Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt




Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Index
» Autoren
» Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart
» Eich, Günter

Eich, Günter



»Günter Eich ist ein Meister der Tarnung« , »ein Dichter, einer der wenigen, die das hohe Wort zu Recht tragen« , »ein stiller Anarchist« . E. gilt als einer der bedeutendsten deutschen Lyriker der Nachkriegszeit und als Schöpfer des poetischen Hörspiels. Sein Werk ist nicht umfangreich: ein halbes Dutzend Gedichtbände, knapp dreißig Hörspiele, zwei Marionettenspiele, zwei schmale Prosabände, ein paar Kurzgeschichten, wenige Miszellen: das ist die Ausbeute einer mehr als vierzigjährigen schriftstellerischen Tätigkeit. Das ist gleichzeitig ein Hinweis auf das Charakteristische seiner Arbeit. Zeitlebens ging es ihm nicht um das Beschreiben der Welt, sondern um die Erfahrung der Wirklichkeit durch die Poesie. Er war nicht eloquent, er schilderte nicht bildhaft, wortreich, sondern lakonisch, knapp, verschwiegen. »Ich bin Schriftsteller, das ist nicht nur ein Beruf,sondern die Entscheidung, die Welt als Sprache zu sehen__Ich schreibe Gedichte, ummich in der Wirklichkeit zu orientieren. Ich betrachte sie als trigonometrische Punkte oder als Bojen, die in einer unbekannten Fläche den Kurs markieren. Erst durch das Schreiben erlangen für mich die Dinge Wirklichkeit. Sie ist nicht meine Voraussetzung, sondern mein Ziel. Ich muß sie erst herstellen.«



