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Vorblick auf die gegenwärtige Lyrik; Dissonanzen und Abnormität



Die europäische Lyrik des 20. Jahrhunderts bietet keinen bequemen Zugang. Sie spricht in Rätseln und Dunkelheiten. Aber sie ist von einer auffallenden Produktivität. Das Werk der deutschen Lyriker vom späten Rilke und von Trakl bis zu G. Benn, der französischen von Apollinaire bis zu Saint-John Perse, der spanischen von Garcia Lorca bis zu Guillen, der italienischen von Palazzeschi bis zu Ungaretti, der angelsächsischen von Yeats bis zu T. S. Eliot kann in seiner Bedeutung nicht mehr angezweifelt werden. Es zeigt, daß die Aussagekraft der Lyrik für die geistige Lage der Gegenwart nicht geringer ist als die Aussagekraft der Philosophie, des Romans, des Theaters, der Malerei und der Musik.
      Der Leser macht bei diesen Dichtern eine Erfahrung, die ihn, auch ehe er sich darüber Rechenschaft ablegt, sehr nahe an einen Wesenszug solcher Lyrik heranführt. Ihre Dunkelheit fasziniert ihn im gleichen Maße, wie sie ihn verwirrt. Ihr Wortzauber und ihre Geheim-nishaftigkeit wirken zwingend, obwohl das Verstehen desorientiert wird. , bemerkte T. S. Eliot in seinen Essays. Man darf dieses Zusammentreten von Unverständlichkeit und Faszination eine Dissonanz nennen. Denn es erzeugt eine mehr nach der Unruhe als nach der Ruhe hinstrebende Spannung. Dissonantische Spannung ist ein Ziel moderner Künste überhaupt. Strawinsky schreibt in seiner Poetique musi-cale :

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Vorblick  auf  gegenwärtige  Lyrik;  Dissonanzen  Abnormität    





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