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Geschlechterdifferenz und Literaturwissenschaft



Vom Spielbein zum Standbein?
Wo heute in der etablierten Fachöffentlichkeit Veranstaltungen zur < Feministischen Literaturwissenschaft > stattfinden, geschieht das überwiegend in einem säuberlich umzäunten Gebiet - und zwar als Zugeständnis an die unübersehbar gewordene Forschung von Frauen. Was den Frauen den Zugang zum Fach ermöglicht, sichert zugleich den unberührten Ablauf des übrigen Betriebs.

      Damit wiederholt sich auf der Verbandsebene genau jene widersprüchliche Struktur, die an den Universitäten längst sichtbar geworden ist, eine Dialektik von Ausschluß, Separierung und Integration: Um eine Kritik an der Dominanz männlicher Perspektiven in den Methoden und am Ausschluß weiblicher Subjekte aus den Gegenständen der Literaturwissenschaft zu erarbeiten, mußten Frauen eine eigene Ã-ffentlichkeit entwickeln. Diese Notwendigkeit eines eigenen Orts - von dem aus sich in den 70er und 80er Jahren eine kreative und enorm produktive wissenschaftliche Praxis entfaltete - birgt aber die Gefahr in sich, daß Frauen erneut zum Sonderfall eines ansonsten angeblich neutralen Diskurses werden, und reproduziert damit eine tradierte Geschlechterordnung, in der der Mann das Allgemeine repräsentiert und Frauen einer besonderen Behandlung bedürfen.
      Statt dessen käme es gerade darauf an, die Impulse, die aus ge-schlechtsspezifischer Perspektive erarbeitet worden sind, kritisch auf das Gesamtfach zu beziehen: indem die Regeln und Rituale der Disziplin in Bewegung gebracht werden und indem die Dimension der Geschlechterverhältnisse auf allen Ebenen von Literaturtheorie und -geschichte in den Blick gerät. Dieses Projekt aber ist nicht denkbar ohne den Feminismus, nicht ohne konzentrierte Untersuchungen über die asymmetrischen Geschlechterverhältnisse in unserer Kulturgeschichte und die Geschichte weiblicher Kreativität und Literatur, welche überwiegend, in Deutschland fast ausschließlich, von Frauen betrieben werden. Will man aber das Verhältnis jenes Projekts zur feministischen Wissenschaft nicht im Sinne eines teleologischen Entwicklungsmodells entwerfen - in dem dann der Feminismus wiederum in einem Allgemeinen aufgehoben würdeJ -, wird es wohl darum gehen, eine Haltung zu gewinnen, mit der Blickwechsel ebenso möglich sind, wie immer wieder Spielbein und Standbein zu wechseln. Daß aber an einigen Universitätsorten die Studierenden noch immer darauf angewiesen sind, Ringvorlesungen zu organisieren, um dem Mangel eines kontinuierlichen Lehrangebots durch sporadische Vorträge in bunter Mischung abzuhelfen bzw. sich für die Forderung einer sogenannten Frauenprofessur ins Zeug zu legen, während andernorts geschlechtsspezifische Untersuchungsperspektiven im Zusammenhang anderer Paradigmen thematisiert werden, deutet auf eine Ungleichzeitigkeit feministischer Literaturwissenschaft, die einen offensiven Umgang mit den objektiven Widersprüchen von Kritik und Integration erschwert.