Dieses Bekenntnis trug E. 1956 vor, als er sich das einzige Mal in seinem Leben in eine poetologische Diskussion einließ. Spätere Fragen nach den Impulsen für seine Arbeit beantwortete er mit dem für einen Schriftsteller immerhin verblüffenden Satz: »Eigentlich schreibe ich, weil ich gar nicht schreiben kann« - der Bitte nach einer Interpretation eigener Texte begegnete er: »Ich lehne es immer und überall ab, mich zu mir und meinen Sachen zu äußern.« E. hatte eine auffallende Scheu, ja Scham, über sich selbst, seine Biographie, seine Dichtung zu sprechen. Und wenn er es dennoch tat, dann lakonisch, distanziert, auf äußere Daten reduziert. Er stellte mehr Fragen, als daß er Antworten parat gehabt hätte.
      Mit elfjahren zog E. mit seiner Familie aus dem ländlichen Oderbruch nach Berlin. 1925 begann er, dort Volkswirtschaft und Sinologie zu studieren; in Paris setzte er diese Studien fort. Die ausgefallene Fächerkombination erklärte er mit dem Hinweis, daß er ein Studium gewählt habe, das keine gesellschaftliche Nützlichkeit erkennen lasse. Offensichtlich wollte schon der junge E. seine Tätigkeit der leichten Verwertbarkeit entziehen. Dieses Bestreben sollte sich als Konstante durch sein gesamtes Werk ziehen: •Seid unnütz«, fordert er seine Zeitgenossen in dem berühmten Hörspiel Träume auf; und: »Späne sind mir wichtiger als das Brett«, formuliert er 1968 in seinen Maulwürfen.
      Mit 21 Jahren veröffentlicht E. unter dem Pseudonym Erich Günter erste Gedichte in der von Willi Fehse und Klaus Mann herausgegebenen Anthologie jüngster Lyrik. Es sind spätexpressionistische, naturmagische Gedichte, die auf einen empfindsamen, melancholischen Autor schließen lassen: »O ich bin von der Zeit angefressen und bin in gleicher Langeweile vom zehnten bis zum achtzigsten Jahre,« so schrieb E. 1928. Danach hat man von dem Lyriker E. mchts mehr gehört. Er taucht erst 1945 wieder auf.
      Sein Studium gibt E. 1932 ohne Abschluß auf; er beschließt, Berufsschriftsteller zu werden. Er arbeitet für den Berliner Rundtunk, gemeinsam mit Martin Raschke verfaßt er die Monatsbilder des Konigswusterhäuser Landboten, Kalendergeschichten und Hörfeatures, Umarbeitungen von literarischen Vorlagen, Spiele, die offenbar harmlos waren und ihn mit dem neuen Medium vertraut machten, auch wenn sie keinen eigenständigen literarischen Rang geltend machen können. Den Krieg überlebt E. als Soldat. Auch über diese Zeit hat er öffentlich geschwiegen. Er gerät in amerikanische Gefangenschaft. Und hier in Sinzig am Rhein, zwischen Stacheldraht und Latrine, schreibt er wieder Gedichte, Verse von verzweifelter Ironie, erniedrigter Menschlichkeit ohne jede Lamoyanz. Gedichte, die offenbar so sehr den Nerv der Sensiblen ihrer Zeit trafen, daß sie eine Gattung begründeten, die sogenannte »Kahlschlagpoesie«. Das berühmteste Gedicht aus dieser Zeit heißt Inventur: »Dies ist meine Mütze/dies ist mein Mantel/hier mein Rasierzeug/im Beutel aus Leinen//Konservenbüchse:/Mein Teller, mein Becher/ich hab in das Weißblech/den Namen geritzt.«Durch die Kargheit seiner nur noch aufzählenden Sprache wurde dieses Gedicht zum Inbegriff für dichterischen Neubeginn und Sprachreinigung nach 1945.
      Aus der historischen Distanz der 80er Jahre wird eine andere Charakteristik E.s bereits hier deutlich: in den Gedichten aus der Gefangenschaft, die 1948 in dem Band Abgelegene Gehöfte erscheinen, experimentiert E. mit den verschiedensten poetischen Formen, er schreibt Prosagedichte wie Volkshedverse, er benutzt literarische Vorlagen, die an Heinrich Herne und Friedrich Hölderlin erinnern, und füllt sie mit neuen, erlebten Inhalten; ironisch verknüpft er romantische, lyrische Versatzstücke - »es flüstert verworren der Rhein« - mit seiner verlausten, unappetitlichen Realität: »Ãœber stinkendem Graben/Papier voll Blut und Urin/umschwirrt von funkelnden Fliegen/ hocke ich in den Knien/.. ./Irr mir im Ohre schallen/Verse von Hölderlin/In schneeiger Reinheit spiegeln/Wolken sich im Urin.« Dieses Auseinanderbrechen von Zusammenhängen als Prinzip, dieses Neuverknüpfen von Unerwartetem und Disparatem wird E. vor allem in seinen späten Prosa-Texten, den Maulwürfen, wieder aufnehmen und damit in neue poetische Bereiche vordringen. Nach seiner Entlassung aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft widmet er sich neben den Gedichten vor allem dem Hörspiel. Die Erstsendung seiner Träume werden zur »Geburtsstunde des poetischen Hörspiels« . Jeweils zum Ende der vier Träume appelhert der Autor an seine Hörer: »Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind! Seid mißtrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben für euch erwerben zu müssen! Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind, wenn mit der Leere eurer Herzen gerechnet wird! Tut das Unnütze, singt Lieder, die man aus eurem Mund mcht erwartet! Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!«

