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Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Brockes, Barthold Hinrich



In seiner Autobiographie schildert der Kaufmannssohn, wie er sich sein Leben nach dem erfolgreichen Abschluß seiner Ausbildung vorstellte. Er hatte in Halle von 1700 bis 1702 ein juristisches Studium absolviert, ein halbes Jahr am Kammergericht in Wetzlar verbracht und am Ende seiner Bildungsreise in Leiden den Titel eines Lizentiaten der Rechte erworben. 1705 war er wieder nach Hamburg zurückgekehrt: »Nachdem ich nun hieselbst die gewöhnlichen Visiten angenommen und gegeben, ging ich mit mir zu Rathe, wie ich nunmehr mein Leben anstellen, ob ich mich auf die Praxin legen, und ein eifriger Advocat werden, oder ein geruhiges Leben führen und mein eigener Herr bleiben wolte. Zu dem letztern hatte ich einen natürlichen Trieb, und ward auch darin je mehr und mehr bestärket durch den Umgang verschiedener Freunde. Meine Absicht war demnach durch eine artige Aufführung zu einer reichen Heyraht zu gelangen.« Sein Vorhaben gelang, nicht zuletzt deshalb, weil er über ein beträchtliches ererbtes Vermögen verfügte. So widmete er sich sechzehn Jahre lang als dilettierender Privatier allein seinen Interessen, der Poesie und den anderen Künsten, und auch als er 1720 mit der Wahl in den Rat seiner Heimatstadt seine politische Karriere begann, änderte sich wenig an seinem Ideal eines beschaulichen Lebens. Gleichwohl bewährte er sich auf einigen Gesandtschaitsreisen, die ihn an die Höfe von Wien, Berlin und Glückstadt führten. In äußerstem Kontrast zu diesen Einblicken in das höfische Leben seiner Zeit steht das beschauliche Landleben, das ihm durch die Ernennung zum Amtmann in der hamburgischen Besitzung Ritzebüttel ermöglicht wird . Auch der andere Punkt seines Programms, die gute Partie, hatte sich 1714 erledigt. Im selben Jahr gründete B. zusammen mit gelehrten Freunden im Stil der Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts die literarische Vereinigung der Teutschübenden, 1724 rief er die Patriotische Gesellschaft ins Leben.



      Die Spannweite von B.s literarischem Werk ist beträchtlich. Einerseits reicht es mit der Ãobertragung von Giambattista Marinos epischem Bethleliemitischen Kinder-Mord weit in die europäische Barocktradition zurück . andererseits nimmt es mit den Ãobersetzungen von Alexander Popes Essay 011 Man und James Thomsons Seasons Impulse der englischen Aufklärung auf. Diese Spannung, die auch zwischen seinem Oratorientext und seinen Beiträgen zur Moralischen Wochenschrift Der Patriot besteht, wird auch noch in seinem Hauptwerk erkennbar, den neun Bänden des Irdischen Vergnügens in Gott, bestehend in Physicalisch- und Moralischen Gedichten . Mit seiner Meta-phorik und der häufig verwendeten Kantatenform ist es noch barocken Traditionen verpflichtet, während es mit seinem philosophisch-religiösen Grundtenor Gedanken der Aufklärung reflektiert. Die Gedichte sind poetische Manifestationen eines von keinem Zweifel angekränkelten philosophischen Optimismus, ständig variierte »Erweise«, daß die bestehende irdische Welt die beste aller möglichen Welten sei. Dies geschieht in philosophischen Gedichten über allgemeine Themen, vor allem jedoch in den zahlreichen Texten, die von der Anschauung einer Naturerscheinung - Blume, Tier, Naturphänomen -. von der Beschreibung ihrer Schönheit, Zweckmäßigkeit und Nützlichkeit zum Lob des Schöptcrs führen: »um auch in diesen Dingen Sein Allmacht. Seine Lieb und Weisheit zu besingen.«
Ketelsen. Uwe-K.: Barthold Hinrich Brockes. In: Steinhagen. Harald und Wiese, Benno von : Deutsche Dichter des i-. lahrhunderts. Ihr Leben und Werk. Berlin 1984. S. 839-851.
      Brockes. Barthold Hinrich: Dichter und Ratsherr in Hamburg. Hamburg 1980.
      Volker Meid


Brockes, barthold hinrich

Aria Hock, Erich. In: Motivgleiche Gedichte, 1971, S. 17. Betrachtung einer sonderbar-schönen Winter-Landschaft Krechel, Ursula. In: Lesarten / Gedichte, 1982, S. 43 - 50. Der gestirnte Baum Kleßmann, Eckart. In: Frankfurter Anthologie 9, 1985, S. 23 - 27. Der Regenbogen Gajek, Bernha .....
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Barthold hinrich brockes (i680-i747): kirschblüte bei der nacht - irdisches vergnügen in gott

Kirschblüte bei der Nacht Ich sähe mit bettachtendem Gemüte Jüngst einen Kirschbaum, welcher blühte, In kühler Nacht beim Mondenschein; Ich glaubt, es könne nichts von größrer Weiße sein. Es schien, als war ein Schnee gefallen. Ein jeder, auch der kleinste Ast Trug gleichsam eine schwere Last .....
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Kruse, hinrich

Marktplatz Schutt, Jochen. In: Reuter, 1975, S. 200 - 203. .....
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Matthiesen, hinrich

Biografie: *29.1.1 in Westerland. H. Matthiesen, Sohn eines Kapitäns, wuchs in Lübeck auf. Von Februar bis Mai 1945 war er als 17-Jähriger an der Ostfront, bis August 1945 in Kriegsgefangenschaft. Von 1948 bis 1951 studierte er an der Universität Kiel. Es folgten ausgedehnte Reisen durch Frankreich .....
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