      Frauenbilder - Literatur von Frauen
Als in der zweiten Hälfte der 70er Jahre - ausgehend von der Frauenbewegung und den Anfängen einer neuen z - erste bzw. geschlechtsspezifische Untersuchungen in der Literaturwissenschaft stattfanden, konzentrierten sich die Interessen auf die Literatur von Frauen und auf die stereotypen Weiblichkeitsbilder in der Literatur männlicher Autoren. Die auffällige Diskrepanz zwischen der Fülle der beschriebenen Frauen und dem Mangel schreibender Frauen in den Ãoberlieferungen, von Silvia Bovenschen als Spannungsverhältnis von « Bilderreichtum und Schattenexistenz » bezeichnet, begründet ein Untersuchungsparadigma, das in variationsreicher Begrifflichkeit stets als Paar auftritt: Heldin und Autorin, ge-staltete und gestaltende Frauen, imaginierte und imaginierende Frauen, Frauenbilder und Frauenliteratur. Unterschieden wird hier der jeweilige Status von Weiblichkeit, je nachdem, ob es sich um Texte über oder von Frauen handelt, womit die Geschlechterdifferenz zunächst in der Dimension der Autorschaft eine Bedeutung erhält. Problematisch wird dieses Paradigma aber dort, wo beides als Verhältnis von < Fiktion und Realität > - oder auch < Ideologie und Erfahrung > bzw. < Fremdbild und weibliches Selbstverständnis > - bewertet und als Gegensatz konstruiert ist, wo also Texte von Frauen als unmittelbarer Ausdruck des weiblichen Lebenszusammenhangs betrachtet werden. Die Erkenntnis aber, daß auch literarische Produktionen von Frauen an der Geschichte der Weiblichkeitsmythen teilhaben, führt zu einer Verschiebung der Untersuchungsperspektive, in der das zunächst dominierende Begriffspaar immer mehr in den Hintergrund tritt - ohne daß damit am Horizont gleich die Möglichkeit eines einfachen Vergleichs der Literatur männlicher und weiblicher Autoren auftauchte und damit die Wiederkehr eines Reichs der Allgemeinheit, in dem die Differenz der Geschlechter aufgehoben wäre. Denn die unterschiedlichen Voraussetzungen männlicher und weiblicher Kunstproduktion und die asymmetrischen Geschlechterverhältnisse - Ergebnis einer Kulturgeschichte, in der der Mann einen privilegierten Zugang zur Position des Subjekts und des Autors hat - erfordern vielmehr eine Betrachtungsweise, die weder in einer Polarität noch in einem Vergleich aufgehen kann. Für die Lektüre der Literatur von Frauen hat dies die weitreichendsten Konsequenzen. So folgt aus der Dominanz der männlichen Perspektive im Diskurs über die Geschlechter, aus der männlichen Vorherrschaft im Entwurf der Bilder und Vorstellungen von Weiblichkeit nicht die Frage nach anderen Bildern, sondern nach der Art und Weise, in der sich Frauen auf die vorgefundenen imaginären Muster beziehen. Die Frage, wie Frauen mit den vorgefundenen Mustern umgehen, ob sie sie reproduzieren, kritisieren, durchqueren, nachahmen, spielen, dekonstruieren o. a., ist so zu einem Leitmotiv in der Forschung und zu einem Experimentierfeld für die Autorinnen in den Beständen der Archive - ein Projekt, das so erfolgreich war, daß sich das Bild in den letzten zwei Jahrzehnten gründlich geändert hat. Dabei ist sichtbar geworden, daß die Schattenexistenz von Frauen in der Literaturgeschichte der Effekt eines regeiförmigen Vergessens ist, Produkt aktiven Ausgrenzens und Verschweigens durch die Literaturgeschichtsschreibung, Ergebnis eines zumeist unbewußten Vorgangs, der sich über die etablierten Werturteile, Wahrnehmungsweisen und Begriffe herstellt. Denn auch die Literatur-Geschichte ist « Gegenstand einer Konstruktion» . In ihr wird bei der ordnenden Darstellung des Materials die Dominanz von männlicher Stimme und männlichem Blick nicht nur reproduziert, sondern noch verstärkt4, so daß darin selbst Schriftstellerinnen, die zu ihren Lebzeiten anerkannt und viel gelesen waren wie die Romantikerin Sophie Mereau, nur noch Nebenrollen besetzen. Ein zahlenmäßig großer Ausstoß von Romanen z. B.s - von vielen Frauen im Interesse ökonomischer Unabhängigkeit produziert, so daß die Kritik an der und ein alternativer Lebensentwurf als Schriftstellerin nicht selten Hand in Hand gingen - ist da eher nachteilig. Mit solcher Art literarischer Produktivität werden die Verfasserinnen gleich in den Bereich der verwiesen -oder in den Bereich des Monströsen, so in der Klage über die ungehemmte Schreib- und Lesewut der Weiber>, die gern auf die zurückgeführt wird.