Die Erfahrungen des Dritten Reichs sind noch frisch, und Dichter wie E. warnen eindringlich davor, sie zu verdrängen. Karl Korn urteilte damals: »Traumdeutung ist Günter Eichs Gedicht, und man kann zu seinem Ruhme wohl nicht mehr sagen, als daß er unser aller Träume dichtet.« Gemeint waren wohl vor allem die kollektiven Alpträume. E.s Hörspiele beginnen harmlos, in alltäglichen Situationen. Im Laufe der Handlung aber geht die Sicherheit verloren, eine ungeahnte Wirkhchkeit überlagert die sichtbare Realität. Die Hörspiele verlassen die eingeübten Pfade, verunsichern, wollen aufmerksam, wachsam stimmen, Mißtrauen erwecken gegen die scheinbare Sicherheit der wahrnehmbaren Gegenwart. Es ist eine Zeit, in der E. gegen die Erkenntnis der »verwalteten Welt« den totalen Ideologieverdacht anmeldet, in der er jeder Meinung mißtraut, jeden Standpunkt als Möglichkeit von Machtmißbrauch ablehnt. Gegen Ende seines Lebens hat E. die Unmittelbarkeit, das Pathos seiner berühmten Verse nicht mehr gemocht. An den Inhalten aber hat er stets festgehalten: er fühlte sich verantwortlich: »Alles was geschieht, geht dich an.«
Er wollte seine Arbeit als Herausforderung der Macht und der Mächtigen verstanden wissen: »Wenn unsere Arbeit nicht als Kritik verstanden werden kann, als Gegnerschaft und Widerstand, als unbequeme Frage und als Herausforderung der Macht, dann schreiben wir umsonst.« Er wehrt sich gegen alle Institutionen, auch gegen die Natur: »Nachrichten, die für mich bestimmt sind/weitergetrommelt von Regen zu Regen/von Schiefer- zu Ziegeldach/eingeschleppt wie eine Krankheit/Schmuggelgut, dem überbracht/der es nicht haben will -/.../Bestürzt vernehme ich/die Botschaften der Verzweiflung/die Botschaften der Armut/und die Botschaften des Vorwurfs/Es kränkt mich, daß sie an mich gerichtet sind/denn ich fühle mich ohne Schuld« .
      Zwischen 1955 und 1968 hegt eine Phase, in der E. an den Rand des Verstummens geriet. 1962 war er nach Japan gereist. Die Steingärten, Meditationsstätten der berühmten Tempel wurden für den abendlandmüden deutschen Dichter zur existentiellen Erfahrung des Ganz-Anderen, des Sprachlosen. Er war an einem schöpferischen Endpunkt angelangt. Seine Gedichte, Einzeiler häufig, konzentrierte, komplizierte Aphorismen betrauern das Vergebliche der »bösen Hoffnung«. Sie erschienen in dem Band Anlässe und Steingärten . Es wurde still um E., der 1953 die Schriftstellerin Ilse Aichinger geheiratet hatte und nun mit ihr und den Kindern Clemens und Miriam m Groß-Gmain bei Salzburg abgeschieden lebte. Er war berühmt. Man hatte ihm schon 1950 den ersten Preis der Gruppe 47 verliehen, er war Träger des Hörspielpreises der Kriegsblinden und nahm 1959 den Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung entgegen. Endlich, 1967, sorgt er noch einmal für literarischen Wirbel. Auf der letzten Tagung der Gruppe 47, zu deren Gründungsmitgliedern er ja zählte, trug er seine neuen, irritierenden Prosatexte vor, die er Maulwürfe nannte, Tiere, mit denen er sich listig vergleichen wollte. E. reflektiert Literatur in seiner Literatur, er montiert Heterogenes, Aphorismen und Banalitäten, Redewendungen, Nonsens, Sprachklischees und politische Slogans. Eine anarchische Literatur, ein Anarchist in der Literatur. »Wäre ich kein negativer Schriftsteller, möchte ich ein negativer Tischler sein. Die Arbeit ist nicht weniger geworden, seitdem der liebe Valentin den Hobel hingelegt hat. Staatsmänner haben ihn übernommen. Aber es lebe die An-irdiic! Mit diesem Hochruf gehe ich in die nächste Runde. Späne sind mir wichtigerals das Brett.« 1970 erscheint der zweite Band Ein Tibeter in meinem Büro. 49 Maulwürfe. Schließlich veröffentlicht E. einen letzten schmalen Gedichtband, Sach Seumes Papieren , und ein Hörspiel, Zeit und Kartoffeln . E. ist schwer krank. Er wird immer dünner, filigraner. Der Mann, der das Mitleiden, das Mitfühlen, die Mitverantwortung ins Zentrum seiner literarischen Arbeit gestellt hatte, litt jahrelang sichtbar dem Tode zu. Walter Jens übermittelt ein letztes Gespräch mit dem Freund aus dem November 1971: »Wir sprachen über seine Gedichte, da hielt er plötzlich inne und fragte: Findet ihr nicht auch, daß sie immer trauriger werden? Immer kürzer, immer trauriger? Im Grunde sei er des Schreibens längst leid; was zu sagen sei, sei jetzt gesagt«.
      Schatroth. Heinz F.: Günther Eich. München 1976.
      Müller-Hanpft. Susanne : Ãœber Günther Eich. Frankfurt a.M. 1970.
      Susanne Müller-Hanpft


Ist das leichte gleich verächtlich ?

