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Ästhetik und minderheitenraum -aspekte der deutschen regionalliteraturen in rumänien

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Der Heimkehrer und der Ausreißer



Ãober das Verhältnis zur Heimat bei Georg Scherg und Franz Hodjak

. Die Sicht eines nach Siebenbürgen Verschlagenen
Als ein nach Siebenbürgen Verschlagener mit den Augen des Außenseiters das provinzielle Leben einer entlegenen Gegend zu schildern - dies hat seit Adolf Meschendörfers Leonore' in der siebenbürgisch-deutschen Literatur prototypischen Charakter. Allzu oft wurde die Kulturlandschaft Siebenbürgens aus der Innen- und Außenperspektive betrachtet. Nach 1945 verschoben sich für die deutsche Minderheit in Rumänien die Koordinaten des Territoriums, das bis dahin als 'Heimat" empfunden worden war. Die Hinwendung zum Eigenen, was auf das betonte Identitätsbe-wusstsein zurückzuführen ist, blieb aber weiterhin eine thematische Konstante. Den Untertitel von Meschendörfers Roman paraphrasiert Gerhard Or-tinau etwa siebzig Jahre später bitterironisch in seinem Kurzprosatext die letzte banater story. offener brief eines auf den mond verschlagenen um wahrscheinlich die staatlicherseits erzwungene Isolation und den Rückzug in eine als Provinz empfundene Gegend betont als unfreiwillige Abschottung anzudeuten. Das Verhältnis zur Heimat ist in einer Minderheitenliteratur von erstrangiger Bedeutung, gleichzeitig kompliziert und zwiespältig; oft überlappen sich die Sehnsucht nach Geborgenheit und die Ablehnung des Provinziellen. In den Erzählungen größeren Ausmaßes von Georg Scherg und Franz Hodjak treten die Gestalten des Heimkehrers in die Heimat bzw. des Ausreißers aus der Heimat immer wieder auf und konstruieren eine besondere Beziehung zu dem konventionell als ,Zuhause' bezeichneten Lebensraum. Das Verhältnis zwischen dem Individuum und seinem Umfeld erhält eine markante Darstellung in diesen Romanen. Im Falle Schergs eröffnet darüber hinaus die Frage nach dem formalästhetischen Instrumentarium dieses Schriftstellers, nach der Art, wie er die Wirklichkeit des repressiven Systems kodifizierte, interessante Perspektiven über die Möglichkeiten des Schreibens unter Zensurbedingungen. Franz Hodjaks Romane, die nach 1990 erschienenen sind, entwerfen Figurationen dieses ZugehörigkeitsVerhältnisses aus einer anderen Perspektive.
      2. Der Heimkehrer in ein ewiges Gefängnis
Besonders jene Romane Georg Schergs, die stofflich in der Gegenwart angesiedelt sind, wurden auf eine sehr komplizierte Art und Weise verschlüsselt. Verkleidungsgeschichten und Gefängnisparabeln, vervielfältigt ins Unendliche durch verwirrende Spiegelungen, projizieren den Leser in eine surreale Welt, deren realistische Züge jedoch eine beängstigende Vertrautheit hervorrufen. Dies gilt besonders für die Romane Der Mantel des Darius4, Bass und Binsen5, Spiegelkammer sowie, in geringerem Maße, für den Roman Die Schuldbürgef und die Erzählung Das Kartenspiel*.