      Das Vorhaben, die Geschichte der Literatur von Frauen zu rekonstruieren, gleicht einem archäologischen Projekt; denn es gilt dabei, durch die Schichten der Ãoberlieferungen hindurch die Spuren eines verdrängten Wissens von und über eine weibliche Kulturgeschichte zu entziffern. Insofern kann es bei diesem Projekt nicht um eine Komplettierung der Literaturgeschichte gehen, sondern um eine Re-Lektüre der Regeln des literaturhistorischen Diskurses.
      Männerphantasien - Weiblichkeitsmythen: Die Ordnung der Geschlechter
Am Beispiel der Freikorpsliteratur arbeitete Klaus Theweleit in seiner Studie «Männerphantasien» ein kulturgeschichtliches Paradigma der Geschlechterverhältnisse heraus, das sich wie ein Grundmuster der Aufklärungsgeschichte ausnimmt und in gewisser Weise die « Dialektik der Aufklärung » fortschreibt. Hatten Adorno und Hork-heimer die Opferstruktur der westlichen Zivilisationsgeschichte beschrieben, wie nämlich im Akt der Selbsterhaltung der «identische, zweckgerichtete, männliche Charakter des Menschen geschaffen» und die Frau zum Bild und zur Verkörperung der Natur gemacht wurde, so konkretisiert Theweleit dieses Paradigma in einer psycho-historischen Deutung, die sich auf die Bildlichkeit der Geschlechterverhältnisse konzentriert: auf die Geometrisierung der Leiber und die Panzerung der soldatischen Körper als Abwehrmechanismen gegen die Furcht vor Entgrenzung und Ãoberflutung, die in den Bildern sexua-lisierter Frauen, in Angstbildern von Fluten und Massen zum Ausdruck kommt. Die Gleichsetzung von Frau und Natur sowie deren Dämoni-sierung und Domestizierung, gespaltene, polarisierte Frauenbilder -wie die reine weiße und die sexualisierte, dämonisierte rote Frau ~, das Frauenopfer und die heimliche Homosexualität männerbündischer Institutionen, die Herrschaft des Blicks und die Abwehr gegenüber dem Leiblichen: All dies sind Topoi, die in zahlreichen Studien über Frauenbilder und Weiblichkeitsmythen bestätigt und z.T. literaturgeschichtlich für einzelne < Epochen >9, Autoren, Motive und Genres differenziert und konkretisiert werden konnten. Wenn auch die Lektüre einzelner Texte dabei durchaus umstritten bleibt, wie besonders an der Deutungskontroverse um einige Klassiker wie Lessings «Emilia Ga-lotti»IO, Rousseaus «Emile», Goethes «Wahlverwandtschaften» oder Friedrich Schlegels «Lucinde»IZ deutlich wird. Wurden dabei einerseits bestimmte Kontinuitäten sichtbar - etwa die Janusgestalt dermittelalterlichen , deren zwei Seiten sich in gespaltenen Frauenbildern bis zur und der Jahrhundertwende fortschreiben - und wurden dabei auch bestimmte Strukturen erkennbar - z. B. das Frauen-Opfer als Voraussetzung männlicher Kunstproduktion I -, so ging es andererseits um die Herausarbeitung von Brüchen und um die Frage nach dem Ursprung1J bzw. den Bedingungen der Möglichkeit bestimmter Weiblichkeitsentwürfe.