Macht der Erfolg einen Schriftsteller verdächtig? Muß der Romancier, der sich der Gunst des Publikums erfreut, ein schlechtes Gewissen haben ? Ist es mit der Würde eines Künstlers unvereinbar, Bücher zu schreiben, die sich auch für die Eisenbahnlektüre eignen? Sollten wir von dem Autor, der dem Unte .....
[ mehr ]
Index » wer schreibt provoziert

Eich, günter

Abgelegene Gehöfte Pereis, Christoph. In: Frankfurter Anthologie 9, 1985, S. 187- 190. Kaiser, Gerhard. In: Heine bis Gegenwart, 1991, S. 689 - 691. Air Kopplin, Wolfgang. In: Beispiele, 1969, S. 36 - 39. Among my Souvenirs Gerth, Klaus. In: Westermanns Päd. Beilr. 16, 1964, S. 345 .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Günter eich - ende eines sommers

Wer möchte leben ohne den Trost der Bäume! Wie gut, daß sie am Sterben teilhaben ! Die Pfirsiche sind geerntet, die Pflaumen färben sich, während unter dem Brückenbogen die "Zeit rauscht. Dem Vogelzug vertraue ich meine Verzweiflung an. Kr mißt seinen Teil von Ewigkeit gelassen ab. Seine Strecke .....
[ mehr ]
Index » Sonstige

Günter eich (i907-i972): inventur - minimalgepäck

Inventur Dies ist meine Mütze, dies ist mein Mantel, hier mein Rasierzeug im Beutel aus Leinen. Konservenbüchse: Mein Teller, mein Becher, ich hab in das Weißblech den Namen geritzt. Geritzt hier mit diesem kostbaren Nagel, den vor begehrlichen Augen ich berge. Im Brotbeutel sind ein Paar wollen .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Erneuerungs- und Warngedicht

Pfaffenhut - günter eich

Oktober tötet. Oh Blumenblut! Den Waldsaum rötet der Pfaffenhut. 5 Es reißen die Pfeile des Sonnenlichts Blume wie Stunden ins blaue Nichts. Der Mond, das Messer, 10 von Tränen geätzt, am Stein der Leiden zur Schärfe gewetzt, so noch am Tage zielt er auf mich. 15 Die wuchernde Schrift der Ranken .....
[ mehr ]
Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Paul celan und günter eich

In der französischen Tradition, die kontinuierlicher verlaufen ist als die deutsche und deren Strukturen von Generation zu Generation verfolgt werden können, während bei uns immer wieder jähe Abbruche stattfinden, was mit der größeren Soziabilität der französischen Literatur überhaupt zusammenhängen .....
[ mehr ]
Index » DIE DEUTSCHE LITERATUR » DIE DEUTSCHE LYRIK DER GEGENWART

Inventur - günter eich

Dies ist meine Mütze, dies ist mein Mantel, hier mein Rasierzeug im Beutel aus Leinen. Konservenbüchse: 5 Mein Teller, mein Becher, ich hab in das Weißblech den Namen geritzt. Geritzt hier mit diesem kostbaren Nagel, 10 den vor begehrlichen Augen ich berge. .....
[ mehr ]
Index » Gedichte aus unserer Zeit - Interpretationen

Fußnote zu rom - günter eich

Ich werfe keine Münzen in den Brunnen, ich will nicht wiederkommen. Zuviel Abendland, verdächtig. 5 Zuviel Welt ausgespart. Keine Möglichkeit für Steingärten. Das scheint sich unschwer zu erschließen. Die Fontana di Trevi. Man wirft eine Münze in den Brunnen, so einer innig wünscht, Rom wiederz .....
[ mehr ]
Index » Gedichte aus unserer Zeit - Interpretationen

