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Textsammlung zur deutschen literaturgeschichte

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RUDOLF DAU: - Aus: Umfrage - Zum Erbe in Wissenschaft und Praxis



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Die Hauptaufgabe der marxistischen Literaturgeschichtsschreibung in der DDR besteht darin, gesicherte Erkenntnisse, Materialien und Gesetzmäßigkeiten für die Planung und Leitung ideologischer und kultureller Prozesse durch die Partei der Arbeiterklasse und die Regierung der DDR bereitzustellen und an ihrer Umsetzung in der gesellschaftlichen Praxis aktiv teilzunehmen. [...] Das schließt entschieden die Erfassung auch weit zurückliegender literaturgeschichtlicher Prozesse als Wechselbeziehung von Produktion und Rezeption literarischer Werke ein, weil sich z. B. das Problem des Realismus im poetischen Kunstwerk nur unter Berücksichtigung des funktionalen Aspekts voll erschließen läßt. Vermittlung von Einsichten in die Kämpfe humanistischer und realistischer Schriftsteller mit ihren literarischen und anderen gesellschaftlichen Gegenspielern und damit in die Vorgeschichte unseres heutigen Kampfes gegen Imperialismus und Krieg, für eine Gesellschaft des realen Humanismus. Das bedeutet Teilnahme an der Erschließung und Entfaltung wichtiger Elemente des Geschichtsbewußtseins aller Werktätigen unserer Republik, an der Entwicklung ideologischer Potenzen der sozialistischen Persönlichkeit, die der wachsenden Bedeutung des subjektiven Faktors beim Aufbau der sozialistischen Gesellschaft entsprechen. Für den Literaturhistoriker schließt das die Aufgabe ein, gründlicher als bisher die Wirkungsgeschichte -vor allem die politisch-ideologische Wirkungsgeschichte - wichtiger literaturgeschichtlicher Erscheinungen bis zur Gegenwart hin zu verfolgen, um die volle Effektivität seiner Forschungsergebnisse für die gegenwärtigen ideologischen Klassenkämpfe zu sichern.

      Und schließlich, aber nicht zuletzt: Erarbeitung, Interpretation und Popularisierung solcher Ergebnisse des Gesamtprozesses der Literaturgeschichte, die nicht nur für die Erkenntnis gesellschaftspolitischer Gesetzmäßigkeiten oder für unser entwickeltes marxistisch-leninistisches Geschichtsbewußtsein von Bedeutung sind, sondern gleichzeitig und darüber hinaus in Gestalt lebendig bleibender Kunstwerke noch heute von unmittelbarer ästhetisch-weltanschaulicher Wirksamkeit sind und direkt in die sozialistische Nationalkultur integriert werden können und müssen. Das hat natürlich Konsequenzen für die literaturgeschichtliche Analyse und Interpretation dieser Werke.

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