      Schergs Erzähluniversum lässt durch Deutungen mehr erahnen als genau festlegen. Denn die konstruierten Bilder werden in der Handlung oft umgedeutet, modifiziert, relativiert, die gerade formulierten Aussagen zurückgenommen. Die Gestalten tauschen schlagartig ihre Rollen aus, ihre Namen werden geändert. Beispielsweise wird die Hauptgestalt Peer aus dem Roman Spiegelkammer bis zur endgültigen Verwirrung des Lesers von seiner Frau auch Petron, Peter, Petro Pierre, Pierrot, Piero genannt. {Spiegelkammer, Kap. VIII) Der Erzähler, meistens handelt es sich um multiple Erzählerfiguren, spielt mit dem Leser ein böses Spiel, um zu zeigen, wie willkürlich die Wirklichkeit durch die Sprache und durch den ordnenden Zwang der Erzählkohärenz in einem Text konstruiert wird. Zu den besonderen Qualitäten der Prosa Schergs gehört die Entlarvung der erzählten Welt als bloßes 'Kon-strukt" sowie die Darstellung der Unmöglichkeit, eine endgültige Wahrheit durch die abbildende Funktion der Sprache aufzubauen. Nicht desto trotz kann man aus Schergs Romanen - in einer Zeit zunehmender Repression seitens des Machtapparates - unerwartet realistische Beschreibungen des rumänischen Gulags herauslesen. Die Protagonisten Schergs unterhalten sich in überfüllten Gefängniszellen {Spiegelkammer, S. 232), sie leben zum Teil in armseligen Lehmhütten in von der Ã-ffentlichkeit abgeschirmten Deportationsorten in der südrumänischen Steppe. Sie verschwinden auf geheimnisvolle Weise, werden gefangen gehalten und tauchen unerwartet wieder auf, um wieder zu verschwinden, wie beispielsweise Schneider im Roman Bass und Binsen. Schergs Gestalten bevölkern Städte, deren unheimliches Zentrum der Sitz des Geheimdienstes ist. Der 'erste Gasthof der Stadt im Roman Bass und Binsen wird im Volksmund 'Zum schwarzen Mann" genannt, und es heißt über ihn, er gehe 'in der Vorstellung der Einwohner leibhaftig um". Der Gasthof birgt in seinem Inneren ein Labyrinth, in dem unter anderem der Bürgermeister Habicht eine willkürliche Regie nach dem Motto, 'Kein Mensch ist unschuldig [...] und verdächtig ist jeder", führt. Der so zweideutig bezeichnete 'Gasthof des 'Schwarzen Mannes" ist der gefürchtete Mittelpunkt der Stadt, doch anders als in Franz Kafkas Schloss - an dessen Stimmung der Roman Schergs oft erinnert - streben die Stadtbewohner nicht dahin, sondern, im Gegenteil, sie werden von einer zentrifugalen Kraft erfasst. Doch ohne Ausgangserlaubnis ist den Einwohnern das Verlassen der Stadt nicht erlaubt. Auch die Stadt Schuldau aus Die Schuldbürger ist der Inbegriff einer überwachten Stadt, wobei der geographisch angedeutete Bezug zu Siebenbürgen nicht fehlt. Der Ort ist ein Gefängnis mit sieben Ecken und 'in jedem der sieben Ecken" 'wuchsen sich Schatten fest".
Zur allgegenwärtigen Ãoberwachung gehören auch die Spitzel, und Scherg erweist sich als sehr einfallsreich, was ihre Namen angeht. Katzensprung in den Schuldbürgern sorgt dafür, dass 'nachbarliche Gespräche" zu 'Katzenmusiken" werden, er stellt die Gefahr von Innen dar, wie sein entfernter Namensvetter 'Maushund" aus Die Schildbürger. Es ist ebenso nahe liegend, wieso der 'Singvogel" aus dem Roman Spiegelkammer Pirol heißt. Auch im Roman Der Sandkasten liefert der Sekretär der 'sprach- und schriftgelehrten Fakultät" fleißig Protokolle über das Treiben seiner Kollegen 'zur Evidenz drüben im Friedensee" . Angespielt wird hier vermutlich auf die schweigsame Geschäftigkeit rings um den Sitz des Geheimdienstes.
      Im Roman Spiegelkammer verkleidet Scherg seine Protagonisten als Schauspieler und projiziert die Handlung ins Schauspielermilieu. Der Gefangene Peer wird nicht wortwörtlich ,entlassen', mit den Worten Schergs heißt es, dass er 'den Vertrag für eine neue Spielzeit" unterschrieben hatte und 'nach Hause" 'zurückgekehrt" war. Sein Konflikt mit der Macht wird umschrieben, doch für den Leser ist es ein Wink mit dem Zaunpfahl: Peer hatte nämlieh eine 'Auseinandersetzung mit dem Theaterdirektor" , weil er nach der 'Entlassung" das Mitwirken in einem neuen Theaterstück verweigert und die Rolle abgelehnt hatte, die ihm der Dichter Nimsgern aufzwingen wollte.
      Die Bekräftigung der individuellen Freiheit ist ein sich wiederholendes Muster in den Romanen Schergs, sie formuliert eine zentrale Aussage. Nicht ein Teil des Kollektivs, sondern ein Individuum möchte Peer sein, dessen freies Handeln sich selbst überlassen ist: 'Gibt es den Menschen nur in der Mehrzahl? Bin ich selbst nur eine Mehrzahl [...]". Gefordert wird das Recht auf freie Bestimmung jenseits aller wohlwollenden Menschheitsbeglückern. Deshalb könnten Schergs Helden nur abseits der im Sinne des Kollektivismus auferlegten Zwänge glücklich werden, aber dazu kommt es nie. Auch die Handlung des Romans Die Schuldbürger trägt sich innerhalb der Rahmen zu, die das Kollektiv dem Individuum auferlegt. Das assoziative Spiel mit den 'Schildbürgern" hilft ebenfalls, die Gemeinschaftlichkeit vordergründig zu sehen.
