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Wieland, Christoph Martin



Geb. 5.9.1733 in Oberholzheim bei Biberach; gest. 20.1.1813 in Weimar
»W. war in der Nähe von Biberach, einer kleinen Reichsstadt in Schwaben, 1733 geboren. Sein Vater, ein evangelischer Geistlicher, gab ihm eine sorgfältige Erziehung und legte bei ihm den ersten
Grund der Schulkenntnisse. Hierauf ward er nach Kloster Bergen an der Elbe gesendet, wo eine Erziehungs- und Lehranstalt, unter der Aufsicht des wahrhaft frommen Abtes Steinmetz, in gutem Rufe stand. Von da begab er sich auf die Universität zu Tübingen, sodann lebte er einige Zeit als Hauslehrer in Bern, ward aber bald nach Zürich zu Bodmern gezogen, den man in Süddeutschland, wie Gleimen nachher in Norddeutschland, die Hebamme des Genies nennen konnte. Dort überließ er sich ganz der Lust, welche das Selbsthervorbringen der Jugend verschafft, wenn das Talent unter freundlicher Anleitung sich ausbildet, ohne daß die höheren Forderungen der Kritik dabei zur Sprache kommen. Doch entwuchs er bald jenen Verhältnissen, kehrte in seine Vaterstadt zurück, und ward von nun an sein eigner Lehrer und Bildner, indem er auf das rastloseste seine literarischpoetische Neigung fortsetzte.«



In der biographischen Skizze der Lehr- und Wanderjahre W.s streicht Goethe - in seinem Nachruf Zu brüderlichem Andenken W.s - den Einfluß heraus, den Bodmer auf den jungen W. in seiner Tübinger Studienzeit , vor allem jedoch in den Jahren, die er in der Schweiz verbrachte , ausübte. Nach dem Motto, daß die Dichtung Magd der Religion sein sollte, hatte sich W. durch moralisierende Dichtungen Zutritt bei Bodmer verschafft und ließ sich von diesem in seine literarische Fehde gegen Johann Christoph Gottsched und die Anakreontik einspannen. Die Empörung jedoch, die W.s unter Bodmers Einfluß entstandene Schrift Empfindungen eines Christen in aufgeklärten literarischen Kreisen hervorrief, ver-anlaßte ihn, sich aus der zu starken Abhängigkeit von Bodmer zu lösen. »Wenn ich nicht impertinenter Urteile zu gewohnt wäre, so müßte ich mich ärgern, daß irgend ein ehrbarer Mensch mich der insektenmäßigen Kleinheit fähig halten kann, der Waffenträger eines Chef de Secte oder etwas dergl. zu sein.« Der Brief W.s an den Freund Johann Georg Zimmermann zeigt das Streben nach geistiger Unabhängigkeit und ist ein erstes Zeichen jener angeborenen Liberalität

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Wieland,  Christoph  Martin    





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