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Die Wiederentdeckung der »Germania« des Tacitus



Auslöser: Als zu Beginn der Renaissance in Italien das Interesse an der römischen Vergangenheit wieder erwachte, waren die Schriften von Publius Cornelius Tacitus praktisch vergessen. Mit wachsendem Interesse an der Antike begannen Sammler bald Klosterbibliotheken systematisch nach alten Manuskripten zu durchsuchen. Verhandlungen: Während des Konzils von Konstanz dehnten die italienischen Humanisten ihre Suche auch auf deutsche Klöster aus. Im November 1425 schrieb Gian Francesco Poggio Bracciolini an den Humanisten Niccolö Niccoli , er habe von einem Mönch des Klosters Hersfeld erfahren, dass es in dessen Abtei Manuskripte von Tacitus gäbe, von denen er bisher noch nichts gehört habe. Niccolo zeigte sofort Interesse und bot an, sie gegen zeitgenössische Werke einzutauschen, die der Mönch haben woll-te. In den nächsten Jahren wurden viele Briefe über die Alpen hinweg ausgetauscht. Obwohl Niccolö und Poggio sogar hohe Kirchenfürsten einschalteten und sie um Vermittlung baten, konnte keine Einigung erzielt werden. 1455 tauchte das begehrte Manuskript plötzlich in Rom auf. Wie es dorthin gelangt war, blieb unbekannt. Bekannt ist nur, dass es eine Zeit lang im Besitz von Enoch d'Ascoli war, der zuvor im Auftrag von Papst Nikolaus

V.

in Deutschland gewesen war. Nur wenige Jahre später wurde die Germania zum ersten Mal gedruckt, in Venedig 1470 und in Nürnberg 1473 . Wirkung: Schon 1471 wies Enea Silvio Pic-colomini den Regensburger Reichstag in einer Rede auf den Inhalt der Germania hin und weckte dadurch das Interesse der deutschen Humanisten auch an der Geschichte des eigenen Lands.
     

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