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Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Domin, Hilde



D. ist eine gut zugängliche Hermetikerin, denn den Großteil ihres Werkes, auch die überraschendsten Bilder, kann der Leser aus der Biographie erschließen: einer Kette immer entlegenerer Exilstationen von Italien über England bis Santo Domingo in den Antillen und den USA . So geschieht auch ihr Durchbruch zum Verfassen von Gedichten, den sie als eine zweite Geburt beschreibt, aus der Notwendigkeit heraus, sich selbst »am Rande der Welt« überhaupt noch zu spüren: »verwaist und vertrieben,... stand ich auf und ging heim, in das Wort... Von wo ich unvertreibbar bin. Das Wort aber war das deutsche Wort. Deswegen fuhr ich wieder zurück« . Die Bilder der Flucht und Vertreibung, des Wohnendürfens, aber nur auf Abruf, übernimmt sie von den französischen, italienischen und spanischen Symbolisten und Surrealisten. Ihr erstes Gedicht übersetzt die 39jährige bezeichnender Weise sofort ins Spanische, um seine Wirkung zu prüfen, so sehr ist sie dem Idiom Jorge Guülens, Garcia Lorcas , Andre Bretons und Guiseppe Ungarettis verhaftet. Als einen Auftakt für das Werk kann man die paradoxe Titelmetapher des ersten Lyrikbandes lesen, Sur eine Rose als Stütze : Spannung zwischen Exil und Heimkehr, wiederentdeckte Muttersprache , Halt am fragilen poetischen Grundmotiv, zugleich Wiederentdeckung des Ich: »Und eine große Blüte stieg / leuchtend blaß / aus meinem Herzen« .



      Zusammen mit dem jüngeren Bruder wächst D. in einer großbürgerlichen Wohnung in Köln auf, schwänzt schon mit zwölf die Schule, um mitzuerleben, wie der bewunderte Vater, ein republiktreuer jüdischer Anwalt, der im Ersten Weltkrieg das Eiserne Kreuz erhalten hatte, vor Gencht einen »unschuldig Angeklagten bis an die Grenzen des beruflichen Ruins« verteidigt. Sie kann nicht vergessen, daß gerade dieser Mann, für den der Anwalt bei Reichspräsident Hindenburg ein Gnadengesuch erwirkte, zu den ersten gehörte, »die, nach 1933, aufhörten, meinen Vater... auf der Straße zu grüßen.«
Daß der Vater nach der Emigration im November 1933 berufs- und mittellos in England leben muß, dort interniert wird und 1940, nach der Ãoberfahrt nach New York stirbt, ohne ein Grab zu haben, vergißt sie nie; lang wirkt die Szene nach, als die zur Sängerin ausgebildete Mutter nach Ende des Ersten Weltkriegs englische Lieder am Flügel singt: »da gingen die Gäste türeschlagend davon.« Selbst auf dem Gymnasium unterdrückt man bis zu ihrem Abitur 1929 die Begeisterung der abgehenden Hochbegabten für »Paneuropa« und Fremdsprachen. Die Heidelberger Studentin der Rechte und Sozialwissenschaften erlebt Karl Jaspers und Karl Mannheim, bevor sie mit dem künftigen Mann, Erwin Walter Palm , nach Rom und darauf nach Florenz geht; das Auslandsstudium wird zur Emigration. Diejunge Doktorandin entgeht in Rom, wo sie seit 1932 als private SprachJehrerin arbeitet, mehrfach nur knapp einer Verhaftung, bevor sie 1940. nach einem sechsmonatigen Englandaufenthalt und dem Abschied von den Eltern, in die Domäne des berüchtigten Diktators Raffael Trujillo fortzieht: »Viele Flüchtlinge verdanken ihm das Leben. Er nahm sie auf, um sein Land aufzuweißen. ohne Ansehen ihres pohtischen Glaubens oder der Rehgion und >Rasse


