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Vom naturalismus Über die jahrhundertwende

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Detlev von Liliencron (I844-I909)



zu echtem Leben. Er ist seit langem wieder der erste echte deutsche Lyriker, dem die Welt zum lyrischen Erlebnis geworden ist. Ursprünglich preußischer Offizier, mußte er wegen Schulden den Dienst quittieren und lebte bald in München, bald in Berlin oder Altona, abseits der literarischen Kreise, äußerlich und innerlich ganz noch dem feudalen Leben des preußischen Junkertums hingegeben. Es war die Wurzel seiner Kunst, die aber am Landschaftlichen Genüge fand. Die Einsamkeit der Holsteinischen Heide, der Marschen und des Watts ist sein Lieblingsmotiv. Weltanschaulicher Pessimismus verbindet sich in ihm mit der unbekümmerten Lebenslust des Junkers, künstlerische Naivität mit der Fähigkeit, die Erscheinungen des
Augenblicks: Form, Farbe, Klang, Raum und Zeit unmittelbar Sprache werden zu lassen. Wie mit impressionistischer Pinseltechnik sind die Stimmungen der Landschaft in der Empfindungswelt dieser Gedichte aufgegangen, wie in dem berühmten
Märztag
Wolkenschatten fliehen über Felder, Blau umdunstet stehen ferne Wälder.
      Kraniche, die hoch die Luft durchpflügen, Kommen schreiend an in Wanderzügen.
      Lerchen steigen schon in lauten Schwärmen, Ãoberall ein erstes Frühlingslärmen.
      Lustig flattern, Mädchen, deine Bänder, Kurzes Glück träumt durch die weiten Länder.
      Kurzes Glück schwamm mit den Wolkenmassen, Wollt' es halten, muß' es sdiwimmen lassen.
      Liliencrons Gedichte sind immer ein schmales Stück Welt, in dem Weite und Nähe farbig ineinanderfließen zu kleinen kostbaren Bildern:

Viererzug
Vorne vier nickende Pferdeköpfe, neben mir zwei blonde Mädchenzöpfe, hinten der Groom mit wichtigen Mienen, an den Rädern Gebell.
      In den Dörfern windstillen Lebens Genüge, auf den Feldern fleißige Spaten und Pflüge, alles das von der Sonne beschienen so hell, so hell.
      Liliencron zählt auch zu unseren besten Balladendichtern und hat die Linie von Bürger bis Fontane mit Erfolg fortgesetzt. Neben seiner Nordseeballade 'Trutz, Blanke Hans" ist die Ballade 'Pidder Lüng" mit ihrem Trutzwort: 'Lewwer duad üs Slaav" am bekanntesten geworden.
      Als Nachfolger Liliencrons wären Gustav Falke , ein Lübecker, den man einen 'Dichter des deutschen Hauses" genannt hat, Otto Julius Bierbaum mit seiner 'Ãoberbrettldichtung", Joachim Ringelnatz und Erich Kästner zu nennen.
      Den Ãobergang vom Naturalismus zum Impressionismus in der Lyrik bilden Richard Dehmel und Max Dauthendey.
     

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Detlev  Liliencron  (I844-I909)    


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