Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt




Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Artmann, Hans Carl



»Ich kam auf einem bäum der gemar-kung Kurthal nahe dem weiler St. Achaz im Walde zur weit... Ich bin das kind aus der Verbindung einer wildente und eines kuckucks und verbrachte meine Jugend in den lichten laubwildemissen der buche und der linde.« Wo er nun geboren ist, bereitet den Lexikographen, obwohl doch St. Achaz gewiß auf keiner Karte zu finden ist, Kopfzerbrechen. Wo er sich nach Jahren in Wien , Stockholm , Berlin , Lund und Malmö , Graz nun aufhält, läßt sich nur mit der Angabe »wohnhaft in Salzburg« , aber nicht seßhaft, umgehen. Wieviele der alphabetisch reihbaren Sprachen Arabisch, Bretonisch, Chaldäisch... - er wirklich beherrscht, wird er allein nur wissen: Dänisch, Englisch, Französisch, Gälisch, Jiddisch, Niederländisch, Schwedisch, Spanisch ausgenommen, weil er aus diesen nachweislich übersetzte, Piktisch oder Dacisch ebenso, weil er diese erfand. Wie oft er verheiratet gewesen sei? »Ich weiß es nicht mehr. Ich glaube dreimal« .



      A. ist das einzige Kind eines Schuhmachers und dessen Ehefrau, wuchs im Arbeiterund Vorstadtmilieu von Wien-Breitensee auf, besuchte die Hauptschule und verteilte dort als Vierzehnjähriger seine ersten, unter dem Pseudonym John Hamilton handgeschriebenen Detektivgeschichten. 1940 zur Wehrmacht eingezogen, in Rußland verwundet, in amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten, kehrte er 1945 in seine Geburtsstadt zurück. A. wurde der poetische Kopf der Avantgarde, die sich 1949 im »Art-Club« und dann in der »Wiener Gruppe« zusammenfand. Zu dieser zählte man ihn bis i — Friedrich Achleitner, A., Konrad Bayer, Gerhard Rühm, Oswald Wiener -, obwohl es sie, so er selbst 1973, gar nicht gab. Nachweislich fand im August 1953 jene »poetische demonstration« statt, die vom Goethe-Denkmal zur Illusionsbahn im Prater führen sollte, im Menschenauflauf aber vorzeitig stecken blieb und der Öffentlichkeit zum ersten Mal A.s Acht-Punkte-Proklamation des poetischen Actes dokumentierte: »Es gibt einen Satz, der unangreifbar ist, nämlich der, daß man Dichter sein kann, ohne auch nur irgendjemals ein Wort geschrieben oder gesprochen zu haben. Vorbedingung ist aber der mehr oder minder gefühlte Wunsch, poetisch handeln zu wollen.« Zum gelebten poetischen Akt gehören Masken und Rollen, denn »er ist die Pose in ihrer edelsten Form«: der Dichter belegt auf einer seiner vielen Reisen — nach Frankreich, Belgien, Holland, Italien, Spanien, Irland - zwei Schlafwagenbetten, weil »junge, unabhängige, englische Gentlemen« solches tun, oder taucht mit dem deerstalking-hat des Sherlock Holmes, mit Monokel und Chrysantheme auf. Die Pose gehört schließlich zum poetischen Akt des Schreibens, denn Leben und Schreiben, »das kann man nicht trennen«. A. ist der »churfürstliche Sylbenstecher«, dichtet im Sprachkostüm des Barock und in der Tracht des Wiener Dialekts , bedient sich des Edda-Stoffes wie der gängigen Grusel- und Horror-Requisiten , verfugt über Kasperltheater und soap opera, pop an und comic strip; er übersetzt/ adaptiert jiddische Sprichwörter und lappische Mythen und bleibt dabei unverkennbar »H.C. Artmann, den man auch John Adderley Bancroft alias Lord Lister alias David Blennerhast alias Mortimer Grizzleywood de Vere & c. & c. nennt!«
Der »wahrscheinlich einzige wesentliche Dichter.... den die deutsche Literatur nach 1945 hervorgebracht hat« , der 1955 »mit allem nachdruck gegen das makabre kasperltheater« der Gründung des österreichischen Bundesheeres protestierte, Polizisten nicht nur beleidigte, sondern sich auch mit ihnen prügelte , erhielt 1974 den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur und 1977 den Preis der Stadt Wien.
      Donnenberg, Josef : Pose, Possen und Poesie. Zum Werk H.C. Artmanns. Stuttgart 1981. Pabisch, Peter: H.C. Artmann. Ein Versuch über die literarische Alogik. Wien 1978.
      Ernst Kretsihmer


H.c. (hans carl) artmann (geb. i92i): seht, die flinke fledermaus ...