      Mehrere Romane Georg Schergs handeln von Heimkehrern, die sich in ihrem Umfeld nicht mehr zurechtfinden.1" Die Frage, ob die geliebte Frau während der Abwesenheit des Mannes ihm die Treue gehalten hat oder nicht, ist bei Scherg vordergründig. Das sich ständig wiederholende Liebesdrama seiner Gestalten überlappt sich jedoch mit der Tragödie der Freiheitsbeschränkung. Die Gestalten bewegen sich in einem Universum von konzentrischen Kreisen, in Spiegelsälen, wie der Roman Spiegelkammer schon im Titel festhält. Die Heimkehr aus der Haft ist nichts anderes als die Entlassung in den nächsten Kreis von Zwang und Ãoberwachung.
      Die aus den Schlüsselromanen bekannten Topoi werden in der Erzählung Das Kartenhaus in einem für Scherg außergewöhnlich unkomplizierten Stil offenbart." Der Text enthält deutliche autobiographische Züge und erzählt in der Ich-Form von der Identitätskrise des adoptierten Kindes, dem Studium in Deutschland, der Rückkehr in eine Zeit der Enteignungen, der Deportationen und der allgemeinen Repression. Eine erstrangige Bedeutung spielen die E-pisoden aus der Kindheit, als die Großmutter dem Kind in der warmen Stube Kartenhäuser baute. Die Kartenhäuser werden später, in einer Zeit der Rechtlosigkeit, zum Inbegriff des Unbehaustseins. In einem 'Kartenhaus" wohnt er im Gefängnis oder im Donaudelta, während er Schilf schneidet, wo er ununterbrochen erlebt, wie seine Hoffnungen immer wieder wie ein Kartenhaus zusammenstürzen. Nicht kryptisch, sondern offen und in aller Deutlichkeit wird hier von 'Dunkelhaft" und tagelangem 'Essensentzug" gesprochen. Das Spiel wird bitter, ganz anders als das in der Kindheit erlernte:
Ein wirkliches Spiel, ein meisterliches, sollte doch mühelos, tänzerisch, selbstvergessen, zwecklos vor sich gehen, jenseits aller Schwierigkeiten, und überhaupt keine Schwierigkeiten kennen, keine Anstrengung, kein Zähneknirschen, kein Lampenfieber, kein Zögern, keinen Zweifel und kein Berechnen, und die leiseste Mogelei sollte verpönt sein. Statt dessen hatte ich nun zwar jede andere Art Spiel kennen gelernt.
Das Leben wird als unfaires Spiel dargestellt, gekennzeichnet durch ununterbrochene Glaubens- und Sinnkrisen; das Außerkraftsetzen der Spielregeln und Gesetze zeigt die Willkür, auf die sich das System gründet. Der letzte Text beweist, dass im Fall Schergs auch zugängliche, in ihrer Aussage unmissverständliche Texte angeführt werden können. Das autobiographische Element bietet in dieser Hinsicht eine zusätzliche Stütze. Scherg kehrte vom Studium aus Deutschland nach Rumänien zurück, wo er der Diktatur völlig ausgeliefert war. Nach seiner Haft- und Deportationszeit zwischen 1958 und 1962 machte er weiterhin die Erfahrung beständiger Gänge-lung durch den Staat. So findet sich auch seine Heimkehrer-Figur in einen Raum zunehmender Repression wieder. Das Heimatliche, die Stadt wird in diesem Zusammenhang immer als überdimensionierter Kerker dargestellt. Der Heimkehrer aus dem Gefängnis kehrt folglich immer wieder in einen weiteren Kerker zurück. Von daher ist der Heimkehrer meistens ein Heimkehrer ohne Heimat. Die Gestalt Diogenes beklagt gegen Ende des Romans Der Mantel des Darius die Unfähigkeit der Menschen, ihre Umgebung kognitiv und emotional zu verarbeiten, was zur Folge hat, dass sie unbelehrbar sind und dazu verdammt, den gleichen Fehler zu wiederholen. Zur Veranschaulichung dieser Situation werden im Mantel des Darius Verse eingeschaltet: 'Die Wege alle durch Busch und Dorn / sind qualvoll über Maßen. / Es lacht die Distel in Mohn und Korn, / alle Wege beginnen von vorn, / Umkehr sind alle Straßen." Nicht Weiterentwicklung charakterisiert den Gang der Welt in Schergs Romanen, sondern die zyklische Wiederholung des Gleichen.
