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VON DER ROMANTIK ZUM REALISMUS
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VON DER ROMANTIK ZUM REALISMUS



VON DER ROMANTIK ZUM REALISMUS
Trotz aller Gegensätzlichkeiten hatten Klassik und Romantik etwas sehr Wesentliches gemeinsam: die Bin
dung an bestimmte Ideen (Ideale). In der Klassik dominierten die Ideen der Freiheit, der Menschlichkeit und der Sittlichkeit; in der Romantik traten die Ideen der Sehnsucht, der Frömmigkeit, der Vat
Franz Grillparzer (I79I-I872)
Grillparzer wurde 1791 zu Wien als Sohn eines Advokaten geboren. Von Hause aus war er belastet mit dem Erbe eines verschlossenen und pedantischen Vaters, der zudem früh starb und die Familie in drückenden Verhältnissen zurückließ, und einer überspannten, schwermütigen und lebensuntüchtigen Mutter, d
Adalbert Stifter (I805-I868)
Was Grillparzer auf dem Gebiete des Dramas, das bedeutet Stifter auf dem Gebiete der Erzählung für die Zeit des Biedermeier. In dem Flecken Oberplan an der Moldau in Böhmen geboren und aufgewachsen inmitten der unberührten großartigen Natur des Böhmerwaldes und im vertrauten Umgang mit dessen Mensc
Eduard Mörike (I804-I875)
geworden, zugleich wohl der bedeutendste deutsche Lyriker neben Goethe und Hölderlin. In Ludwigsburg geboren, studierte Mörike wie Hölderlin am Tübinger Stift Theologie, aber ohne innere Berufung. Hier erweckte das verwirrende Liebeserlebnis zu der plötzlich aufgetauchten Maria Meyer, einer Schweiz
Im Abstände folgt Mörike von den Lyrikern dieser Zeit der unglückliche - Deutsch-Ungar- Nikolaus Lenau (Niembsch von Strehlenau), I802-I850.
Auch Lenau fand den Ausgleich zwischen romantischem Wesen und der wirklichen Welt nur in seiner Dichtung. Er hat den Sprung aus der romantischen Befangenheit seines Wesens in die Realität der Welt um 1840 wohl gewagt und ist nach Amerika gegangen, um Farmer zu werden; aber vor der Wirklichkeit
Annette von Droste-Hülshoff (I797-I848)
Spät wuchs der Ruhm der größten Dichterin Deutschlands, aber er wuchs ständig, und während die glänzenden Sterne am Dichterhimmel ihrer Zeit wie Heine, Geibel und Freiligrath verblaßten, stieg leuchtend ihr Gestirn empor. In ihrem äußeren Leben noch ganz der biedermeierliche Mensch - von sorgfältig
Das Junge Deutschland
Huldigten die Dichter des Biedermeier einer unpolitischen Persönlichkeitskultur, so wandte sich 'Das Junge Deutschland" mit Feuereifer den politischen Ereignissen zwischen der französischen Julirevolution (1830) und dem Frankfurter Parlament (1848) zu. Der in den Befreiungskriegen erwachte Sinn für
Ferdinand Freiligrath (I8I0-I876),
der nach dem Erscheinen seiner politischen Gedichte 'Ein Glaubensbekenntnis" (1844) zuerst nach Brüssel, dann in die Schweiz fliehen mußte, wo er die radikalen Kampflieder der Sammlung 'Ca ira" (1846) schrieb. Das Revolutionsjahr 1848 brachte den Dichter zunächst nach Deutschland zurück; hier wurde
Georg Herwegh (I8I7-I875)
mit seinen 'Gedichten eines Lebendigen" (1841), die vor allem durch starke Affekte auffielen ('Der Freiheit eine Gasse", 'Wir haben lange genug geliebt/Und wollen endlich hassen!"). Herwegh begründete mit seiner 'Arbeiter-Marseillaise" die deutsche Arbeiterdichtung: Mann der Arbeit, aufgewacht! Und
Aug. Heinrich Hoffmann von Fallersleben (I798-I874)
ließ 'Unpolitische Lieder" (1840/41) erscheinen, die ihn den Lehrstuhl für Germanistik kosteten, den er an der Universität Breslau innegehabt hatte. Als Verfasser der deutschen Nationalhymne 'Deutschland, Deutschland über alles", deren Text er am 26. 8. 1841 auf Helgoland schrieb und die er zuerst a
Heinrich Heine (I797-I856),
paßt nicht in den engen Rahmen, der durch den Begriff 'Junges Deutschland" gegeben ist. Schon auf Grund seines Alters, seiner Herkunft und Bildung steht Heine mit seinem Werk zwischen Romantik und Realismus und zugleich isoliert in der Eigenwilligkeit seiner Persönlichkeit. Er ist aber auch der einz
Christian Dietrich Grabbe (I80I-I836) und Georg Büchner(I8I3-I837)
Grabbe, Sohn eines Detmolder Zuchthausverwalters, war eine unglückliche Natur. Er scheiterte sowohl als Schauspieler wie auch als Rechtsbeamter, verkam schließlich in Trunksucht und ging an Tuberkulose zugrunde. Er war ein genialer Nachfahre des Sturm und Drang und ein entschiedener Gegner der Roman
Der poetische Realismus
