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Das nicht aristotelische Drama


Die Kntwicklung des Dramas im Sturm und Drang ist im Zusammenhang mit den Bemühungen des 1 8. Jahrhunderts um ein deutsches Nationaltheater, um die Schauspielkunst und die Theaterkultur zu sehen. Gleichzeitig und aufeinander einwirkend vollzog sich die Modernisierung dramatischer Formen und darstellerischer


Kunst; zugleich entwickelten sich die Ansprüche an Kostüme und Bühnenbilder in den Jahren um 1770 in einem mächtigen Schub. Zwei Äußerungen Lessings zu Beginn und am Ende der sechziger Jahre verdeutlichen, wie sich die Situation des deutschen Theaters den um 1750 geborenen Dichtern darstellte. Im einundachtzigsten der Briefe die neueste Literatur betreffend schreibt er am 7. Februar 1760: "Die Bühne des Franzosen ist doch wenigstens das Vergnügen einer ganzen großen Hauptstadt; da in den Hauptstädten des Deutschen, die Bude der Spott des Pöbels ist. Der Franzose kann sich doch wenigstens rühmen, oft seinen Monarchen, einen ganzen prächtigen Hof, die größten und würdigsten Männer des Reichs, die feinste Welt zu unterhalten; da der Deutsche sehr zufrieden sein muß, wenn ihm ein paar Dutzend ehrliche Privatleute, die sich schüchtern nach der Bude geschlichen, zuhören wollen." (I.essing, Bd. IV, S. 700 f.) Und im 101. bis 104. Stück der Hamburgischen Dramaturgie, am Ende seiner Wirksamkeit an der Hamburger Bühne, stellte er 1769 seine eigenen Bemühungen selbstkritisch und ironisch in Frage mit dem Ausruf: "Über den gutherzigen Hinfall, den Deutschen ein Nationaltheater zu verschaffen, da wir Deutsche noch keine Nation sind!" (I.essing, Bd. VI, S. 684) Mit diesen Worten ist die Lage des deutschen Theaterwesens um 1760/1770 genau beschrieben: der politischen Zerrissenheit des Deutschen Reiches mit seinen zahlreichen und ganz verschieden regierten Staaten entsprach die Theaterkultur. Es gab Theatertruppen, wie Goethe sie in Wilhelm Meisters theatralischer Sendung darstellt, die von Ort zu Ort zogen; Friederike Karoline Neuber ■/.. B. gastierte in den späten dreißiger Jahren mit ihrer Truppe alljährlich in Leipzig, Hamburg, Kiel, Frankfurt am Main und Petersburg. Die Schauspieler galten als Komödianten, sie gehörten zum fahrenden Volk, man nannte eine Gesellschaft von Schauspielern eine "Bande". Vor allem die Geistlichkeit stellte ihre Tätigkeit als unsittlich, den Theaterbesuch als sündhaft dar; als die Neuberin 1760 in Leuben bei Dresden beerdigt wurde, mußte man ihren Sarg über die Kirchhofsmauer heben, weil der Geistliche noch dem Leichnam der Komödiantin das Friedhofstor nicht öffnen mochte.


Im Hungerturm zu Pisa Heinrich Wilhelm von Gerstenberg: Ugolino
Analyse Graf Ugolino della Gherardesca, ein namhaftes Haupt der ghibellinischen Partei in Pisa, schloß sich nach der Heirat seiner Schwester mit einem Guelfen deren Partei an, so daß er sich den Haß seiner ehemaligen Partei ganger zuzog. Er wurde gestürzt, des Verrats bezichtigt und eingekerkert, [ ... ]
Die Tragödie des großen Menschen - Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der
Analyse Im November und Dezember 1771 schrieb Goethe in Frankfurt, ermuntert von seiner Schwester Cornelia, die erste Fassung des Götz innerhalb von sechs Wochen, 'ohne Plan und F.ntwurf, bloß der Hinbildungskraft und einem innern Trieb" (DuW Bd. I, S. 61.3) folgend und 'ohne weder rückwärts, noch [ ... ]
Das Elend des Lehrers Jakob Michael Reinhold Lenz: Der Hofmeister oder Vorteile
Analyse Wahrscheinlich 1772 schrieb Lenz den Hofmeister; das Stück erschien anonym im Frühjahr 1774 im Leipziger Verlag von Christian Friedrich Wey-gand, der im selben Jahr auch den Werther verlegte. Das Drama hat mit dem Götz einige Gemeinsamkeiten. In beiden Stücken lassen sich die Einflüsse S [ ... ]
Ein Wirrwarr von Komik und Tragik Eriedrich Maximilian Klinger
Sturm und Drang Analyse Im Herbst 1776 schrieb Klinger in Weimar 'eine Comocdic der 'Wirrwarr'", wie er am 4. September dem Freund Krnst Schleiermacher mitteilt. Er war damals schon ein bekannter Bühnenautor; im Jahre zuvor hatte er mit seinem Trauerspiel Die Zwillinge den Preis der Ackermannsch [ ... ]
Heinrich Leopold Wagner: Die Kindermörderin
Analyse Am 18. Juli 1776, wenige Wochen vor seinem juristischen Doktorexamen, las Heinrich Leopold Wagner, damals neunundzwanzig Jahre alt, der von Friedrich Rudolf Salzmann im Jahre zuvor gegründeten Deutschen Gesellschaft in Straßburg sein Drama Die Kindermörderin vor. F.s war vermutlich im Frühj [ ... ]
Friedrich Schiller: Die Räuber
Analyse Die Arheit an den Räubern begann Schiller wahrscheinlich schon als Eleve der Karlsschule im Jahre 1 776. Die Vorbereitung seiner Prüfungen hinderte ihn dann an der Arbeit, so daß sein letztes Jahr auf der Akademie 1779/80 als Entstehungszeit anzusetzen ist. Im Frühjahr 1781 erschien die ers [ ... ]
Adelssatire und bürgerliches Ethos Friedrich Schiller: Kabale und Liebe
Analyse Schiller schrieb Kabale und Liebe /.wischen dem Herbst 1782 und Mitte Februar 1783; Ende April, Anfang Mai desselben Jahres überarbeitete er den Text auf Wunsch des Freiherrn von Dalberg für die Mannheimer Bühne. Dort wurde das Drama am 17. April 1784 nach der Frankfurter Uraufführung am 15 [ ... ]




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