      Mit dieser Frage verschiebt sich das Interesse von den stereotypen Bildern hin zu den kultur- und diskursgeschichtlichen Konstitutionsbedingungen für die mythische Präsenz des Weiblichen und die Funktion der Frau als Bild. Insbesondere im Anschluß an die «Dialektik der Aufklärung» und an Foucaults «Ordnung der Dinge» wird die Geschichte des so - bezogen auf die Geschichte des Subjekts - an der « anderen Seite der Gesellschaft» T6, als «Nachtseite der Humanwissenschaften» ' beschreibbar. Hier verbindet sich die Arbeit von Literaturwissenschaftlern/innen mit der Wissenschaftskritik anderer Disziplinen. Dabei geht es sowohl um die Lektüre von Mythen, die - verstanden als kulturelles Gedächtnis - bestimmte Urszenen einer tradierten Geschlechterdramaturgie erinnern19, als auch um Studien zur Abspaltung des «Mythos Frau» 20 in den Wissenschaften vom , zur «Ordnung der Geschlechter» und zu den «Wissenschaftsmythen über die Frau»22, die der Geschichte von Anthropologie, Medizin und Psychoanalyse eingeschrieben sind. Ebenso geht es dabei um eine Relektüre der Geschichte von Philosophie und Ã"sthetik, deren Theoreme nicht selten mit Hilfe der Geschlechterdifferenz symbolisch dargestellt werden.
      In diesem Kontext erhält der philosophische Diskurs der bzw. des 18. Jahrhunderts insofern den Charakter einer paradigmatischen Konstellation, als ihm ein modernes Konzept von Differenz entspringt, das im Kontext naturrechtlicher Entwürfe die Bilder vom < Anderen > mit deren sogenannter Natur begründet. Dies kann geschehen unter Bezugnahme auf die Physiognomie, auf die andere leibliche Konstitution der Frau, ihre < natürliche Schamhaftigkeit> oder auch auf die Hautfarbe, wie etwa im Entwurf einer -Theorie. Diese Zusammenhänge sind Gegenstand diskurshistorischer Untersuchungen über: die Konstruktion des weiblichen , an dessen Tugendhaftigkeit > bzw. 13 sich sowohl moralische und ästhetische Modelle anschließen, wie der Topos der weiblichen < Anmut> in der klassischen Ã"sthetik , als auch literarische Entwürfe wie die Figuration der im als ein gesonderter Bereich von Vorstellungen und Praktiken entsteht.

     
   Zum Paradox weiblicher Autorschaft -gender und genre
Auf der Folie einer solchen Diskursgeschichte der Aufklärung läßt sich auch der Mangel weiblicher Autoren in der Literaturhistorie als Variante der allgemeinen Geschichte des und seines Ver-schwindens in der Moderne beschreiben. Da der Autor - nicht die Person, sondern die Funktion bzw. Instanz - als Schöpfer eines bedeutungsvollen Textes und Eigentümer seines Werks verstanden wird, spricht man von ihm nicht ohne Sinn in der männlichen Form. Benjamin hat diesen Schöpfer-Typus, den Meister, als «männlichen Erstgeborenen des Werkes, das er einstmals empfangen hatte», charakterisiert und damit sichtbar gemacht, daß dieser dem Begriff in der Moderne im Verschwinden begriffen - zusammen mit einer Aufwertung des Fragmentarischen, mit programmatischen Grenzüberschreitungen zwischen < Kunst >und< Lebern undmitdem Verzicht auf Originalität in Zitat und Intertextualität. Und mit dem Autor verschwindet der Kritiker, der sich wiederum als Agent, wenn nicht Schöpfer des Autors versteht.

     
   Die feministische Literaturkritik, auf der Suche nach weiblichen Autoren, ist damit in der paradoxen Situation, sich in dem Moment um die weibliche Variante einer Instanz zu bemühen, da diese als allgemeine obsolet geworden zu sein scheint.