      3. Franz Hodjaks Nörgler und Ausreißer
In den Jahren, als Hodjak zu schreiben und zu veröffentlichen begann, waren die Freiräume, die einem Schriftsteller im kommunistischen Rumänien gewährt wurden, bereits definiert. Er kam zur Einsicht, dass eine vielschichtige Wirklichkeitsreflexion, wie sie ein Roman mit integrativer Macht und komplexer Struktur anstrebe, unter Zensurbedingungen unmöglich realisiert werden könnte. Dies veranlasste Hodjak, sich für die Kurzgeschichte als Form der Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit zu entscheiden. Erst nach 1989 verfasste er drei Romane: Grenzsteine'1, Der Sängerstreit" und Ein Koffer voll Sand*. Hodjak, der seine Romane zu einem anderen Zeitpunkt schrieb als Georg Scherg, setzt sich besonders mit der Problematik der Auswanderung auseinander und stellt seine Gestalten mit Vorliebe als Ausreißer dar. Doch jenseits des Ausbruchs aus geographischen Grenzen thematisiert er den Ausbruch aus abstrakten, identitätsstiftenden Schranken, die die individuelle Freiheit eingrenzen.
      Schon im ersten Roman, Grenzsteine, werden die Räume der Freiheitsbeschränkung und jene der Freiheit in ausdifferenzierten Bildern gegenübergestellt. Das System setzt seine Macht mittels seiner Beamten durch, es sind der Pförtner und die sonstigen Stützpfeiler, die das ,Chaos' um sie herum durch Paragraphen bezwingen wollen. Ihnen zu Diensten stehen Institutionen wie das Erziehungswesen, die Armee und der Wehrdienst, Schulen und Waisenhäuser. Die Anerziehung eines allgemeinen Misstrauens in der Gesellschaft erweist sich als zuverlässige Waffe gegen die ,Gegner des Systems'. Diese sind ihrerseits Befürworter des Chaos', sie hausen in Zeltlagern oder gar auf abgelegenen und unbewohnt gebliebenen Inseln und versuchen, sich durch verschiedene Strategien von der Domäne des Geordneten abzukoppeln. Entweder führen sie eine neue Währung ein, wie die 'zeltische Pizule" des unabhängigen 'Zeltstaates" in Grenzsteine, oder sie fallen durch ein von der Normalität abweichendes Verhalten auf. So erklärt sich die ungewöhnliche Dichte der Penner, Trinker, Verrückten, Verlierer, die Hodjaks Romanwelten bewohnen.
      In Grenzsteine wird die Hauptgestalt Frank in ihrem Bestreben verfolgt, aus dem Raum der Beschränkung auszubrechen. In seinem Hürdenlauf zwischen Behörden, staatlichen und nichtstaatlichen Erziehungsinstitutionen macht er wiederholt die Erfahrung der Freiheitsberaubung. Die 'Grenzsteine" formen nicht nur seinen Lebensweg, sondern verformen durch ihre Willkür auch seine Identität bzw. sie zwingen ihm eine Identität auf, die er immerfort abweist. Er ist ein Anti-Parzifal, da er im Unterschied zu diesem nicht das Ziel verfolgt sich anzupassen, sich zu integrieren, sondern das Gegenteil: das Ausreißen aus bereits entwickelten gesellschaftlichen Strukturen. In seinem nächsten Roman, Der Sängerstreit , bedient sich Hodjak mittelalterlicher Kulissen und eines in Siebenbürgen intensiv gepflegten Mythos. Die zentrifugale Kraft bestimmt auch hier den Handlungsvektor der Hauptgestalt Klingsor, denn der Künstler hat Siebenbürgen verlassen, um auf der Wartburg aufgrund eines Missverständnisses wieder im Kerker zu landen. Schließlich verlässt er die Burg, denn es stellt sich heraus, dass die Fehlentscheidung des Burgherren System hat, fußt doch seine Herrschaft auf präventiver Schikanierung und auf allgegenwärtigem Misstrauen:
Ich glaube, sagte ein nächster, die Burgherren fühlen sich nur frei, wenn sie Gefangene haben. Die Burgherren drängen zur absoluten Freiheit, die dann eintritt, wenn alle Untertanen in Gefängnissen in Gewahrsam sind.
In langen Gesprächen offenbart der Burgherr zynisch, einfallsreich und wortgewandt seine Ansichten über Herrscher und Beherrschte, die ihn als einen Weltgestalter und Menschheitsbeglücker mit den Ansprüchen eines Alleindenkers ausweisen:
Klingsor, der Mensch ist aus einem ganz weichen Material gemacht, und deshalb gibt es uns, die Burgherren, die ja die eigentlichen, wahren Künstler sind, weil wir dieses weiche Material zu irgendeiner halbwegs vernünftigen Form gestalten.
