Zeitbezug und Rezeption |
| In der Spielzeit 1961/62 nahm das Theater der Stadt Baden-Baden auf Drängen der Stadtverordnetenversammlung Brechts Mutter Courage aus dem Spielplan, „aus Gründen politischen Takts und moralischen Empfindens", wie es hieß.153 Zur selben Zeit setzten neun weitere renommierte westdeutsche Bühnen ihre |
Der Dramatiker im Exil |
| Es gab Aufführungen von Brecht-Stücken auch nach 1933. Das Ballett Die sieben Todsünden der Kleinbürger mit der Musik von Kurt Weill kam 1933 in Paris heraus; ebenfalls dort, aus Anlaß des spanischen Bürgerkrieges, Die Gewehre der Frau Carrar und 1938 einige Szenen aus Furcht und Elend des Dritten R |
Die skandinavischen Länder |
| 'Ich habe mein Stück ganz bewußt für Skandinavien geschrieben"165, erinnert sich Brecht 1953. 'Beim Schreiben stellte ich mir vor, daß die Warnung des Stückeschreibers von den Bühnen einiger großer Städte gehört werden könnte."166 Die Warnung richtete sich speziell an dänische und schwedische Neutra |
Die Reaktion des Züricher Publikums von I94I |
| In einer frühen Arbeitsskizze hat Brecht selbst seine Courage als 'Die finnische Niobe" bezeichnet.172 Der bürgerlichen Presse warf er aber später vor, sie habe seine Marketenderin als Niobefigur fehlinterpretiert (s. A. J. 25. 12. 1948). Dabei taucht diese Benennung in den zeitgenössischen Pressebe |
Der Realismus-Streit von I938 |
| Im Sommer 1938, zur Zeit der Arbeit an Mutter Courage also, erreichte Brecht der Aufsatz von Georg Lukäcs 'Es geht um den Realismus", erschienen in der deutschen Exilzeitschrift 'Das Wort" in Moskau. (Brecht war Mitherausgeber.)
Unter den exilierten marxistischen Schriftstellern bahnte sich damit e |
Die inszenierte 'Kritikerschlacht - Berliner Rezensionen von I949 |
| Am 9. Januar 1949 bekam Brecht sein Volkspublikum. Zwei Tage vor der offiziellen Premiere gab es eine geschlossene Vorstellung der Mutter Courage für Stahlwerksarbeiter und Jungfunktionäre der SED. Anschließend fand in einer SED-Parteischule eine Diskussion mit den Zuschauern statt. Brecht fühlte si |
Der 'Formalismus-Streit |
| 1951 setzte das SED-Regime zu einer kulturpolitischen 'Säuberung" an. Die Shdanowschen Regulative zur Durchsetzung des 'Sozialistischen Realismus" als Pflicht-Kunststil wurden nun auch für die sozialistischen Bruderländer strikt verbindlich. Die Verweise gegen große sowjetische Künstler wegen 'westl |
Filmprojekt und Verfilmung |
| Brecht war auch ein äußerst produktiver Filmautor. Die beiden Ergänzungsbände zur Suhrkamp-Werkausgabe Texte für Filme I-II (als TB bei der edition suhrkamp, 1969) enthalten fünf Drehbücher, sechsundzwanzig Exposes und zahlreiche Entwürfe und Skizzen. Dabei handelt es sich aber nur um eine Auswahl.
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Das Drehbuch von I955 |
| Der Handlungsablauf des Films ist in 101 Bilder mit 384 Kameraeinstellungen gegliedert. Einige blinde Motive und Handlungslük-ken lassen darauf schließen, daß auch dieser letzte Entwurf noch vorläufig war. In einem Nachtragsteil finden sich zusätzliche Motive und Handlungsdetails.
Der Film zeigt Sc |
Die Verfilmung von I960 |
| Der Courage-Film, der dann schließlich gedreht wurde, vier Jahre nach Brechts Tod, ist nach eigenem Bekunden seiner Autoren Manfred Wekwerth und Peter Palitzsch eine Dokumentarverfil-mung der Theaterinszenierung des 'Berliner Ensembles". Eine Übersetzung in die spezifischen Ausdrucksformen des ande |