Das Fräulein Drakula seht, die flinke fledermaus, wie sie durch die wölken saust, wie sie drin im mondlicht schwebt, s mäulchen ganz von blut verklebt, fängt sie euch an eurem haar, ists geschehen ganz und gar gleich um euch, sie trägt euch fort, durch die luft nach fremdem ort, wo ein schlößlein .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Der Lyriker als Laut-Mime und Sprach-Virtuose

Artmann, hans carl

Als Sprachspieler bewegte sich H. C. Artmann zwischen den Kulturen der Welt und ihren gesprochenen poetischen Abbildern. Seine Gedichte sind kunstvolle Lautgebilde, die surreale Fantasie mit der Bodenständigkeit des Dialekts, traditionellen Stilelementen und den Zufällen eigener Erfahrungen ironisch .....
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Artmann, hans carl

Allerleirausch Busse, Günther. In: Training, 1981, S. 98. Bei rotwein Druvins, Ute. In: Gedichte und Interpretationen 6, 1982. S. 168 - 178. dee Gimpl, Georg. S. 140 - 148. In: Ginkgo-Baum 12, 1993, Den Hintern sollte ich dir Borchers, Elisabeth. In: Frankfurter Anthologie 1 .....
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Leip, hans

Lied im Schutt Neis, Edgar. In: Krieg im Gedicht, 1980, S. 84 - 87. Lili Marleen Leonhardt, Rudolf Walter. In: Frankfurter Anthologie 4, 1979, S. 149-153. Krause, Egon. In: Interpretieren, 1980, S. 38 -59. .....
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Ins lesebuch für die oberstufe - hans magnus enzensberger

lies keine öden, mein söhn, lies die fahrpläne: sie sind genauer, roll die Seekarten auf, eh es zu spät ist. sei wachsam, sing nicht. der tag kommt, wo sie wieder listen ans tor schlagen und malen den neinsagern auf die brüst 5 zinken, lern unerkannt gehn, lern mehr als ich: das viertel wec .....
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An alle fernsprechteilnehmer - hans magnus enzensberger

etwas, das keine färbe hat, etwas, das nach nichts riecht, etwas zähes, trieft aus den Verstärkerämtern, setzt sich fest in die nähte der zeit und der schuhe, etwas gedunsenes, 5 kommt aus den kokereien, bläht wie eine fahle brise die dividenden und die blutigen segel der hospitäler, .....
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Index » Gedichte aus unserer Zeit - Interpretationen

Hans robert jauß: rezeptionsgeschichte und rezeptionsästhetik

Der wisscnschaftsgeschichtliche Ausgangspunkt der Rezeptionsästhetik lag in der Erkenntnis, daß die bisher vorherrschenden Dar-stellungs- und Produktionsästhetiken keine Lösung der Frage anzubieten hatten, 'wie die geschichtliche Folge literarischer Werke als Zusammenhang der Literaturgeschichte zu .....
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Index » Literaturtheorien » Literaturwissenschaftliche Rezeptions- und Handlungstheorien

Hans sachs (i494 i576)

Er wurde als Sohn eines Schneiders in Nürnberg geboren, besuchte einige Jahre lang die Lateinschule und erlernte dann das Schuhmacherhandwerk. Fünf Jahre Wanderschaft ab 1512 durch Bayern, Österreich, West- und Norddeutschland brachten ihm schon in jungen Jahren Welterfahrung und Menschenkenntnis e .....
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Index » DIE DICHTUNG DER RITTERLICHEN WELT

Carl sternheim (i878—i942).

Selbst aus wohlhabenden bürgerlichen Kreisen stammend, verspottete er in seiner satirischen Sammlung 'Aus dem bürgerlichen Heldenleben" die wehrlosen Opfer einer Gesellschaftsform, die er für krank und entartet hielt. In dem Lustspiel 'Die Hose" karikierte er den Typ eines ehrsüchtigen kleinen Beam .....
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Index » DAS ZWANZIGSTE JAHRHUNDERT » Drama

Hans carossa (i878-i956).

Was einer ist, was einer war: Beim Scheiden wird es offenbar. Wir hören s nidit, wenn Gottes Weise summt; Wir sdiaudern erst, wenn sie verstummt singt der in Bad Tölz geborene, lange Zeit in Passau als Arzt tätige Dichter. Carossas Prosawerk ist im wesentlichen eine Gestaltung seines Lebens, ein .....
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Index » DAS ZWANZIGSTE JAHRHUNDERT » Zwischen den beiden Weltkriegen

Carl zuckmayer (geb. i886).