Geisenhausen - günter eich

Das Gras auf dem Turmgesimse erzittert im Glockenschlag Die Flüge der Dohlen teilen den Himmel mir und den Tag. So werden Glocken und Vögel 5 mein Raum und meine Zeit. Das Ochsengespann in der Tiefe zieht Holz in die Ewigkeit. Der Zeiger der Turmuhr läuft schneller unter dem Dohleng .....
[ mehr ]
Index » Gedichte aus unserer Zeit - Interpretationen

Eich, günter

Geb. 1.2.1907 in Lebus an der Oder; gest. 20.12.1972 in Salzburg »Günter Eich ist ein Meister der Tarnung« , »ein Dichter, einer der wenigen, die das hohe Wort zu Recht tragen« , »ein stiller Anarchist« . E. gilt als einer der bedeutendsten deutschen Lyriker der Nachkriegszeit und als Schöpfer des .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige autoren

Günter eich (i907-i972)

Als ein 'Wechseln von den Chiffren des Vogelflugs zu Nagetieren und Dickhäutern" beschreibt Günter Eich die Entwicklung seines Werkes von der frühen Naturlyrik zu der von ihm Maulwürfe genannten Prosa der späten Jahre. Und im gleichen Atemzug wünscht er sich voll Ironie die Ersparnisse nicht geschr .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Lyriker des 20. Jahrhunderts (Deutschsprachige)

Leichen-entsorgung und lob des fragments

Was aber tun Autoren, die an einem Werk verzweifeln, die an ihrer Aufgabe rettungslos scheitern? In jedem Maleratelier finden sich halb fertige Bilder und in jedem Komponistenzimmer unvollendete Stücke. Vielleicht verließ den Künstler die Lust, vielleicht fehlten ihm die richtigen Ideen, vielleicht .....
[ mehr ]
Index » Schreiberlust und Dichterfrust » Farewell, My Lovely

Günter grass (geb. i927): prophetenkost - die mitwisser

Günter Grass erhielt 1999 den Nobelpreis für Literatur vor allem seines erzählerischen Werks, zumal des Romans Die Blechtrommelwegen. Und tatsächlich hat sich in der Wirkungsgeschichte, zu seinem Bedauern, das lyrische Werk nie recht aus dem Schatten seines epischen Werks befreien können. Während d .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Erneuerungs- und Warngedicht

Peter rühmkorf (geb. i929): auf eine weise des joseph freiherrn von eichendorff

Des Mühltals Idylle in Moll Auf eine Weise des Joseph Freiherrn von Eichendorff In einem Knochenkopfe da geht ein Kollergang, der mahlet meine Gedanken ganz außer Zusammenhang. Mein Kopf ist voller Romantik, meine Liebste nicht treu — Ich treib in den Himmelsatlantik und lasse Stirnenspreu. Ac .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Der Lyriker als Laut-Mime und Sprach-Virtuose

Günter kuriert (geb. i929): atlas - ein paar fetzen hoffnung

Atlas Zwar noch gebeugt aber die Arme schon leer und herabgesunken Die sonst steinerne Miene gesprungen vor Schreck über den Verlust der Last auf dem mythischen Weg irgendwohin durch die Zeit Plötzlich überflüssig ein nackter Überlebender seiner Aufgabe die ohne die Kugel mißlungen: der er folg .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » An den Scheidewegen der Zeit

Die 'leichenöffnung des lasters - friedrich schiller: der verbrecher aus verlorener ehre.

Entstehung Einzelheiten der Entstehungsgeschichte sind unbekannt. Schiller schickte das fertige Manuskript am 29. November 1785 an den Verleger Göschen. In einem Brief vorn 13. Eehruar 1786 schreibt er ihm, es sei gegen seinen 'Wunsch, daß einige Artikel dieses Hefts, wozu ich ausdrüklich fremde Ze .....
[ mehr ]
Index » Sturm und Drang Epoche » Lyrik

Umwege und hilfreiche fehleinschätzungen

Grundsätzlich ist jeder Autor frei, sich zu entscheiden, wie und was er schreiben möchte. Er kann sich fragen, worüber er schreiben will und ob dafür die Form eines Gedichts oder einer Novelle oder eines Hörspiels besser geeignet ist. Er kann überlegen, ob er für Erwachsene, für Kinder, für einfache .....
[ mehr ]
Index » Schreiberlust und Dichterfrust » Sieben Jahre Ferien

