Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt

Referat Projekt, Charakterisierung, Interpretation, Papier, Essay
Taschenbuch der kinder- und jugendliteratur

Index
» Taschenbuch der kinder- und jugendliteratur
» HERBERT OSSOWSKI
» Sachbücher für Kinder und Jugendliche - Definitionsversuche

Sachbücher für Kinder und Jugendliche - Definitionsversuche



Eine allgemeingültige Definition des Begriffs Sachbuch lässt sich bis heute der Fachliteratur nicht entnehmen. Immer wieder bleiben noch Fragen offen, bleiben Ungenauigkeiten bestehen. Einigkeit - im weitesten Sinne - herrscht darin, dass ein Sachbuch der non-fiction-Literatur zuzuordnen sei. Das Fehlen einer verbindlichen Definition wirkt sich insbesondere auch auf die Erklärungen und Begriffsbestimmungen in den gängigen Lexika aus.

     
Zum Sachbuch allgemein
Das „Metzler Literaturlexikon" definiert das Sachbuch als eine „Publikation, die neue Fakten und Erkenntnisse auf wissenschaftlichem, kulturellem, politischem, sozialem, wirtschaftlichem und kulturhistorischem Gebiet in meist populärer und leicht verständlicher Form darbietet." Für Manfred Nagl wird das Sachbuch „lediglich als Produkt für einen neuen populärwissenschaftlichen Freizeit- und Hobbymarkt aufgefaßt" . Dem „Bertelsmann Lexikon" nach „entspricht der Begriff etwa dem der englischamerikanischen nonfiction unter Einschluß der allgemein-verständlichen Nachschlagewerke" . Das „Universal Lexikon Der Knaur" sieht als „Sachbuch i.w. S. jedes Buch, das über Tatsachen berichtet; i.e.S. für einen breiten Leserkreis bestimmtes Buch über ein Sachgebiet" . In dieser Kurzbestimmung des Sachbuchbegriffs klingt bereits an, was sich in zahlreichen Definitionsversuchen finden lässt: weitere inhaltliche Be- und Umschreibungen, vor allem aber auch Abgrenzungen, Einschränkungen und Zuordnungen gegenüber den literarischen Gattungen, zwischen Belletristik und Fachliteratur / wissenschaftlichen Publikationen.

