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Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Bidermann, Jacob



Geb. 1578 in Ehingen b. Ulm; gest. 20. 8. 163g in Rom
Die Zeitgenossen, wenn sie nicht gerade Zeugen von Aufführungen semer Stücke an einem Jesuitengymnasium waren, kannten ihn wohl vor allem als neulateinischen lyrischen und epischen Dichter: Epigramme , ein Herodes-Epos , Heldenbriefe und die satirischen Prosastücke mit dem Titel Utopia lagen lange vor seinen Dramen im Druck vor. Erst Jahrzehnte nach seinem Tod erschien eine Sammlung seiner Stücke . Allerdings war schon 1635 sein bekanntestes Drama, Cenodoxus, von Joachim Meichel ins Deutsche übersetzt worden, durchaus eine Ausnahme und eine Anerkennung des besonderen Ranges der »Comoedi / von einem verdambten Doctor zu Pariß«.



      Das Jesuitendrama steht im Dienst der Gegenreformation. Verteidigung des wahren Glaubens, Widerlegung der Ketzer, Bekehrung der Abgefallenen, das sind die Ziele, die sich der Orden gesetzt hat und die seine Dichtung und ihren hohen Stellenwert im Ausbildungsprogramm der jesuitischen Gymnasien legitimieren. Die Dramen, die wir kennen - nur eine geringe Zahl aus der großen Produktion kam zum Druck - wurden für die öffentlichen Aufführungen am Ende des Schuljahres geschrieben, wenn sie nicht, wie die Wiener ludi caesarei des Nicolaus von Avancini, als höfisch-repräsentatives Festspiel konzipiert waren.
      Anders als Avancini, der das religiöse Anliegen um eine politische Dimension erweiterte und die Darstellung der triumphierenden Kirche mit einer Verherrlichung des österreichischen Herrscherhauses verband, sah B. die »Welt« - und damit auch die Welt der Politik- mit äußerst skeptischen Augen. Für ihn, mit dem die Jesuitendramatik ihren ersten Höhepunkt erreicht, steht die Angst um das Seelenheil im Mittelpunkt seiner Stücke. Gefahr droht durch eine falsche Einstellung gegenüber der Welt, gefordert ist die Absage an die Welt und ihre - durchaus auch geistigen - Versuchungen.
      B. selber trat 1594 in den Orden ein. Er hatte das Jesuitengymnasium in Augsburg besucht und folgte nun dem im Jesuitenorden üblichen Ausbildungs weg, der ihn von Landsberg nach Ingolstadt . Augsburg und wieder Ingolstadt führte. Anschließend lehrte er in München von 1606 bis 1614 Poesie und Rhetorik und in Dillingen von 1615 bis 1625 Philosophie und Theologie, bis er 1625 als Bücherzensor des Ordens nach Rom berufen wurde. Seine dramatische Produktion ist eng mit seiner Lehrtätigkeit verbunden. 1602 wurde in Augsburg sein erstes Stück, Cenodoxus, aufgeführt, die Geschichte des hochmütigen und scheinheiligen Doktors, ein Tendenzstück gegen die Antike und den Humanismus, gegen die Emanzipation des Individuums. Allegorische Darstellungsweisen in der Tradition der MoraHtäten verdeutlichen die Lehre. Bis 1619 folgen elf weitere Stücke, die freilich nicht alle erhalten sind. Belisarius zeigt Aufstieg und Fall eines großen Feldherrn, ein beliebter Vorwurf. Philemon Martyr bringt die wunderbare Wandlung eines heidnischen Mimen zum christlichen Märtyrer auf die Bühne. Andere Stücke machen mit vorbildlichen Eremitengestalten deutlich, wo das wahre Heil hegt: in der Abkehr von der Welt und der Hinwendung zu Gott .

     
Von der wünschenswerten Wirkung derartiger Theaterkunst berichtet die Vorrede zu den Ludi theatraks: Eine Münchener Cenodoxus-Aufführung wird heraufbeschworen, die »eine so große Bewegung wahrer Frömmigkeit hervorrief«, daß eine Anzahl vornehmer Bürger, »von heilsamer Furcht vor dem die Taten der Menschen so streng richtenden Gott erschüttert«, sich zu den Ignatianischen Exerzitien zurückgezogen habe, »worauf bei den meisten eine wunderbare Bekehrung folgte«.
      Valentin. Jean-Marie: Die Jesuitendichter Bidermann und Avancini. In: Steinhagen, Harald u. Wiese. Benno von : Deutsche Dichter des 17. Jahrhunderts. Ihr Leben und Werk. Berlin 1984. S. 385-414.
      Volker Meid


Grimmeishausen, hans jacob christoph von

Geb. 1621 in Gelnhausen; gest. 17.8.1676 in Renchen/Baden In der Vorrede zum Satyrischen Pilgram , G.s erster Veröffentlichung, fragt Momus, der personifizierte literarische Neid, was denn »von einem solchen Kerl wie der Author ist / zu hoffen« sei. Man wisse ja wohl, »daß Er selbst nichts studirt .....
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Jacobi, johann georg

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Burckhardt, jacob

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Bälde, jacob

Ad Somnum Häußler, Reinhard. In: Arcadia 13, 1978, S. 113 - 145. An Sabinus Fuscus aus Tirol Wehrli, Max. In: Rückschau und Ausblick, 1962, S. 116- 122. Chorae Mortualis Kohlschmidt, Werner. In: Orbis litterarum 25, 1970, S. 157 - 170. Heliotropium Herzog, Urs. In: Deutsche Barocklyrik, .....
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Grimmeishausen, hans jacob christoffel von

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Bidermann,  Jacob    





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