Er begann mit einem derbsinnlichen Lustspiel 'Der fröhliche Weinberg" , um sich bald dem Problem der tragisch-komischen Persönlichkeit zuzuwenden. Berühmt wurde vor allem sein 'Hauptmann von Köpenick" , in welchem er zwei Erzübel der Deutschen anprangerte: Bürokratismus und Uniformkult. Im Mittelpu .....
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Index » DAS ZWANZIGSTE JAHRHUNDERT » Drama der Zeit

Hans magnus enzensberger (geb. i929)

gehört zu den charakteristischsten Vertretern moderner Lyrik. Seine Gedichte zeichnen sich durch eine virtuose Handhabung der Sprache aus. Dabei bedient sich Enzensberger ebenso der 'Weltsprache der modernen Poesie" wie auch der Kunstmittel der Romantik, wie z. B. in dem Gedicht 'april": mein freu .....
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Index » DAS ZWANZIGSTE JAHRHUNDERT » Nach 1945

Hans fallada: »wolf unter wölfen« (i937) - dramatisierende erzählung

Die Weimarer Republik in der Zerreißprobe »Es ist Berlin, Georgenkirchstraße, dritter Hinterhof, vier Treppen, Juli 1923, der Dollar steht jetzt - um 6 Uhr morgens - vorläufig noch auf 414 Tausend Mark.« Dieser Satz, mit dem der Erzähler nach kurzem Anlauf unmittelbar in die Situation springt, re .....
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Index » Roman Chronik

Jakob van hoddis (hans davidsohn, i887-i942): weltende - die wilden meere hupfen

Weltende, im ersten Monat des Jahres 1911 erschienen, war ein Fanal. Das Gedichtwurde zum Erkennungszeichen des Frühexpressionismus, für Johannes R. Becher wie für Gottfried Benn. Und nicht von ungefähr eröffnete Kurt Pinthus seine berühmte Anthologie Menschheitsdämmerung mit den beiden Strophen di .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Der Sturm ist da

Lob der spatzen - carl zuckmayer

Grau mit viel braun und wenig weißen Federn, Das Männchen auf der Brust mit schwarzem Fleck, Sie leben unter Palmen, Fichten, Zedern, Und auch in jedem Straßendreck. 5 In Ingolstadt und in der City Boston. Am Hoek van Holland und am Goldnen Hörn Ist überall der Spatz auf seinem Posten Und fürcht .....
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Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Weizsäcker, carl friedrich von

»Zu meinem 12. Geburtstag, im Juni 1924. wünschte ich mir eine drehbare, also aut Tag und Stunde einstellbare Sternkarte. Mit meiner Karte entwich ich von den Menschen in die warme, wunderbare Sternennacht, ganz allein. Das Erlebnis einer solchen Nacht kann man in Worten nicht wiedergeben, wohl aber .....
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Manz, hans

Die Straßen sind Micke, Norbert. In: Lyrische Labyrinthe, 1995, S. 32 - 36. .....
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Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Sachs, hans

Der edelfalk Mache. Ulrich. In: Gedichte und Interpretationen 1, 1982, S. 68 - 80. Der klagend ernholdt über fursten und adel Binder. Alwin und Scholle, Dietrich. In: Ca ira, 1975, S. 43 - 46. .....
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Sahl, hans

Charterflug in die Vergangenheit Hinck, Walter. In: Frankfurter Anthologie 15, 1992, S. 181- 184. Lindemann, Klaus. In: Lyrische Labyrinthe, 1995, S. 143 - 146. Der Maulwurf Rüter, Hubert. In: Lyrische Labyrinthe, 1995, S. 58 - 66. Strophen Krüger, Horst. In: Frankfurter Anthol .....
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Spitteler, carl

Blütenlese Stauffacher, Werner. In: Actes du IVe Congres de 1 Association Internationale des Litterature Comparee, 1966, S. 888 - 896. .....
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Gadamer, hans-georg

Die Bedeutung G.s zu würdigen heißt, von seinem epochalen Buch Wahrheit und Methode zu sprechen, das i erschien und in der Philosophie, aber auch in der Literaturwissen-schatt. den Soziahvissenschaften. der Theologie und der Rechtswissenschaft eine andauernde und beeindruckende Wirkung gezeitigt hat .....
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Treichel, hans-ulrich

Prometheus Freund, Winfried. S. 210-216. In: Freund-Lyrik, 1990, Von großen Dingen Schöne, Lothar. In: Frankfurter Anthologie 12, 1989, S. 261 - 263. .....
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Hartmann, paul sicolai

Still und geradlinig verläuft H.s philosophischer Entwicklungsweg: 190- in Marburg bei Hermann Cohen und Paul Natorp promoviert. 1909 habilitiert, wird H. 1920 Professor und 1922 Nachfolger auf dem Lehrstuhl Paul Natorps in Marburg. 1925 wechselt er nach Köln über. 1931 nach Berlin, um nach seiner G .....
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Wenzel, hans-eckardt

Ich braue das bittere Bier Mensching, Steffen. In: Zwiegespräch, 1981, S. 334 - 344. Wir suchten das Verbindungsstück Rosenlöcher, Thomas. In: Positionen 3, 1987, S. 115- 124. .....
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Werner, carl

Ist ein Unglück in der Stadt Deinert, Wilhelm. In: Literaturwiss. Jb 26, S. 367 - 390. .....
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