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Zwischen klassik und romantik

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Johann Peter Hebel



Johann Peter Hebel , Lehrer und Pfarrer am Oberrhein, zählt zu den großen Volksschriftstellern. Sein christliches Weltbild kleidete er in die heimatliche Erfahrungswelt seiner Landsleute. Hebel hatte als einer der ersten das poetische Potential des Dialekts und des regionalen Kolorits entdeckt. In seinen Allemannischen Gedichten konnte er Nuancen artikulieren, zu denen die Hochsprache nicht fähig war. Über die süddeutsche Sprachlandschaft hinaus wurde er durch das Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes bekannt; es ist eine Sammlung kurzer Erzählungen, die in dem badischen Landkalender Der Rheinländische Hausfreund erschienen waren. Über den literarischen Anspruch dieser Kalendergeschichten schrieb er: 'so leicht alles hingegossen scheint, so gehört bekanntlich viel mehr dazu etwas zu schreiben, dem man die Kunst und den Fleiß nicht ansieht, als etwas, dem man sie ansieht und das in der nämlichen Form um den Beifall der Gebildetsten zugleich und der Ungebildetsten ringt."
In der Erzählung Unverhofftes Wiedersehen kommt ein junger Bergmann aus Falun kurz vor der beabsichtigten Heirat bei einem Grubenunglück um. 50 Jahre später, im Jahre 1809. finden Bergleute in der Grube eine durch Eisenvitriol konservierte, noch wohlerhaltene Leiche. Niemand kann den Toten mehr identifizieren - bis auf eine alte Frau, die in ihm ihren Verlobten wiedererkennt, um den sie 50 Jahre getrauert hat. Bevor er beerdigt wird, legt sie ihm ihr Hochzeitsgeschenk von damals, ein schwarzseidenes Halstuch, um und verspricht, ihm bald zu folgen. Hebel teilte die Geschichte der beiden Liebenden in zwei Erzählabschnitte, deren Ereignisse 50 Jahre auseinanderliegen . Der erste Abschnitt handelt von den Hoffnungen und Plänen der Liebenden - und von der Zerstörung des Glücks durch den Tod. Im zweiten Abschnitt wird von dem unverhofften Wiedersehen berichtet. Der Tod - so deutet es der Schluß an - vereint die beiden Liebenden. Dazwischen liegt die lange Zeit von 50 Jahren. Hebel schrieb nicht einfach, daß 50 Jahre vergangen seien; sondern um zu zeigen, was 50 Jahre für ein Menschenleben bedeuten, wieviel sich in dieser Zeit ereignen und verändern kann, berichtete er von Katastrophen, Kriegen und Revolutionen. Drei Kaiser waren in der Zwischenzeit gestorben; nur der Alltag der Landleute und Handwerker war weitergelaufen. Hebel hat die Geschichte, die sich wirklich zugetragen hatte, nicht als sensationelle Nachricht erzählt. Viel wichtiger als das Auffinden der Leiche ist die zeitüberdauernde Treue, deren sichtbares Symbol das Halstuch ist. Die alte Frau legt dem Toten das Halstuch um, das er zur Hochzeit hätte tragen sollen, und begleitet den Zug in ihrem Sonntagsgewand, 'als wenn es ihr Hochzeitstag und nicht der Tag seiner Beerdigung wäre".
     

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19. jahrhundert
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Komparatistik
Fabel, erzahlung, roman
Romane der weimarer republik
Klassik (1786-1805)

 

 

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