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Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Dahn, Felix



Im Alter von acht Jahren begann der Knabe Felix, mehrbändige Geschichtswerke gleichsam zu verschlingen; zunächst las er die achtbändige Weltgeschichte von Joseph Annegarn, dann die 14 Bände der Beckerschen Weltgeschichte. Die »geschieh tliche Begeisterung« - »ich war König Teja auf dem Vesuv« —, die »bilderschauende und gestaltungsbedürftige Einbildungskraft« wurden in kindliche Kampf- und Kostümspicle umgesetzt. Friedrich Schillers poetischer Idealismus, die Anschaulichkeit der Epen Homers und James F. Coopers Indianer-und Siedlergeschichten begeistern den Lateinschüler und Gymnasiasten. Vater und Mutter sind angesehene Schauspieler in München; die Welt des Theaters gehört zum Alltag des Heranwachsenden. 1850 wird die Kindheitsidylle durch die Scheidung der Eltern zerstört und das schöne Haus am Englischen Garten verkauft. D.s »Zug zur Schwermut« verstärkt sich; der angehende Student der Philosophie und Rechte setzt gegen die Gefahr des selbstzerstörerischen Fatalismus eine asketische Arbeits- und Pflicht-Ethik, die »mitleidloseste Selbst-Zucht« . Mit 23 Jahren wird D. nach der Habilitation an der Münchener Universität zum Privatdozenten für Deutsches Recht, Rechtsphilosophie, Handels- und Staatsrecht ernannt. Neben der wissenschaftlichen Karriere vertiefen sich D.s Verbindungen zum Literaturgeschehen. Während des Berliner Studienjahres verkehrt er im Haus der Dramatikerin Charlotte Birch-Pfeiffer und ist Gast des Dichterbundes »Tunnel über der Spree«, dem u.a. auch Theodor Fontane angehörte; in München zählt er zum Dichterkreis »Das Krokodil« . Unermüdlich dichtet D. seit seiner Schülerzeit in spätromantischer und klassizistischer Manier: zunächst erscheinen Gedichte, dann Balladen, Versepen und Dramen; bevorzugt werden Stoffe aus der Geschichte. Erst 1863 erhält D. die ersehnte Professur in Würzburg; 1872 wird er nach Königsberg. 1888 nach Breslau berufen. Im Zentrum des breiten wissenschaftlichen Werks steht die elfbändige Darstellung Die Könige der Germanen . Als Freiwilliger nimmt der Gelehrte begeistert am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 teil; die Reichsgründung von 1871 begrüßt er enthusiastisch. Im Zeichen von Historismus und Nationalismus trägt sein literarisches Werk nun dazu bei, für »Volk und Reich« eine schicksalsbelastete, aber heroische Vergangenheit zu konstruieren. Bereits 1858 hatte D. mit der Arbeit an dem mehrbändigen Werk Ein Kampf um Rom begonnen. Als der Roman über den Verfall des Ostgotenreiches 1876 erschien, erwiderte seine Botschaft von Heldentum und Ethos der Germanen, von der Intriganz der Römer und der Dekadenz im alten Byzanz die aktuelle politische Stimmung der Reichseuphorie, des antikatholischen Kulturkampfes und des vermeintlichen geistigen Aufbruchs. Obwohl die Literaturkritik bald den von D. und Georg Ebers begründeten Typ des historistischen »Professorenromans« verwarf, blieb die Breitenwirkung von Ein Kampf um Rom ungebrochen, zumal die Verbindung von Abentcuerhandlung, Geschichtsvermittlung und nationalethischem Gehalt das Buch zu einem »Schmöker« für die heranwachsende Jugend machte. Die ideologisierende Verstärkung der rassistischen und antisemitischen Perspektiven des Textes in der nationalsozialistischen »Literaturpflege« gaben dem Roman vom heldenhaften Kampfund Untergang der Germanen eine neue, unheilvolle Aktualität. D. freilich hatte seinen Kampf um Rom im literarischen Wert geringer eingestuft als spätere Erzählungen und Romane aus dem Stoffbereich der germanischen Mythologie, der Heldensagen und Völkerwanderungszeit. Bereits 1899 umfaßte die Ausgabe seiner Sämtlichen Werke poetischen Inhalts 21 Bände; 1903 folgten vier weitere Bände. Selbstkritisch sah sich der Autor dennoch nur als ein »Dichter dritten Ranges«.



      Hovey, Mark A.: Felix Dahn s »Em Kampf um Rom«. Phil. Diss. ButTalo 1981. Meyer. Herbert: Felix Dahn. Leipzig 1913.
      Jörg Schauert


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