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Der Schritt zurück



Die Sache der Dichtung wird, indem sich die künstlerische Darstellung selber zum Anblick bringt, zur Dichtung als Sache. Dieser, von solchem Anblick mitgesetzte Raum, aus dem die Fiktionalität der Fiktion sichtbar wird, ist von den literarischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts intensiv genutzt worden. Es zeigt sich daran, dass das literarische Gebilde im Laufe der Zeit seine Möglichkeiten jeweils herauslegt oder einbehält. Die illusionsstörenden literarischen Texte haben die so genannte Illusionskunst als den Normalfall des Erzählens zur Voraussetzung, um das sein zu können, was sie sind. Illusions-
Störungen sowie Illusionsauflösungen leben vom »Witz« in der Bedeutung, die dieser Begriff im 18. Jahrhundert hatte.
      Fazit: Der vom Anblick der Dichtung als Sache mitgesetzte Raum, worin dieser Anblick sichtbar wird, lässt uns gegenüber der Sache der Dichtung den Schritt zurück tun. Der Schritt zurück ist kein Rückschritt auf einer Linie, auf der wir voranschreiten, sondern ein Zurücktreten als Abstandnehmen, um besser sehen zu können. Was hier gesehen wird, ist die poetologische Bewältigung von Zeit und Raum in ihrem Bezug zur Wahrnehmung des Lesers. Der Schritt zurück lässt die Verständnislenkung sehen: als vom Autor organisierte Sukzession von Wahrnehmungen. Wir werden in ein Verhältnis zur Anmutungsqualität des Anblicks gesetzt.
     

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