Die Erschaffung von Kollektivgeist durch Mythen, ebenso die künstliche Erzeugung von Feindschaften durch systematisch geförderte unfaire Rechtssprechung sichern diesem Herrschaftsstrategen weiterhin seine Macht. Auf die Frage des Burgherrn, 'Weshalb bist du aus keiner Heimat in keine Heimat aufgebrochen?" , lautet die Antwort wie in jedem der Romane Hodjaks: 'Ich hab keine Heimat" . Ideologisches Vakuum und Ekel -das sind die beiden Konstanten der Weltanschauung Klingsors, und er bestätigt sie letztendlich, indem er die Wartburg verlässt. Wie auch im Falle Franks im Roman Grenzsteine ist Klingsors Weg ein ständiger Ausbruch und ein ständiges Weglaufen von jeder Art von Gängelung. Der Rückzug in die Ideologiefreiheit, ausgedrückt durch den Ekel als Distanzierung von den unterschiedlich ausgearteten Formen der Identifizierung mit einer Masse, bedeutet die Abweisung des Kollektivismus und gleichzeitig ein zu Ende gedachter, in libertärer Form formulierter Individualismus:
Ja, mehr noch, der Ekel ist das Angebot einer anderen Freiheit, was heißt, wenn jemand sich frei bewegt, tritt er nicht auf die Füße eines anderen, um sich frei bewegen zu können.
Ein besonderes Verdienst des Romans Der Sängerstreit ist, die Strategien der politischen Machtsicherung mit jenen der wirtschaftlichen zu verbinden, also auch, die individuelle Freiheit mit der wirtschaftlichen Freiheit in Zusammenhang zu bringen. In diesem Sinn ist besonders die Handlung um den Händler relevant, der zum Schmuggler verkommen ist. Er leidet unter den hohen Zöllen, denn die Behörden des Burgherrn erheben sogar auf Sand einen Zoll. In diesem Fragment wird deutlich, wie eng die politische Machterlangung mit der Sicherstellung finanzieller Quellen seitens der Macht verbunden ist. Plünderungen bzw. ihre Legalisierung durch Zollabgaben ermöglichen dem Herrscher den Wohlstand, 'weil eine Burg nie florieren kann, wenn die Untertanen nicht bis aufs Blut ausgesaugt werden." Denn 'wie kann man anders den Prunk finanzieren, und eine Burg ohne Prunk ist keine Burg, Gott hat das so eingerichtet ..." Der Burgherr ist demnach auch der Herr der Diskurse, die von der Ã-ffentlichkeit gesprochen werden, und als Drahtzieher der öffentlichen Meinung wird seine Position als Auserwählter in einer 'gottgewollten" Weltordnung allgemein akzeptiert. Die Wartburg ist demnach eine Parabel repressiver geschlossener gesellschaftlicher Systeme, sie ist die Burg, in der jeder auf den Moment des befreienden Ausbruchs ,wartet'.
      Die Projektion der Handlung ins Mittelalter zeigt die Kontinuität der Herrschafts- und Repressionsstrategien bis in die Gegenwart hinein. Betrachtet man die drei Romane Hodjaks nebeneinander, so verdeutlichen sie das Fortleben des Machtgedankens, der in immer neuen Spielarten auftritt. In der mittelalterlichen Welt Klingsors stützt sich der Burgherr auf das Prinzip der Gefolgschaft, da er bei seinen Raubzügen auf seine getreuen Vasallen angewiesen ist. Im nächsten Roman Hodjaks, Ein Koffer voll Sand, wird der Nationalismus, der Umgang des Kollektivs mit seinen nationalen Identifikationsbildern, als eine effektive Herrschaftsmethode enttarnt. Die Hauptgestalt des Romans Ein Koffer voll Sand ist Bernd Burger, ein freiberuflicher Schriftsteller. Auf den ersten Blick ist er ein Schwätzer, der den Leser mit seinen Plaudereien, Kommentaren und Geschichten amüsiert, die er dann auch immer auf den Punkt bringt. Aus Siebenbürgen ausgereist und unterwegs in ein Aussiedlerheim in Deutschland, erinnert er sich an das zurückgelassene Leben und an seinen jetzigen Zustand. Die Fahrt mit Ehefrau und Tochter wird aber zur Irrfahrt rings um den Bodensee, durch Deutschland, die Schweiz und Liechtenstein, denn er lehnt die neue Heimat vorerst ab.
      In der alten Heimat hat er die Eingliederung als erzwungene unterordnende Assimilation abgelehnt. Der grassierende Nationalismus, der ihn von allen Seiten umgab, verwandelte sein Umfeld in eine geistige Kloake, denn:jeder Nationalist, bevor er kotzt, zieht seine eigene Karte aus der Hosentasche und kotzt genau nach Plan, der deutlich macht, wie die neue Welt in Zukunft aussehen wird.