     
Zum Sachbuch für Kinder und Jugendliche
Was für den Bereich des Sachbuchs allgemein gilt, kann und muss auch auf das Sachbuch für junge Menschen übertragen werden: Eine allgemeingültige Definition ist bisher nicht gefunden worden. Das liegt nach Meinung von K. E. Maier im Wesentlichen daran, dass „eine genaue Definition wohl auch wegen der Überschneidungen mit anderen Buchgattungen nicht möglich sein" wird . Bereits 1961 hatte Klaus Doderer Kennzeichnungen einer „Sachschrift" vorgenommen, die bis heute unbestritten sind und hohe Anerkennung finden:eine Sachschrift unterrichtet den Leser über Dinge, Ereignisse oder Zusammenhänge dieser Welt in einer solchen Weise, daß durch den Einsatz besonderer sprachlicher Mittel und kompositorischer Kräfte der Leser gleichzeitig unterhalten und belehrt wird .
      Auch Inge Auböck möchte nicht nur die inhaltlichen, sondern darüber hinaus die gestalterischen Möglichkeiten durch die Sprache für das Sachbuch gesichert wissen. Sie bringt jedoch als weiteren Aspekt die Berücksichtigung der Leserzielgruppen mit ein und formuliert: Es gilt, „die Vermittlung von Wissensstoff oder von sachlichen Gegebenheiten auf die ins Auge gefaßten Leserschichten abzustimmen", und erklärt im Folgenden, was darunter zu verstehen ist: „Dies erfolgt durch die Dosierung des Inhalts und die Anpassung der Form" . In seinem Definitionsversuch betont Richard Bamberger ebenfalls als wesentliche Kennzeichen des Sachbuchs für Kinder und Jugendliche das notwendige Zusammenwirken von Inhalt und Form:
Das Sachbuch versucht, den Wissensstoff zu verlebendigen, ihn anschaulich zu machen, ihn in seiner Bedeutung für den Menschen erfassen zu lassen. Der Begriff des Sachbuchs wird nicht nur von seinem Inhalt, sondern auch von seiner Darstellungsform bestimmt.
Die fehlende Definition des Sachbuchs für Kinder und Jugendliche zeigt sich auch im Bereich der Lexika für die Jugend. Heinrich Pleticha bietet in dem von ihm herausgegebenen „Literatur Lexikon" den jungen Lesern unter dem Begriff Sachbuch eine Kurzformulierung, die zugleich eine Zusammenfassung der bisherigen Definitionsversuche beinhaltet, eine allgemeine Zuordnung zur non-fic-tion-Literatur vornimmt bzw. bestätigt und einen Aspekt aufzeigt, der bereits bei Doderer genannt wird: die Rolle des Sachbuchautors. Nach einer Abgrenzung zur Dichtung und zum Fachbuch, das die Schüler aus ihrem täglichen Unterricht, den Hausaufgaben und für ihr Hobby kennen, erfahren die Leser:
Weiterhin gibt es Bücher, die zwar Sachwissen vermitteln, informieren und belehren, zugleich aber auch unterhalten wollen. Dazu gehören die Sachbücher In jedem Fall wollen sie Wissen nicht in trockener, sondern in möglichst verständlicher und zugleich auch interessanter Form vermitteln. Sie wenden sich an Leser aller Altersstufen, die eine ihrem Wissensstand und ihren Interessen angemessene Information suchen.
      Nun folgt der Hinweis auf den Sachbuchautor und auf die Anforderungen, die an ihn gestellt werden müssen: „Ein guter Sachbuchautor sollte gleich drei Berufe in sich vereinen." Die Berufe: Wissenschaftler , Lehrer und „lebendig wie ein guter Journalist schreiben können" .
      Doderer hatte in seiner Definition von „Sachschrift" den Sachbuchautor ebenfalls gekennzeichnet:
Wer belehren will, muß selbst etwas wissen. Belehrung setzt also Wissenschaft, Forschung und zumindest Erfahrung voraus. Und wer unterhalten will, muß von den ästhetischen Gesetzen, den Gesetzen der schönen Form etwas verstehen. .
      „Das große Ravensburger Lexikon" in 4 Bänden, das sich an junge Leser wendet, schreibt unter dem Stichwort „Bücher": die „Sachliteratur, also informative Bücher, wie z.B. Gartenbücher oder Heimwerkerbücher. Auch dieses Lexikon, in dem du gerade liest, ist ein Sachbuch" und wendet damit die „erweiterte" Definition innerhalb der Definitionsversuche für Sachbücher an.

     
Zum Stand der Diskussion
Es gibt Übereinstimmungen in den Definitionsversuchen des Sachbuchs allgemein wie auch des Sachbuchs für Kinder und Jugendliche:
1. in der Frage der „Übersetzung" neuer wissenschaftlicher Fakten und Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Fachsprache in „meist populäre und allgemeinverständliche" Sprachformen bzw. „kindgerechte" Sprachgestaltung;
2. in der Zielrichtung auf den Laien, explizit den „interessierten Laien", ob erwachsen oder heranwachsend. ;
3. in der Zuordnung des Sachbuchs zur non-fiction-Literatur. Abweichungen gibt es in der Frage, ob Lexika, Wörterbücher und „praktische Ratgeber" auch Sachbücher sind. Hier wird häufiger ein Kompromiss vorgeschlagen und eine Bezeichnung als „Sachbuch im weiteren Sinne" vorgenommen.
      Letztlich bleibt festzustellen: Bis heute gibt es noch keine allgemeinverbindliche Definition des Begriffs Sachbuch, sondern „nur Annäherungen im Bereich der Kriterien, Schwerpunktsetzungen und Abgrenzungen" .
     

 Tags:
Sachbücher  für  Kinder  Jugendliche  -  Definitionsversuche    

Hans-heino ewers
Otto brunken
Jorg steinz / andrea weinmann
Karin richter
Peter scheiner
Reinbert tabbert
Kurt franz
Jens thiele
Leander petzoldt
Franz-josef payrhuber
Gerhard haas
Wilhelm steffens
Dagmar grenz
Carsten gansel
Monika born
Alfred clemens baumgÄrtner / christoph launer
Heinrich pleticha
Gunter lange
Bernd dolle-weinkauff
GÜnter lange
Helmut melzer
Gerd taube
Jan-uwe rogge
Michael sahr
Hans dieter erlinger
Bernhard meier
Herbert ossowski
Hannelore daubert
Dagmar lindenpÜtz
Gudrun schulz
Gina weinkauff
Helene schÄr
Bernhard rank
Maria lypp
Gabriele czech
Gabriela wenke
Bettina hurrelmann
Erich schÖn
Elvira armbrÖster-groh
Kaspar h. spinner

 

 

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com