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Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Dach, Simon



Daß Preußen die »Kunst der Deutschen Reime« von ihm gelernt habe, daran läßt D. keinen Zweifel: »Zwar man sang vor meinen Zeiten Aber ohn Geschick und Zier.« Er schätzte sich und seine Bedeutung gewiß nicht falsch ein. Seine Königsberger Mitbürger lohnten sein Talent und seinen Fleiß mit Autträgen und die brandenburgischen Kurfürsten mit Beförderungen und Zuwendungen. So konnte er schreiben: »Mein Gewerb und Handel sind Reime.« Der Weg auf den preußischen Parnaß war treilich beschwerlich. Armut. Entbehrungen und Kränklichkeit kennzeichnen die ersten Jahrzehnte von D.s Leben. Sie führen den Sohn eines schlechtbesoldeten Gerichtsdolmetschers von Memel über Königsberg nach Wittenberg und Magdeburg : das erste und letzte Mal. daß er Ostpreußen verließ. In Magdeburg schloß er seine Schulbildung ab und kehrte, auf der Flucht vor Pest und Krieg, nach Königsberg zurück, wo er sein Studium der Theologie und Philosophie durch Privatunterricht finanzierte. 1633 wurde er Lehrer an der »Cathe-dral-Schule« in Königsberg, eine Tätigkeit, die ihm verhaßt war: »O Schule, du hast Schuld, daß schier mein Geist erlieget.« Die Poesie hilft ihm aus »der Schulen Staub«: 1635 schreibt er den Text für ein opemhaftes Festspiel zu Ehren des polnischen Königs , 1638 begrüßt er den brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm und seine Familie mit einer panegyrischen Festdichtung. Die überwiegende Zahl seiner Gedichte - etwa 1500 im ganzen - gilt jedoch alltäglicheren Anlässen: D.s Verse begleiten die Angehörigen des gehobenen Königsberger Bürgertums und teilweise auch des Adels von der Wiege bis zur Bahre.



      Zwei seiner bedeutendsten Gedichte. Klage über den endlichen Untergang und ruinierung der Muskalischen Kürbs-Hütte und Gartchens und Danckbarhche Aufrichtigkeit an Herrn Robert Roberthinen blieben Manuskript. Beides sind umfangreiche Alexandrinergedichte. die zeigen, daß D. nicht nur den hedhaften Ton beherrscht, wie ihn etwa das Freundschaftsgedicht Der Mensch hat nichts so eigen charakterisiert. Die Kürbishütte, deren Zerstörung beklagt wird und die gleichwohl im dichterischen Werk überdauert, war der Ort im Garten des Komponisten Heinrich Albert, an dem sich die Freunde trafen, an dem sie musizierten und ihre Gedicht lasen: neben D. und Albert der kurfürstliche Beamte Robert Roberthin, der Professor Christoph Kalden-bach und andere - der sogenannte Königsberger Dichterkreis. Die Lieder in Alberts Arien geben beredt Zeugnis von dieser musikalisch-poetischen Geselligkeit. Das Freundschaftsgedicht an Roberthin verzichtet weitgehend auf die zeitübliche Stilisierung ins Ãœberpersönliche und Exemplarische - und blieb deshalb wohl ungedruckt. Es gewährt dafür einen unverstellten Blick auf einen wenig privilegierten Lebenslaufund verweist zugleich aut ein entscheidendes Thema in D.s Dichtung: die Freundschatt, die allein Trost und Stütze in den irdischen Nöten bringt und hilft, das »Creutz« gottergeben zu tragen.
      D.s Situation bessert sich. Er erfährt allerhöchste Protektion und wird 1639 auf Druck des Kurfürsten Georg Wilhelm zum Professor der Poesie an der Königsberger Universität ernannt, zu deren Hundertjahrfeier er 1644 das Schauspiel Sorbuisa beisteuert. Georg Wilhelms Nachfolger, Friedrich Wilhelm, so wird überliefert, »liebete den Dachen dermassen, daß er viele seiner Verse auswendig kunte, auch niemahlen in Königsberg eintraff. daß er den Dachen nicht hätte sollen mit seiner Pohlin nach Hofe hohlen lassen.« 1658 schenkte ihm der Kurfürst ein kleines Landgut, Reaktion auf einen poetischen Bettelbrief.
      Kelletat. Alfred: Nachwort zu: Simon Dach und der Königsberger Dichterkreis. Stuttgart 1986. Schöne. Albrecht: Kürbishütte und Königsberg. Modellversuch einer sozialgeschichtlichen Entzifferung poetischer Texte. Am Beispiel Simon Dachs. München :I982.
      Volker Meid


Dach, simon

An Hn. Obermarschalien Ahasv. von Brandt, daß sein Gehalt erfolgen möge Kühlmann, Wilhelm. In: Frankfurter Anthologie 14, 1991, S. 17-21. Die Sonne rennt mit prangen Segebrecht, Wulf. In: Frankfurter Anthologie 12, 1989, S. 17-21. Klage über den endlichen Untergang ... der Musicalischen Kü .....
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Dach,  Simon    





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