Darüber hinaus war er Zeuge tagtäglicher Gängelung und Freiheitsbegrenzung durch die Machthaber. Der Geheimdienst hat den Schriftstellern immer wieder attraktive Angebote unterbreitet, die viele nicht ablehnen konnten. So hat beispielsweise der ehemalige Freund Bernds aus der Studienzeit, Marian, gehandelt, der als Mitarbeiter des Geheimdienstes seine Individualität für ein kollektives 'Wir" eintauschte und 'seine Geschichten" 'in einem Archiv" ablegte, 'zu dem er nie wieder Zugang haben wird." Nach seiner Absage an eine Lebensweise, die durch Dekrete vom Zentrum aus geregelt wurde, sieht Bernd Burger ein, dass die Fahrt nach Deutschland seinem Wunsch nach Freiheit im Wesentlichen nicht entgegenkommt, denn in Deutschland wartet eine neue Identität auf ihn, der er sich fügen muss. Deshalb genießt er den Weg und diesen höchstens zwei Wochen andauernden Zustand der Nicht-Zugehörigkeit zu etwas, da es 'kein erhabeneres Gefühl" gibt, 'als staatenlos zu sein."
Der 'homo viator" Burger nimmt sich Odysseus zum Vorbild - er betrachtet wie der berühmte Grieche seinen Weg als eine Irrfahrt, nur lehnt er die Ankunft nach Ithaka grundsätzlich ab und versucht, sie nach Möglichkeit zu verzögern. Bernd Burger ist, ironischerweise im Widerspruch zu seinem Namen, ein Ausreißer, einer, der aus der Burg ausbricht, ein 'umgekehrter" Odysseus. Hat Odysseus immer wieder versucht, seine Irrfahrt zu beenden, so sieht Burger gerade in dem Ausbruch, in der Fahrt einen Ausweg, um aus einer geregelten, geordneten Existenz zu entkommen. So sehr er die Ordnung hasst, weil sie Regelungen, interventionistische Eingriffe und die Gän-gelung des Individuums voraussetzt, so sehr mag er den Zufall und das Chaos.
      Die so oft in der siebenbürgisch-deutschen Literatur geführte Heimat-Diskussion erhält bei Hodjak neue Akzente. Er parodiert den patriotischen Diskurs, indem er den Redner in der Duschkabine deklamieren lässt:
Ich, jedenfalls, [...] behaupte, das ist allemal ein Trugschluss, denn, begann wieder Bernd Burger wieder mit hinreißendem Pathos zu deklamieren, wäre man in einem Land, aus dem man emigriert ist, tatsächlich beheimatet gewesen, hätte man es nicht verlassen. Und dieser Trugschluss. erklärte Bernd Burger dem Abfluss der Duschkabine, basiert allein auf der Tatsache, dass man mit seiner alten Heimatlosigkeit besser umgehen konnte, als man es mit seiner neuen Heimatlosigkeit kann, und in die Brause hinein, die er vor den Mund geführt hatte wie ein Mikrofon, begann Bernd Burger zu schreien, dem Heimatbegriff haftet ein enormes Maß an Verklärung an, besonders bei den Emigranten, und weil sie oft das nicht finden, was sie sich erhofften, trauern sie dem nach, was sie in ihrer Vorstellung verloren haben, in Wirklichkeit jedoch nie besaßen.
Ithaka repräsentiert für Bernd etwas anderes als für Odysseus, nämlich den Zwang der Zugehörigkeit zu kollektiven Werten, denn die Heimat mit ihren dazugehörenden Machtsymbolen, wie Hymne und Fahne, birgt in sich den Zwang einer Identität, der man sich als Einzelner nicht entziehen kann. Diesen Zwang sieht er hüben wie drüben, deshalb trägt Bernd Burger außer seinen Erinnerungen, die sich nicht ablegen lassen, einen Koffer voll Sand mit sich:
Bernd Burger öffnete einen Koffer, und der Koffer war voll Sand, ein Sand, der mit nichts etwas zu tun hatte, nichts mit Kokoschka, nichts mit Wien, nichts mit seiner Heimatlosigkeit, ein Sand, in dem er wühlte, vor Glück, vor Selbstvergessenheit, den er auf seinen Kopf streute, und er jubelte, weil es keine Asche war, der Sand war so rein, ohne Erinnerung, ohne Verzicht, ohne Verklärung, ein Sand, der so leicht war wie schwer, ein Sand, der einfach da war, den niemand bestellt hatte und den niemand wegtragen musste, es war ein Sand, der weder hässlich war noch schön, ein Sand, der das Ergebnis war irgendeines Verfalls, an dem nicht mehr zu erkennen war, was da verfallen war, ein Sand, der jenseits jeder Variante war, es hätte so oder anders sein können, der Sand war einfach ein Produkt, das leugnete, woraus es entstanden war, es war ein Ergebnis, das sich zu nichts Neuem formen ließ, es war ein Sand, der aus etwas geboren worden war, aber niemand wusste, aus Liebe oder Verzweiflung oder Langeweile oder Lust, es war etwas, das sich entschlossen hatte zu gehen, bis es zerfällt, es rieselte einfach durch Bernd Burgers Hand, ein Sand, der so sanft war, so weich, etwas dekadent vielleicht, vielleicht etwas kosmopolitisch, ein Sand, der nach nichts Vergleichbarem roch, ein Sand, der farblos war, es war ein Sand, von dem Bernd Burger nicht genug haben konnte und mit dem er sich gierig einrieb, seinen ganzen Körper, immer wieder, bis alle Wunden geheilt, alle Schmerzen verflogen waren, nur Sand und Sand, und jede Pore seiner Haut verlor an Bedeutung, das ist gut so, sagte er sich, mit dieser Bedeutungslosigkeit sich einzureiben, bis die Begriffe zu dem werden, was sie wirklich sind, ein Koffer voll Sand.
