunderts, noch viel zu sagen hat, mag fragwürdig sein. Wenn auch sein umfangreiches und vielseitiges Werk fast in Vergessenheit geraten ist, so wird doch sein Name in liberalen, konservativen und auch in marxistischen Geschichtswerken weiterhin zitiert. Und dieses nicht ohne Grund: denn an G. lebensgeschichtlicher Entwicklung läßt sich die Geschichte des ausgehenden 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ablesen. Sein Denken führte durch fast alle großen Strömungen der Epoche zwischen Aufklärung und Spätromantik. Der Sohn eines Floßhändlers und einer Italienerin schwärmte als Jüngling für Napoleon und die Revolution, änderte aber seine Einstellung, nachdem Napoleon an die Macht gekommen war, und wurde schließlich ein vehementer Verfechter eines Katholizismus mit stark mythischer Tendenz. Umstritten als Dichter und Gelehrter, war er doch allseits anerkannt als einflußreicher politischer Publizist und Journalist der deutschen Romantik. Die Herausgabe zweier Zeitschriften, Das rote Blatt und Der Rübezahl , machten ihn in seiner prorevolutionären Epoche bekannt. Während der Zeit, in der er Generaldirektor des öffentlichen Unterrichts in den linksrheinischen Provinzen war , verschaffte G. mit der Herausgabe des Rheinischen Merkur dem nationalen Gedanken der Deutschen das erste große politische publizistische Organ, das, in ganz Europa bekannt, als »fünfte Weltmacht« gegen Napoleon gerühmt wurde. Den deutschen Regierungen wurde G., der für die Freiheit des Rheins, die Sicherung der Grenzen und eine freie Verfassung kämpfte, unbequem, als er sich gegen den Ungeist der Reaktion und die Rückkehr zum absolutistischen Regiment wandte. Seine Kritik am Versagen der Regierung in der nationalen Frage führte zum endgültigen Verbot der Zeitschrift. In seiner berühmt gewordenen Streitschrift Teutschland und die Revolution , die ins Französische. Enghsche, Niederländische und Schwedische übersetzt wurde, setzte er seine Kritik an der Unfähigkeit und der Willkür der Regierungen fort. Einer Verhaftung durch die preußische Regierung entzog sich G. durch die Flucht nach Straßburg und später in die Schweiz. In seiner Abhandlung Europa und die Revolution versuchte G., in einer geschichtsphilosophischen Gratwanderung nachzuweisen, wie wenig die Staaten und Regierungen auf die sogenannte Volksseele und das Christentum Rücksicht nehmen. Sein besonderes Interesse galt den altdeutschen Studien. In den Jahren seiner vielgerühmten Lehrtätigkeit in Heidelberg , denen fünf Jahre Professur der Naturgeschichte und Physik an der Sekundärschule in Koblenz vorausgegangen waren, -Joseph Eichendorff, der ihn in Heidelberg hörte, beschrieb seinen Vortrag als ein »prächtiges, nächtliches Gewitter, weckend und zündend für das ganze Leben« - gab er seine Schrift über Die teutschen Volksbücher heraus. Damit begründete G. die germanistischen Studien, die auch Teil der von seinen Freunden Clemens Brentano und Achim von Arnim unterstützten Wirkungsgeschichte der mittelalterlichen Kultur waren. Im Zusammenhang mit diesen Arbeiten entstand auch die Mythengeschichte der asiatischen Welt , in derer auf die Verwandtschaft der germanischen Poesie mit der orientalischen, insbesondere der persischen, hinweist. Sein letztes, der altdeutschen Literatur gewidmetes Werk erschien 1817: Die altdeutschen Volks- und Meisterlieder. Nachdem er aus dem Exil zurückgekehrt war. wurde G. von König Ludwig I. 1926 zum Professor für Geschichte nach München berufen. Hier galt er bald als der Anführer der katholischen Publizistik, die das Kampforgan Der Katholik veröffentüchte. Sein fünfbändiges Alterswerk Die Christliche Mystik , in welchem er die Geschichte der Menschheit im Kampf mit dem Bösen und der Sehnsucht nach Erlösung erzählte, zeigte seine Tendenz, mythisierende Bilder zu entwerfen. Dem Vorwurf des theologischen Dilettantismus mußte sich G. immer wieder aussetzen, und dennoch hat gerade sein intuitives Denken zur Wiedererstarkung und Verinnerlichung des Katholizismus wesentlich beigetragen. G. starb unmittelbar vor Ausbruch der revolutionären Erschütterung Europas und der Proklamation des kommunistischen Manifestes. »Tot ist Görres, die tonsurierte Hyäne«, schrieb Heinrich Heine in satirischer Bösartigkeit und bestätigte so zugleich die mächtige Wirkung des attackierten früheren Gegners.