Hilde domin (geb. i909): abel steh auf - dennoch die hoffnung

»Das A und O ist für mich«, sagt Hilde Domin in den Frankfurter Poetik-Vorlesungen , »der immer mögliche Neuanfang: die zweite Chance«. Davon spricht auch das Gedicht Abel steh auf, das die Autorin als ihr »zentrales Wort« versteht. Abel steh auf Abel steh auf es muß neu gespielt werden täglich .....
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Rückkehr - hilde domin

Meine Füße wunderten sich daß neben ihnen Füße gingen die sich nicht wunderten. Ich, die ich barfuß gehe und keine Spuren hinterlasse, 5 immer sah ich den Leuten auf die Schuhe. Aber die Wege feierten Wiedersehen mit meinen schüchternen Füßen. Am Haus meiner Kindheit blüh .....
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Domin, hilde

Abel steh auf Kienecker, Friedrich. In: Lieder, 1978, S. 134 - 139. Domin, Hilde. In: Neue Rundschau 95, 1984, H. 3, S. 172- 177. Domin, Hilde. In: Pausen zwischen den Worten, 1986, S. 24-28. Vallaster-Safriet, Elfe M. In: Hilde Domin, 1987, S. 302-305. Abschaffung des Befehlsnotst .....
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Das hildesheimer land

Die erste Begegnung mit diesem Lande ereignet sich in der Schule, und das ist lange her. In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg, der Inflation, sahen ausgehungerte Städter gierig auf die mächtigen Wurstbrote der »Fahrschüler«, die von den Höfen ringsum kamen. Es mußte ein fettes Land der ewig Satte .....
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Zeichenmotivicrung und symbolik als dominante semantische verfahren

Seit dem horazischen Topos ,,ul pictura poesis" sind literarische Diskurse immer wieder als 'Denken in Bildern" bzw. als wesenhaft 'symbolisch" begriffen worden. 'Symbol" wird hier mit Saussure 1967, Hjclmslev 1974, Barthes 1983, Todorov 1977 und Lcvi-Strauss I9 als motiviertes, und zwar ikonisch .....
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Hildegard von bingen

1147 wurden Papst Eugen III. und hohen geistlichen Würdenträgern während einer Synode in Trier erste Auszüge aus dem Sni iiw-Buch der Meisterin des benediktinischen Frauenkonvents am Disibodenberg vorgetragen. Die Wirkung blieb nicht aus. Fortan verschaffte die päpstliche Anerkennung der Autorin die .....
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Wesendonk, mathilde

Im Treibhaus Stuckenschmidt, Hans Heinz. In: Frankfurter Anthologie 4, 1979, S. 83 - 87. .....
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Knef, hildegard

Als Star des deutschen Nachkriegsfilms und wohl populärste deutsche Chansonsängerin war Hildegard Knef eine der bedeutendsten Persönlichkeiten im kulturellen Leben der frühen Bundesrepublik, feierte aber auch international große Erfolge. Einer Berliner Kindheit und Jugend unter schwierigen familiär .....
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Hildegard von bingen

Die »deutsche Mystik« war um 1200 eine geistige Schöpfung von Ordensfrauen. Bis ins 17. Jahrhundert hinein gab es kaum eine andere Frauenliteratur in Deutschland als die spirituellen oder sogar visionären Niederschriften von Nonnen des hohen Mittelalters. Initiatorin und unumstrittene Meisterin dies .....
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Dominanz des epischen

Im Bereich des Epischen, insbesondere innerhalb der Roman- und Novellenliteratur, hat der Bürgerliche Realismus seine größten Erfolge und seine stärkste Wirksamkeit zu verzeichnen. Diese Gattungsvorliebe der Autoren ist dabei nicht ausschließlich auf persönliche Präferenzen zurückzuführen; vielmehr .....
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Wolfgang hildesheimer eine größere anschaffung

A Handlungsverlauf Der Handlungsverlauf läßt sich in verschiedene Abschnitte gliedern: I. Kauf der Lokomotive IL Besuch des Vetters III. Zeitungsmeldung IV. Erneutes Kaufangebot I. Kauf der Lokomotive 1. Analyse des ersten Satzes, der schon wesentliche Strukturelemente enthält: 'Eines Abe .....
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Domin,  Hilde    





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