Das Roadmovie durch Mitteleuropa endet mit der Kapitulation Burgers, der sich schließlich der staatlichen Ordnung fügt und sich im Auffanglager Hamm eine neue Identität geben lässt. Die geistige Irrfahrt Burgers nimmt aber kein Ende:
Am nächsten Morgen sagte Bernd Burger, Melitta, nachdem ich den Stempel einer Identität aufgedrückt bekomme, was ich ja akzeptieren muss, Melitta, dann erst beginnt für mich die Irrfahrt.
Mit seinen libertären Anschauungen stellt Hodjak bisher Gekanntes und Selbstverständliches auf den Kopf. Nicht dem Helden, sondern dem Feigling, nicht dem Pförtner und dem Zöllner, sondern dem Schmuggler wendet der Erzähler seine Sympathie zu. Kollektive Identitäten, durch die Institutionen der Macht erschaffen, beschränken die Freiheit der anderen durch Aus-grenzungs-, Enteignungs- und allgemeine Repressionsmechanismen ein. Ihnen stellt Hodjak die Zigeuner als kleine Gauner gegenüber, die nie einen organisierten Raubzug, geschweige denn einen Krieg , zustande gebracht' haben.
      Hinter dem anscheinend alles ablehnenden zerstörerischen Lachen verbirgt sich bei Hodjak die fast pathetische Forderung nach individueller Freiheit. Dafür hat er ein Erzähluniversum erdacht, in dem er gründlich nach den Diskursen der Macht sucht. Auf diese Weise wird Hodjak zum Denker nicht nur der Freiheitseinschränkung in Diktaturen, sondern auch in den auf den ersten Blick freien sozialen Räumen.
      4. Unter den Zwängen der Zensur
Franz Hodjak und Georg Scherg behandeln mit unterschiedlichem formalästhetischen Arsenal eine ähnliche Thematik. Einen Bezug zu den beiden Autoren stellt darüber hinaus auch die Frage her, wie unter Zensurbedingungen Romane geschrieben werden konnten, ohne dass der Wahrheitsgehalt der Texte eingeschränkt wurde. Ãober die Möglichkeiten der Wirklichkeitsdarstellung in literarischen Texten hat Franz Hodjak in einem Interview gesprochen und auf die Unmöglichkeit einer angemessenen und tiefgründigen Wirklichkeitsdarstellung im Roman während der Diktatur hingewiesen. Der Grund liege vor allem im komplizierten Prozess der Verschleierung des Gesagten, was sich auf die Rezeption der Texte negativ auswirke, da sie wegen ihres hohen Schwierigkeitsgrades kein Publikum fänden. Auch deshalb hätten Schriftsteller in der Diktatur eine Art Narrenfreiheit genossen. Die Passage des Interviews, in der die Anspielung auf Scherg ziemlich eindeutig ist, wird im Roman Ein Koffer voll Sand als Reflexion Bernd Burgers leicht gewandelt wieder aufgenommen. Auf die Frage, ob der 'Conducätor" es geduldet hätte, dass man ihm den 'Spiegel seines durchorganisierten globalen Chaos" entgegenhalte, lautet die Antwort, dass es nur zwei Möglichkeiten gäbe, über das Chaos zu schreiben:entweder man schrieb keinen Roman, oder man schrieb einen, der nur verlogen sein konnte, und aus dieser Verlogenheit haben alle, die Romane schrieben, versucht, sich herauszulügen, mit Romanen, die mythische oder historische Stoffe verarbeiteten, mit so verstrickten Maschen von Anspielungen auf die Gegenwart, dass sie sowieso niemand begriff. Es war eine Art Leerlauf.
Eine Replik auf Hodjaks These formuliert Georg Scherg indirekt in der Erzählung Das Kartenhaus. Scherg stellt Ãoberlegungen an, die die Machart seiner Romane rechtfertigen. Er drückt seine Zuversicht aus, dass der freien Meinungsäußerung keine Schranken gesetzt werden konnten, wenn man eine angemessene Ausdrucksform fand: 'Das Einfachste ist das Schwerste. Es wird alles viel leichter, wenn wir es komplizieren. Nur der Unerfahrene lässt sich täuschen." Hinter der Kompliziertheit versteckt sich eine besondere Einfachheit, denn:
Wer wollte zugeben, dass es nur darum so leicht ist, manche Dinge hinter sich zu bringen, weil sie noch nicht einfach genug sind. Am leichtesten ist es, sie ganz durcheinander zu bringen und verwickelt liegen zu lassen, auf und davon zu gehen, als hätte man damit nichts zu tun.