     
«Ist eine Autorin etwas anderes als ein Autor ?» Diese Frage ist insofern mit ja zu beantworten, als eine Autorin immer schon aus einer paradoxen Situation hervorgegangen ist: aus dem Aufbegehren - oder auch dem praktischen Zuwiderhandeln - gegen den Ausschluß von Frauen aus dem Konzept < Autor > und aus der Opposition gegen daran gebundene Normen, aus der Abweichung von damit verbundenen Mustern. Viele Autorinnen haben aus dieser Not eine Tugend gemacht, haben ästhetische Verfahrens- und Schreibweisen jenseits des klassischen Werkbegriffs praktiziert, wie etwa Gertrude Stein mit ihrer «Ethik des Namenlosen». Aufgrund des konzeptionellen Gegensatzes von und konventionellem Werkbegriff wird an das Weibliche nicht selten die Hoffnung auf Praktiken der subversiven Dekonstruktion herrschender Bedeutungsstrukturen geknüpft, sind viele Ã"sthetiken der Moderne, speziell der Avantgarde, mit einer Aufwertung des verbunden. Daß dies nicht selten mit dem Verschwinden der einhergeht, wird an dem problematischen Ort der Frauen in den Avantgardebewegungen besonders sichtbar.
      Die Hoffnung auf Möglichkeiten weiblichen Schreibens jenseits der etablierten Ã"sthetiken - mit den Paradigmen einer < weiblichen Ã"sthetiK) oder einer - hat die Rezeption der sogenannten französischen Theorie in der Literaturwissenschaft wesentlich befördert. Die theoretischen Vorstellungen von Luee Irigaray und Helene Cixous 3% bei beiden aus einer Revision der Lacanschen Psychoanalyse aus der Perspektive eines weiblichen Subjekts hervorgegangen, ebenso wie Julia Kristevas « Revolution einer poetischen Sprache», haben die literaturwissenschaftliche Theorie des Weiblichen entscheidend geprägt. Während aber bei Cixous und teils auch bei Irigaray der Ausschluß des Weiblichen aus der < symbolischen Ordnung> mit einem Entwurf beantwortet wird, der in einer Positivierung des Weiblichen dieses mit dem Fließenden, Flüssigen, Uneindeutigen, Nichtgreifbaren, Diskontinuierlichen etc. gleichsetzt, hat Kristeva ihre poetische Theorie, das Konzept einer poetischen Praxis, die einer « Explosion des Semiotischen im Symbolischen » bzw. dem Einbruch der Triebe in der Sprache Raum gibt, vor allem an Texten männlicher Autoren wie Lautreamont und Mallarme entwik-kelt. Im Hinblick auf den Ort von Frauen dagegen, denen zumeist eine «solide Position im Symbolischen» mangelt, hat Kristeva auf die Gefahren hingewiesen, die mit derartigen Praktiken bzw. mit dem Zerbrechen ihres « symbolischen Panzers » verbunden sind.

     
  
Die Geschichte weiblicher Autoren und ihrer Texte ist voll der Widersprüche, die entstehen aus dem Begehren, Autor zu werden, und der Unmöglichkeit, das Werk von sich abzutrennen. Als frühe Alternative zum Werkbegriff, gleichsam ein älterer Gegenpol zu den anti- und nicht der zugehöre. Seien solche Bestimmungen aus dem Gefühl des Ungenügens oder aus einer Kritik herrschender ästhetischer Normen motiviert, sie beziehen sich - bewußt oder unbewußt - auf die Kongruenz von literarischen Gesetzen und männlichen Subjektentwürfen, die sich in den verschiedenen Genres durchaus unterschiedlich darstellt. Während etwa der Bildungsroman als klassische männliche Gattung betrachtet werden kann, weil in ihm die Erzählstruktur sowie der ideale Bildungsgang des Helden dem Lebensentwurf des bürgerlichen Subjekts entspricht, wird den Frauen gern eine Affinität zu bestimmten Genres nachgesagt, denen Sinnstrukturen zugeschrieben werden: Brief, Lyrik und Autobiographie. Und tatsächlich haben Schriftstellerinnen diese Gattungen nicht selten als ihr genuines Artikulationsfeld genutzt.' Will man dies nicht als

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