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Textsammlung zur deutschen literaturgeschichte

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WOLFGANG STELLMACHER: - Umfrage - Zum Erbe in Wissenschaft und Praxis



Die Literaturgeschichte hat die Aufgabe, wichtige Traditionslinien innerhalb der Nationalliteratur sichtbar zu machen und auf diese Weise einen Beitrag dafür zu leisten, daß sich bei den Lesern ein historisches Bewußtsein und ein ästhetisches Verständnis entwickeln und festigen. Durch die Erhellung des Zusammenhanges von Gesellschafts- und Literaturentwicklung soll sie die determinierende Beziehung der Kunst zu den jeweiligen Klassenkämpfen einer Epoche einsehbar machen und gleichzeitig den engagierten Bezug jeder großen realistischen Literatur auf den geschichtlichen Fortschritt darstellen. In diesem Sinne muß die Literaturgeschichte Verständnis für den literaturhistorischen Prozeß vermitteln und den heutigen Leser insbesondere an das humanistische Erbe heranführen. Dadurch sind der Literaturgeschichte bedeutende Möglichkeiten gegeben, die weltgeschichtliche Dimension der gegenwärtigen Klassenkämpfe zwischen Sozialismus und Imperialismus in das Bewußtsein der Menschen zu heben. Indem ein tieferes Verständnis für den historischen Prozeß in Vergangenheit und Gegenwart entwickelt wird, trägt die Literaturgeschichte ihren Teil dazu bei, daß sich die Mitglieder der sozialistischen Gesellschaft in steigendem Maße die Welt in ihrer Totalität aneignen und sie dadurch beherrschen lernen.Die marxistische Literaturgeschichte arbeitet den humanistischen und geschichtsphilosophischen Gehalt der klassischen, bürgerlichrealistischen und sozialistischen Literatur heraus und weist nach, daß die Arbeiterbewegung und die sozialistische Literatur die legitimen Erben und Fortsetzer der humanistischen bürgerlichen Literatur der Vergangenheit sind. Die Literaturgeschichte leistet einen wichtigen Beitrag zur Entstehung der gebildeten Nation, denn sie fördert durch die Stärkung des historischen Bewußtseins, der ästhetischen Einsichten und der künstlerischen Interessen die Herausbildung bewußt schöpferisch handelnder, allseitig gebildeter sozialistischer Persönlichkeiten.

      Eine operative politische Funktion erhält die Literaturgeschichte besonders noch dadurch, daß sie den Erbe-Begriff der Arbeiterklasse und der Bourgeoisie gegenüberstellt. Die heutige Bourgeoisie ist nicht mehr in der Lage, an die humanistischen Traditionen der klassischen deutschen Literatur produktiv anzuknüpfen [...]. Eine solche Haltung der Bourgeoisie ist ideologischer Ausdruck der objektiven Perspektivlosigkeit und Fortschrittsfeindschaft dieser Klasse. Indem die marxistische Literaturgeschichte diese Zusammenhänge aufdeckt und andererseits die fundamentale Bedeutung des humanistischen Erbes für die Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft deutlich macht, findet sie ihren Platz im ideologischen Klassenkampf unserer Zeit. Sie übt dadurch einen aktivierenden Impuls auf das politische und gesellschaftliche Verhalten der Menschen aus und fördert die bewußte Parteinahme für die allseitige Stärkung des Sozialismus in der DDR.
     

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