Das Lesen ist für Scherg nämlich kein Spaß bereitender Konsum, es muss mit einem intellektuellen Aufwand verbunden und als Erweiterung des kognitiven Horizonts betrachtet werden. Der Leser soll sich mit Geduld wappnen und imstande sein, über den gelesenen Text zu reflektieren und das ästhetische Spiel der Verschleierung als eine Art ,Belohnung' für seine Mühe akzeptieren. Zweifellos liegt ein doppeltes Hindernis zwischen den Romanen Schergs und ihrem potentiellen Publikum. Einerseits nimmt kaum jemand im Zeitalter der Schnelllebigkeit den Aufwand auf sich, solche Texte zu entziffern. Andererseits ist der Leserkreis, der die Anspielungen Schergs auf Anhieb hätte verstehen können, erheblich geschrumpft.
      Im Gegensatz dazu steht auch außer Frage, dass der hohe Abstraktionsgrad, in dem simple reale Geschehnisse und Vorgänge artikuliert werden, eine von Raum und Zeit unabhängige und allgemeingültige Interpretation ermöglichen und dass geduldige Leser darin einen universalen Sinn finden könnten. Anhand dieser Diskussion machen sich die Unterschiede zwischen den verschiedenen Schriftstellergenerationen bemerkbar, die unter anderem auch von der jeweiligen Kulturpolitik geprägt wurden, in deren Rahmen sie schöpferisch tätig waren. Franz Hodjaks Schriftstellerprofil formte sich in den relativ liberalen sechziger Jahren. Die intertextuellen Bezüge, die man in seinen Romanen immer wieder antrifft , erfüllen eine andere Rolle als die verschlüsselten Anspielungen Schergs. Verfolgt Hodjak eine Erweiterung der Aussage und der expressiven Kraft seiner Texte durch das genussvolle und witzige Spiel zwischen seinen Stoffen und der ursprünglichen Folie, so verspürt man bei Scherg, abgesehen vom intellektuellen und ästhetischen Können, auch eine gewisse Tragik des Verschlüsseln-Müssens. Man ahnt, dass auch Angst seine labyrinthartigen Erzählungen mitgestaltet hat. Die unmittelbare, physische Repression, wie sie in Rumänien besonders in den 1950er Jahren ausgeübt worden ist, hatte eine ausschlaggebende Wirkung auf das Schreiben älterer Autoren. Wie auch Cornelius Scherg in dem Georg Scherg gewidmeten Nachruf vermerkt, war die Einschüchterung nach der Haftzeit für das beginnende 'sprachliche Versteck- und Verwirrspiel" Schergs verantwortlich. Abgesehen von der Frage nach der Angemessenheit der einen oder anderen literarischen Form, nach ihrer literarischen Schlagkraft und ihrem Erfolg im Rezeptionsprozess, lässt das Beispiel Schergs folgenschwere Auswirkungen auf die Entstehung der Texte erahnen, etwa die Notwendigkeit der .Kanalisierung' von schöpferischen Ressourcen, zu der ein Autor in der Diktatur gezwungen war. Denn es steht außer Frage, dass die verwickelten Verkleidungsgeschichten mit den kompliziert verpackten Anspielungen auf gegenwärtige Zustände den Produktionsprozess der Texte erheblich erschwert haben. Ein Autor wie Georg Scherg musste im Vergleich zu einem unter Freiheitsbedingungen schaffenden Schriftsteller einen erheblichen zusätzlichen stilistischen und konzeptuellen Aufwand in Kauf nehmen. Dass das erlernte literarische Verfahren der Chiffrierung, der Verschleierung der Botschaft später nicht mehr verlernt werden konnte, weil es das literarische Profil des Autors endgültig geformt hatte, zeigt letztendlich auch der in der Bundesrepublik erschienene Roman Goa Mgoo oder die Erfindung der Unsterblichkeif9.
      Zweifelsohne gehören Georg Scherg und Franz Hodjak zu den besten Erzählern, die die siebenbürgische Literatur in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat. Ihre Romane enthalten Reflexionen über ein als Heimat verstandenes Territorium, ihre Protagonisten reißen aus, kehren erneut heim, rechnen mit der Heimat als abgenutztem Begriff ab. Ihre Texte sind auch persönliche Dokumente des Abschieds, denn nicht nur Hodjak, sondern auch der .Heimkehrer' Scherg ist schließlich zum Ausreißer geworden.
     

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Der  Heimkehrer  der  Ausreißer    


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