      Habel. Reinhardt: Joseph Görres. Studien über den Zusammenhang von Natur, Geschichte und Mythos in seinen Schriften. Wiesbaden i960.
      Konstanze Görres-Ohde


Johann wolfgang goethe - 'lyrische gedichte von johann heinrich voß

[...] Und hier ist wohl der Ort, zu bemerken, welchen Einfluß auf Bildung der unteren deutschen Volksklasse unser Dichter haben könnte, vielleicht in einigen Gegenden schon hat. Seine Gedichte bei Gelegenheit ländlicher Vorfälle stellen zwar mehr die Reflexion eines dritten als das Gefühl der Geme .....
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Index » Textsammlung zur deutschen Literaturgeschichte

Faust (teil i: i808, teil 2: i832) tragödie von johann wolfgang von goethe

Zahlreiche Verfilmungen und ständig neue Theateraufführungen seheinen die dauerhafte Aktualität des >Faust< zu beweisen. Als Sage hat das Leben des Doktor Faustus schon vor Goethes Zeit immer wieder Menschen in ihren [Sann gezogen. Goethe hat die Puppenspielversion wahrscheinlich bereits in seiner K .....
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Novelle von heinrich von kleist

Novelle Kleist ist in keinem seiner Stücke Ideendramatiker, sondern immer Wirklichkeitsdichter. Dies trifft genauso für seine Prosawerke zu. 'Es gibt im deutschen Schrifttum keine Novellen, deren Form und Vortrag so konzentriert, so kristallisch sind wie diejenigen Kleists." . Zu einer Zeit, da man .....
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Index » ZWISCHEN KLASSIK UND ROMANTIK

Sie war die erste nicht - Ãober johann wolfgang von goethe

Der junge Mann Johann Woltgang G., nicht eigentlich Doktor, sondern Eizenziat der Rechte, ein junger Anwalt, der vor kurzem erst nach Ahschluss des Studiums in Straßburg nach Frankfurt zurückgekehrt war, schritt die Treppe vom ersten Stock des Römers hinunter, wo er eben in einem Streitfall zwischen .....
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Index » EINE LITERATURGESCHICHTE IN GESCHICHTEN

Johann wolfgang von goethe

28.8.1749 in Frankfurt am Main, 22.3.1832 in Weimar Johann Wolfgang Goethe wird am 28. August 1749 als Sohn des Kaiserlichen Rates Dr. jur. Johannes Gaspar Goethe und seiner Frau Gatharina Elisabeth geborene Textor in Frankfurt am Main geboren. Er erhält Privatunterricht in alten und neuen Spra .....
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Joseph freiherr von eichendorff (i788-i857)

Von allen Romantikern ist der Schlesier Eichendorff der volkstümlichste geworden. Auf Schloß Lubowitz bei Ratibor geboren, blieb er seiner Heimat und ihren Wäldern sein ganzes Leben lang verhaftet, selbst dann noch, als sein väterlicher Besitz in andere Hände überging. Er studierte in Halle und Hei .....
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Mondnacht - joseph von eichendorff