Was das Biedermeier mit zarten Tönen begann, was das Junge Deutschland in die Farben der Revolution tauchte, das erfuhr im poetischen Realismus seine dichterische Vollendung: das Bild vom wirklichen Menschen. Es wird gestaltet mit packender Wucht in den Dramen Hebbels; es kleidet sich bäuerlich-vol
Friedrich Hebbel (I8I3-I863)
Als Sohn eines Maurers in Wesselburen geboren, wuchs der junge Hebbel in drückender Armut auf. 'Die Armut hatte die Stelle seiner Seele eingenommen", sagte der Dichter später von seinem Vater, der die dichterischen. Pläne seines Sohnes unterdrückte und ihn zum Maurerhandwerk zwang. Als er starb, kam
Richard Wagner (I8I3-I883),
bestärkt durch die Lektüre Schopenhauers, die großen Fragen der Menschheit, Weltverneinung und Welterlösung, in rauschhaften Musikdramen einer nüchtern werdenden Epoche entgegengehalten. In dem Bemühen, die großen Stoffe der deutschen Vergangenheit, den alten Götter- und Heldenmythus als symbolhafte
Otto Ludwig (I8I3-I865)
Krankheit und Ãoberschätzung der eigenen Fähigkeiten beschatteten sein Leben und führten ihn zunächst in falscher Richtung auf das Drama. Im Erfolg seines Bühnenstücks 'Der Erbförster" (1850) glaubte er, sein dramatisches Talent bestätigt zu sehen. Im Ringen um ein neues Drama im Sinne Shakespeares
Ludwig Anzengruber (I839-I889)
seine eindringlichen und eigenwilligen Gestalten. In der Tradition des Wiener Volksstückes stehend (Raimund, Nestroy), erhob er das realistische Volksstück zur wertvollen literarischen Gattung. Kraftvolle Charakterzeichnung und starke theatralische Effekte sind seine Vorzüge. Es sind derbrealistisch
Peter Rosegger (I843-I9I8)
auf biedermeierliche Ideale zurück. In Anlehnung an Stifter preist er in dem pädagogischen Roman 'Die Schriften des Waldschulmeisters" (1875) die Weltferne und Stille der heimatlichen Landschaft und verfolgt mit wehmütigem Pessimismus den Einbruch des modernen Geistes in die Steiermark. So ist sein
Marie von Ebner-Eschenbach (I830-I9I6).
Schon in den 'Neuen Erzählungen" (1878) mit der Geschichte von drei adeligen Originalen 'Die Freiherrn von Gemperlein" erreichte Marie von Ebner-Eschenbach künstlerische Vollendung. 1881 folgte die meisterhafte Geschichte vom Schicksal eines alternden Mädchens, das seinen liebsten Besitz, eine Uhren
Jeremias Gotthelf (Albert Bitzius, I797-I854)
wurde als Sprößling einer altbernischen Familie im Pfarrhaus zu Murten geboren und starb als Pfarrer zu Lützelflüh am 22. Oktober 1854. Jahrzehntelang lebte Gotthelf im Schatten seines Landsmannes Gottfried Keller, ehe er die Würdigung fand, die er verdiente. Keller selbst hat ihn, bei aller Gegensä
Gottfried Keller (I8I9-I890)
hart erkämpftes und bewußt geformtes Kunstwerk des epischen Geistes. Kellers Zeitgenosse Schopenhauer hat das Wesen der epischen Kunst darin erblickt, 'daß man mit dem möglichst geringsten Aufwand von äußerem Leben das innere in die stärkste Bewegung bringe; denn das innere ist eigentlich der Gegens
Conrad Ferdinand Meyer (I825-I898).
Wie für Keller wurden auch für ihn Herkunft und Jugendeindrücke bestimmend. Als Sohn eines Historikers in Zürich geboren, studierte er in Lausanne, wo er unter den Einfluß der französischen Literatur geriet. Nach Reisen in Frankreich und Italien und reicher Ãobersetzertätigkeit wurde er durch das E
Theodor Storm (I8I7-I888)
mit Conrad Ferdinand Meyer gemeinsam. Wie bei Keller und Stifter überwiegt bei Storm jedoch das Landschaftliche; rauhes Meer, einsamer Strand, Nebel mit dem Schrei der Wandergans: 'Am grauen Strand, am grauen Meer / und seitab liegt die Stadt.. ." Dieser düstere Grundton wird durch Storms eigene, en
Wilhelm Raabe (I83I-I9I0),
der über den Beruf eines Buchhändlers und nach verspätetem Studium in Berlin zur Dichtung kam. Im Gegensatz zu Storm und Keller hat Raabe niemals eine große Lesergemeinde gefunden. Raabes Vorliebe für Menschen, 'die hinter der Hecke liegen gelassen worden sind", für das Unauffällige, Anspruchslose
Theodor Fontane (I8I9-I898),
den letzten großen Erzähler des 19. Jahrhunderts, die preußische Hauptstadt Berlin und die Mark Brandenburg, jene Kiefern-, Seen- und Sandlandschaft, die man mit Ironie und Treffsicherheit 'die Streusandbüchse des Heiligen Römischen Reiches" genannt hat. Die karge Schönheit dieses Landstrichs und ih

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