Kinder- und jugendliteratur zur zeit des sog. 'dritten reichs

Wohl noch nie war der Kinder- und Jugendliteratur ein so massives Erziehungspotential zugesprochen worden, wie dies seit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten geschah. Die neuen Machthaber sahen in der Bewertung von Kinder- und Jugendschriften nicht nur eine Frage geistiger Auseinander .....
[ mehr ]
Index » Taschenbuch der Kinder- und Jugendliteratur » OTTO BRUNKEN

Technische speichermedien um i900

Der Unterschied zwischen Goethes Eckermann und dem 1877 von Edison vorgestellten Phonographen ist banal, aber medienhistorisch folgenreich: der Phonograph kann weder lesen noch schreiben. Erstmals speichert ein Notationssystem schlicht Signifikanten, akustische Wellen, ohne sie nach Tönen und Geräus .....
[ mehr ]
Index » Voraussetzungen und Grundfragen der Literaturwissenschaft » Literatur und Medien

The silence ofthe lambs: initiation ins reich des rationalen irrationalismus

Eine entscheidende Rolle bei der Popularisierung des Serienmörder-Motivs spielt fraglos Jonathan Demmes Film The Silence ofthe Lambs , entstanden nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Harris ; er gewann die Academy Awards für die fünf wichtigsten Kategorien: Bester Film, beste Regie, bester Haupt .....
[ mehr ]
Index » Tendenzen der Phantastik im Spannungsfeld zwischen Rationalismus und Irrationalismus » Realität des Horrors - Horror der Realität

Kinderliterarische phantastik unter neuen vorzeichen

War die Wiedergeburt der sozialkritischen realistischen Kinderliteratur ein erstes Kennzeichen der Kinderliteratur der siebziger Jahre, so kann man als zweites Kennzeichen das Eindringen von Sozialkritik und Politik auch in die kinderliterarische Phantastik nennen. Aus Märchen und Fabeldichtungen we .....
[ mehr ]
Index » Taschenbuch der Kinder- und Jugendliteratur » JORG STEINZ / ANDREA WEINMANN

Marie luise kaschnitz (i90i-i974): gleichzeitig - lebensbühne

Zur Zeit des Expressionismus entwickelte sich in der Großstadtlyrik ein Gedichttypus, der die Vielfalt gleichzeitiger Eindrücke in den modernen Metropolen wiederzugeben versuchte: das >Simultangedicht .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Erneuerungs- und Warngedicht

Erste aufzeichnungen

Lose Blätter mit einzelnen Liedern sind nicht erhalten. Es gibt jedoch Zeugnisse dafür, zumindest aus Frankreich, daß die Dichter einzelne Lieder aufgeschrieben haben oder aufschreiben ließen und sie in dieser Form an ihre Dame oder an Freunde und Gönner verschickt haben. Bei Gontier de Soignies, de .....
[ mehr ]
Index » Exkurs über die Literatur der DDR (1949-1990)

Joseph freiherr von eichendorff (i788-i857): sehnsucht - poesie in der poesie

Sehnsucht Es schienen so golden die Sterne, Am Fenster ich einsam stand Und hörte aus weiter Ferne Ein Posthorn im stillen Land. Das Herz mir im Leibe entbrennte; Da hab ich mir heimlich gedacht: Ach, wer da mitreisen könnte In der prächtigen Sommernacht! Zwei junge Gesellen gingen Vorüber am Ber .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Umfangen von Natur

Joseph freiherr von eichendorff (i788-i857): mondnacht

Weinend muss mein Blick sich senken Nikolaus Lenau . Schilflieder, Nr. 5 - Schilflieder, Nr. 5 Auf dem Teich, dem regungslosen, Weilt des Mondes holder Glanz, Flechtend seine bleichen Rosen In des Schilfes grünen Kranz. Hirsche wandeln dort am Hügel, Blicken in die Nacht empor; Manchmal regt s .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Die Wirklichkeit der Landschaften

 Tags:
Eich,  Günter    





Impressum | Datenschutz

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com