Es war, als hätt der Himmel Die Erde still geküßt, Daß sie im Blütenschimmer Von ihm nun träumen müßt. Die Luft ging durch die Felder, 5 Die Ã"hren wogten sacht, Es rauschten leis die Wälder, So sternklar war die Nacht. Und meine Seele spannte Weit ihre Flügel aus, 10 Flog durc .....
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Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Frische fahrt - joseph von eichendorff

Laue Luft kommt blau geflossen, Frühling, Frühling soll es sein! Waldwärts Hörnerklang geschossen, Mut ger Augen lichter Schein; 5 Und das Wirren bunt und bunter Wird ein magisch wilder Fluß, In die schöne Welt hinunter Lockt dich dieses Stromes Gruß. Und ich mag mich nicht bewahren! 10 Weit von eu .....
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Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Joseph freiherr von eichendorff (i788-i857): mondnacht

Weinend muss mein Blick sich senken Nikolaus Lenau . Schilflieder, Nr. 5 - Schilflieder, Nr. 5 Auf dem Teich, dem regungslosen, Weilt des Mondes holder Glanz, Flechtend seine bleichen Rosen In des Schilfes grünen Kranz. Hirsche wandeln dort am Hügel, Blicken in die Nacht empor; Manchmal regt s .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Die Wirklichkeit der Landschaften

Joseph freiherr von eichendorff (i788-i857): sehnsucht - poesie in der poesie

Sehnsucht Es schienen so golden die Sterne, Am Fenster ich einsam stand Und hörte aus weiter Ferne Ein Posthorn im stillen Land. Das Herz mir im Leibe entbrennte; Da hab ich mir heimlich gedacht: Ach, wer da mitreisen könnte In der prächtigen Sommernacht! Zwei junge Gesellen gingen Vorüber am Ber .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Umfangen von Natur

Elchendorff, joseph von

Abend Hubert, Gerda. In: Abend und Nacht in Gedichten, 1963, S. 161 - 165. Busse, Günther. In: Training, 1981, S. 65 - 67. Abschied Meyer, Heinz. In: Gedichtstunde, 1964, S. 67 - 70. Walter, Hugo. In: The Apostrophic Moment, 1988, S. 63 - 86. An A... Kunisch, Hermann. In: Frankfurter Antho .....
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Scheffel, joseph victor von

Wanderlied Bollenbeck, Georg. In: Gedichte und Interpretationen 4, 1983, S. 300-310. .....
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Salis-sewis, johann gaudenz von

Morgenpsalm Pfeiffer, Johannes. In: Wege zur Dichtung, 1969, S. 67 - 68. Zu singen bei einer Wasserfahrt Pfeiffer, Johannes. In: Die deutsche Lyrik 1, 1975, S. 211 -213. .....
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Hellmut holthaus wahrhaftige geschichte von der spazierfahrt oder mit dem auto sieht man etwas von der welt

1. Erster Arbeitsschritt: Motivationsphase Methode: Vor Lektüre der Erzählung können die Schüler von Autospazierfahrten, z. B. an Sonntagen, berichten. 1.1. Wie sehen unsere Sonntagsausflüge aus? 1.2. Warum unternimmt man Spazierfahrten mit dem Auto? 2. Zweiter Arbeit .....
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Autobiographie im zeitalter des mißtrauens: le miroir qui revient von alain robbe-grillet und livret defamille von patrick modiano

1. Die autobiographischen Texte des Nouveau Roman als Abkehr vom experimentellen Roman? Als traditionelle Gattung wurde die Autobiographie lange von denjenigen Autoren gemieden, die sich zur literarischen Avantgarde zählten. Als 1984 ein "nouveau romancier" wie Alain Robbe-Grillet nahezu gleichz .....
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Goethe johann wolfgang von

Johann Wolfgang von Goethe gilt als der universellste deutschsprachige Autor, der durch seine Hauptwerke, durch die Breite seiner poetischen Produktion, aber auch durch seine Briefe, Tagebücher, Aufzeichnungen, Gespräche die klassische Epoche so sehr verkörpert, dass man von »Goethezeit« spricht. Bi .....
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Im abstände folgt mörike von den lyrikern dieser zeit der unglückliche - deutsch-ungar- nikolaus lenau (niembsch von strehlenau), i802-i850.

Auch Lenau fand den Ausgleich zwischen romantischem Wesen und der wirklichen Welt nur in seiner Dichtung. Er hat den Sprung aus der romantischen Befangenheit seines Wesens in die Realität der Welt um 1840 wohl gewagt und ist nach Amerika gegangen, um Farmer zu werden; aber vor der Wirklichkeit .....
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Index » VON DER ROMANTIK ZUM REALISMUS

Der simplicissimus (i668) - roman von hans jakob christoffel von grimmeishausen

Hans Jakob Christoffcl von Grimmelshausen wird als Begründer des deutschen Prosaromans angesehen, das Werk geht auf Grim-mclshauscns Erfahrungen im Dreißigjährigen Krieg zurück. Im hessischen Gelnhausen wuchs er im einfachen, protestantischen Bürgermilieu auf und geriet mit 15 jähren unter die Söld .....
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Eichendorff, joseph freiherr von

Joseph von Eichendorff gilt als der bekannteste deutsche Romantiker. Viele seiner Gedichte, Wanderlieder und Erzählungen schildern die Landschaft seiner Heimat. Eichendorffs dichterisches Credo lautete: »Die Poesie liegt in einer fortwährend begeisterten Anschauung der Welt und der menschlichen Ding .....
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Joseph von eichendorff - mondnacht

Es war, als hätt der Himmel Die Erde still geküßt, Daß sie im Blütenschimmer Von ihm nun träumen müßt. Die Luft ging durch die Felder, Die Ã"hren wogten sacht, Es rauschten leis die Wälder, So sternklar war die Nacht. Und meine Seele spannte Weit ihre Flügel aus, Flog durch die stillen Lande, Als .....
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Ludwig achim von arnim - von volksliedern â-  an kapellmeister reichardt

[...] Ein schönes Lied in schlechter Melodie behält sich nicht, und ein schlechtes Lied in schöner Melodie verhält sich und verfängt sich, bis es herausgelacht; wie ein Labyrinth ist es: einmal hinein, müssen wir wohl weiter; aber aus Furcht vor dem Lindwurm, der drin eingesperrt, suchen wir gleich .....
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Sehnsucht - joseph von eichendorff

Es schienen so golden die Sterne, Am Fenster ich einsam stand Und hörte aus weiter Ferne Ein Posthorn im stillen Land. Das Herz mir im Leib entbrennte, Da hab ich mir heimlich gedacht: Ach, wer da mitreisen könnte In der prächtigen Sommernacht! Zwei junge Gesellen gingen Vorüber am Bergeshang, Ic .....
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Der zauberlehrling - johann wolfgang von goethe

Hat der alte Hexenmeister Sich doch einmal wegbegeben! Und nun sollen seine Geister Auch nach meinem Willen leben. 5 Seine Wort und Werke Merkt ich und den Brauch, Und mit Geistesstärke Tu ich Wunder auch. Walle! walle 10 Manche Strecke, Daß zum Zwecke Wasser fließe, Und mit reichem, v .....
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Johann wolfgang goethe: von deutscher baukunst

Analyse Zu den Neubewertungen, die in Kunsttheorie und Sprachgebrauch der 1770er Jahre die Bedeutung vieler Worte veränderten, gehört auch der Bedeutungswandel, den das Wort gotisch erfuhr: Goethe verband zunächst Vorstellungen von 'unbestimmtem, ungeordnetem, unnatürlichem, zusammengestoppeltem, a .....
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Index » Sturm und Drang Epoche » Die Genieästhetik

Prometheus - johann wolfgang von goethe

Bedecke deinen Himmel, Zeus, Mit Wolkendunst! Und übe, Knaben gleich, Der Disteln köpft, An Eichen dich und Bergeshöhn! 5 Mußt mir meine Erde Doch lassen stehn, Und meine Hütte, Die du nicht gebaut, Und meinen Herd, 10 Um dessen Glut Du mich beneidest .....
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Görres,  Johann  Joseph    





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